Veranstaltungen

Einladen/Anfragen

Ihr könnt mich sehr gern einladen, damit ich einen Vortrag halte, einen Workshop gebe, eine Lektüre-Workshop anleite, um bei einer Podiumsdiskussion oder politischen Veranstaltung zu sprechen.

Ob das auf einem Aktions-Camp, einer Tagung, einer Konferenz, einem Festival, in einem Autonomen Zentrum, an der Uni, in einer Kneipe, bei einer Gewerkschaft, in einer Kirche, auf dem Marktplatz, im Jugendzentrum oder Altenheim stattfinden soll, ist mir relativ egal. Hauptsache, die Leute kommen freiwillig und sind interessiert.

Veranstaltungen zu machen ist neben dem Schreiben zwar meine Leidenschaft und mein „Aktivismus“. Deswegen brauche ich mindestens die Fahrtkosten erstattet. Wenn ihr mir darüber hinaus eine Aufwandsentschädigung, ein Extra oder gar ein Honorar geben könnt, versichere ich euch, dass es bei der richtigen Stelle ankommt.

Wenn ihr mich anfragen wollt, schreibt mir eine Email und beantwortet am besten gleich folgende Fragen: Wann, in welchem Ort und in welcher Location soll die Veranstaltung stattfinden? Welches Thema wünscht ihr euch? Wie viel Zeit plant ihr dafür ein? Welche Leute erwartet ihr grob?

Ihr könnt mich auch zu einem Thema anfragen, was euch sonst einfällt oder eine Lesung einer Auswahl meiner Texte veranstalten.

Fragt mich möglichst länger im Vorhinein an, damit ich das koordinieren kann.

Ich freue mich zu euch zu kommen!

(Verständlicherweise spreche ich nicht vor Faschisten oder sonstigen Menschenfeinden. Über kontroverse Debatten freue ich mich aber.)


Veranstaltungen

(Für Beschreibung Veranstaltungstitel anklicken, Liste gehaltener Veranstaltungen: ganz unten)

Veranstaltungsreihe

Für ein neues anarchistisches Bewusstsein

(4 teiliger Workshop oder Vortrag, jeweils ca. 2h – entweder als ganze Reihe oder ein einzelnes Thema davon)

Anhand vier aktueller und nicht-akademischer Texte stellt der Autor anarchistische Grundgedanken dar, interpretiert sie und entwickelt sie weiter. Wie können Vielfalt ermöglicht und gleichzeitig Gemeinsames durch konstruktive und solidarische Auseinandersetzungen entwickelt werden? Wie lässt sich eine autonome anarchistische Theoriebildung ermöglichen? Wie lassen sich verschiedene anarchistische Organisationsansätze zusammendenken und ergänzen? Wie lässt sich ein gelingendes, reiches, schönes und erfülltes Leben aus Sicht anarchistischer Ethik beschreiben und geteilte Verantwortung verwirklichen? Diese Fragen werden in einem lockeren Input umkreist, um anschließend den Raum für Kleingruppenarbeit und gemeinsame Diskussion zu öffnen.

Vielfalt zu ermöglichen und gleichzeitig Gemeinsames zu entwickeln ist eine nie endende Aufgabe, welche sich der synthetische Anarchismus stellt. Dieser Text richtet sich vor allem an eine anarchistische Szene und stellt auf philosophische Weise Überlegungen zu dem Versuch an, pluralistische Organisation zu ermöglichen. Grundlagen dafür sind die Bereitschaft zur Reflexion und zu konstruktiven und solidarischen Auseinandersetzungen.

Die Ausprägung und Weiterentwicklung anarchistischer Theorie ist ein wichtiger Bestandteil

zur Formierung eines sozial-revolutionären Projektes und kein Selbstzweck. In Anschluss an Gedanken zur anarchistischen Synthese gibt dieser Text einen Anstoß zur kollektiven Arbeit an gemeinsamen theoretischen Grundlagen. Damit wird eine nicht-akademische Reflexion über autonome Theorie-Bildung ermöglicht.

Es gibt unterschiedlichste Organisationen, die nach anarchistischen Prinzipien funktionieren. Mit verschiedenen Ansätzen streben sie danach, Autonomie zu verwirklichen, direkte Aktionen hervorzubringen, Menschen zu ermächtigen und genossenschaftliche und solidarische Beziehungen zu entwickeln. Um anarchistische Organisierungsprozesse neu anzustoßen, gilt es zunächst ihre Grundgedanken ins Bewusstsein zu rufen und über sie zu reflektieren.

Wie lässt sich ein gelingendes, reiches, schönes, erfülltes Leben beschreiben? Wie lassen sich die Bedingungen herstellen, die Ressourcen aneignen, die Fähigkeiten erlernen, um es einzurichten?

Und wie kann es schließlich für alle möglich werden – nicht gegeneinander, sondern miteinander, in geteilter Verantwortung für uns selbst, für Andere und für die Mitwelt? Diesen Fragen geht die anarchistische Ethik nach, deren Grundzüge in diesem Text dargestellt werden.

Vorträge

In was für irren Zeiten leben wir eigentlich? Die einen denken an den Atomkrieg, preppen und bauen sich Bunker, die anderen wissen genau über den Klimawandel Bescheid, kaufen sich SUVs und fahren noch mal an den Nordpol, bevor es kein Eis mehr dort gibt. Warum verdammt können wir uns eher das Ende der Welt vorstellen, als dass der Herrschaft?
Auch Anarchist*innen beschäftigen sich mit diesen Fragen. Dabei gibt es verschiedene Traditionen. Trotz des Wissens um den zerstörerischen Zustand dieser Welt, weigern sie sich hartnäckig fatalistisch oder zynisch zu werden. Dies hat viel mit ihrem Verständnis von Zeit und Geschichte zu tun. Es ist so einfach wie unheimlich schwer zu gleich: Letztendlich liegt es in unseren Händen, was die Zukunft ist, wie sie aussieht und ob wir uns apokalyptischen Phantasien hingeben oder Geschichte schreiben…

Wovon reden Anarchist*innen eigentlich, wenn sie von „sozialer Revolution“ sprechen? Und gibt es unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen denn überhaupt Sinn, noch solche großartigen Worte in den Mund zu nehmen? Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass im Anarchismus sich sozial-revolutionäre Vorstellungen in Abgrenzung zu „sozialer Evolution“, „politischer Revolution“ und politischen Reformen“ herausgebildet haben. Damit wird einerseits ein ziemlich umfangreicher und vielschichtiger Prozess radikalen gesellschaftlichen Wandels beschrieben, andererseits werden mit dem anarchistischen Konzept von sozialer Revolution recht konkrete Überlegungen zur Umstrukturierung der Gesellschaft verbunden. Um den Begriff wieder mit Inhalt zu füllen und zu aktualisieren, ist seine Entstehung und sein Gehalt zu rekonstruieren.

Als rebellische und ungebundene Strömung im Sozialismus ist der Anarchismus äußerst heterogen. Diese schwer zu fassende Vielfältigkeit, die zweifellos als Merkmal des Anarchismus gelten kann, wird oft als Widersprüchlichkeit wahrgenommen. Tatsächlich stellt sich die Frage, was der gemeinsame Nenner der anarchistischen Strömungen ist. Gleichzeitig finden sich jedoch immer wieder Menschen, die sich als Anarchist*innen begreifen, sich damit auf etwas Gemeinsames und Eigenes beziehen und auch (eigenständig) organisieren.

Ich möchte mich der Pluralität unter dem theoretischen Gesichtspunkt von Paradoxie nähern um schließlich die (Un-)Möglichkeit von Vielfalt und Gemeinsamkeit anhand der heutige Situation zu diskutieren.

Die anarchistische Tradition, Theorie und Bewegung ist durchzogen von verschiedensten Spannungsfeldern. Ein sehr prominentes ist dabei jenes von Einzelnen und Gemeinschaften.

Mit einem bestimmten Schema habe ich am Beispiel von zahlreichen anarchistischen Quellentexten untersucht, wie sich das spannungsvolle Verhältnis zwischen Kollektivismus und Individualismus im Anarchismus gestaltet. Wann gilt in diesen Kollektivität als Zwangsgemeinschaft? Welche Form des Individualismus beruht letztendlich nur auf einem bürgerlichen Verständnis? Was gilt Anarchist*innen als ein sinnvolles Verständnis und Verhältnis von Einzelnen und Gemeinschaft?

Schon auf den ersten Blick scheint ein anarchistischer Begriff von Politik ambivalent zu sein. Vorrangig wird Politik im Anarchismus dem staatlichen Herrschaftsverhältnis zugeordnet – sei es direkt den staatlichen Institutionen oder weiter gefasst, als einer staatlichen Logik entsprechend. Aus der Ablehnung des Staates, seiner Organisationsformen und Logiken folgen daher konsequenterweise auch die Kritik der und Versuche zur Überwindung von Politik. Denn die anarchistische Ethik und Utopie überschreitet politisches Handeln.

Tatsächlich verstanden sich zumindest die früheren Anarchist*innen verschiedener Strömungen nachweislich als anti-politisch. Andererseits organisieren sich Anarchist*innen oft in politischen Gruppen oder Bündnissen und pflegen überaus politisierte Lebensstile – die zwar strategisch und programmatische Dimensionen haben, allerdings etwas ganz anderes sein sollen, als die verstaatlichte Politik. Anarchistische (Anti-)Politik sinnvoll weiter zu entwickeln, stellt eine große Herausforderung für sozial-revolutionäre Bewegungen dar.

Der Anarchismus als eine Hauptströmung im Sozialismus, hat Kerngedanken von diesem, aber auch vom Liberalismus aufgenommen. Mehr als andere weltanschauliche Strömungen bewegt er sich in einem Dreiklang von ethischen Einstellungen und Lebensstilen, stellt er eine soziale Bewegung mit langer Geschichte dar und beschreibt eine politische Theorie, deren Relevanz nie enden wird. Vorgestellt werden anarchistische Grundgedanken, Werte und Organisationsprinzipien.

Ein Überblick über grundlegende Einführungswerke in das anarchistische Denken. Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Gesamtdarstellung des Anarchismus. Von „The Palgraces Handbook of Anarchism“ (2018) über Daniel Loick „Anarchismus zur Einführung“ (2017), Cindy Milstein „Der Anarchismus und seine Ideale“ (2013), Robert Grahams „Anarchism. Documentary History of Libertarian Ideas“ (2012), bis zu Horst Stowassers „Freiheit pur“ (1995), Peter Marshalls „Demanding the Impossible“ (1992) der Daniel Guérin „Anarchismus. Theorie und Praxis“ (1969) und George Woodcocks „Anarchism“ (1962).

Eine Vorstellung der Kerngedanken von zehn Texten des „klassischen“ Anarchismus . Von Max Stirners „Der Einzige und sein Eigentum“ über Emma Goldmans „Die Masse“, Gustav Landauers „Aufruf zum Sozialismus“ bis zu Errico Malatestas „Die beiden Wege: Reformen oder Revolution?“ und Erich Mühsams „Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat“. Warum es sich lohnt, alte anarchistische Texte zu lesen und wie sie weitergedacht werden können.

Aus verschiedenen Gründen gibt es wenig theoretisch fundierte theoretische Schriften im neueren Anarchismus. Zum einen haben die meisten Anarchist*innen einfach genug mit anderen Dingen zu tun, als ausladende Bücher zu schreiben, andererseits ist anarchistisches Denken in den Wissenschaften nicht besonders anerkannt. Doch in den letzten Jahren gibt es vor allem im englischsprachigen Raum eine Reihe anregender theoretischer Schriften. Vorgestellt werden u.a. Richard Day „Gramsci is dead“ (2005), Saul Newma „The Politics of Postanarchism“ (2010), John Clark „Realizing Communitarian Anarchism“ (2013) und Laura Portwood-Stacer „Lifestyle-Politics and Radical Activism“ (2013).

In den letzten zwei Jahrzehnten wuchs die anarchistische Bewegung in einem gewissen Maße an. Sie als „die“ sozial-revolutionäre Fraktion im 21. Jahrhundert schlechthin zu stilisieren scheint dabei dennoch übertrieben. Handelt es sich um eine tatsächliche Verschiebung des Interesses, die zur Erforschung, Legitimierung und Stärkung des Anarchismus‘ führt? Oder haben wir es lediglich mit einem neuen Hype des Wissenschaftsbetriebs – quasi einer Spekulationsblase – zu tun, welche dem Geltungsbedürfnis kritischer Akademiker*innen dient, die sich möglicherweise sogar auf Kosten sozialer Bewegungen profilieren? Wie kann umgekehrt aus „der“ anarchistische Bewegung heraus sinnvoll in Wissenschaftsbetrieben und -diskursen agiert werden? Ist die landläufige Unterscheidung von „Wissenschaftler*innen“ und „Aktivist*innen“, welche „zusammenarbeiten sollen“ empirisch vorhanden? Oder kommt in ihr vorrangig der Avantgarde-Anspruch akademisierter Linker zum Ausdruck?

# Anarchistisches Denken in Paradoxien und Spannungsfeldern
# Im Spannungsfeld gegen Hegemonie! – Anarchistische Perspektive auf Hegemonietheorien
# Subjekt – Widerstand – Emanzipation – Anarchistische Subjekttheorie
# Der Postanarchismus als Perspektive erneuerten anarchistischen Denkens

Workshops

-> allgemein kann ich die oben angegebenen Themen auch im Workshop-Format geben, brauche dafür aber mehr Zeit sowohl in der Vorbereitung, als auch bei der Durchführung der Workshops.

# Input und Spiel zu Bezugsgruppen
# Entfremdung – Sehnsucht – Aufbegehren. Zum Zusammenhang von Emotionalität, Politik und Rebellion

# Anarchistisches Schreiben und öffentliche Rede

  • Gustav Landauer
  • Peter Kropotkin
  • David Graeber
  • Anarchistische Basistexte (Goldman, Mühsam, Malatesta, Bakunin, Kropotkin, Rocker…)
  • Postanarchismus (v.a. Day, Newman und Mümken)
  • Neuere anarchistische politische Theorie
  • Individualanarchismus (verschiedene Strömungen)
  • neuere linke Transformationstheorien (Adamczak, von Redecker, Wright…)

Vergangene Veranstaltungen (Auswahl)

Einführung in den Anarchismus
(12.+13.06.16 Jena, 10.09.16 Leipzig, 05.10.17 Leipzig, 10.10.17 Jena, 12.10.17 Leipzig, 17.10.17 Jena, 29.+30.06.18 Lärz, 10.03.18 Potsdam, 11.+16.10.18 Jena, 09.10.19 Leipzig, 10.10.19 Jena)

Subjekt – Widerstand – Emanzipation
(03.09.16 AMS, 20.09.16 Jena, 29.10.16 Hamburg, 16.11.16 Leipzig, 21.05.17 Freiburg, 16.02.18 Köln, 13.06.18. Frankfurt/M, 30.12.18 bei Leipzig)

Anarchistische Perspektive auf Hegemonietheorie
(29.10.16 Hamburg, 04.11.16 Berlin, 21.01.18 Kassel, 27.12.18 bei Leipzig)

Wozu Postanarchismus?
(17.09.16 Dresden, 16.06.17 Berlin, 29.06.17 Hamburg, 22.07.17 Leipzig, 02.09.17 AMS, 19.05.18 Prag, 02.09.18 Nürnberg, 12.03.18 Potsdam, 01.07.19 Bremen)

(Anti-)Politik
(29.09.17 Tübingen, 11.11.17 Hamburg, 19.01.18 Gießen, 10.09.18 Bonn, 12.09.18 Loughborough/GB, 28.21.18 Leipzig, 11.05.19 Mannheim, 13.05.19 Karlsruhe, 15.05.19 Kassel, 02.07.19 Hamburg, 31.08.19 Jena, 09.10.19 Leipzig)

Individualismus/Kollektivismus im Anarchismus
(01.04.19 Potsdam, 12.04.19 Frankfurt/M, 22.07. Köln, 17.09.19 Dresden, 22.11.19 Berlin, 03.03.20 Weimar)

Soziale Revolution im Anarchismus
(09.05.19 Trier, 04.02.20 bei Leipzig, 29.02.20 Kaiserslautern)

Geschichte der globalisierungskritischen Bewegung
(09.05.17 Jena, 10.0517 Gera, 13.05.17 Weimar, 23.05.17 Kassel, 24.05.17 Jena, 27.05.17 Eisenberg, 30.05.17 Saalfeld, 04.06.17 bei Jena, 14.06.17 Plauen, 27.06.17. Chemnitz)

Für ein neues anarchistisches Bewusstsein!
(27.+28+28.+29.12.19 bei Leipzig, 03.01.20 bei Leipzig, 28.02.20 Marburg, 01.03.20 Frankfurt/M)