Für eine neue anarchistische Ethik!

Lesedauer: 47 Minuten

Jonathan Eibisch

Zusammenfassung:

Wie lässt sich ein gelingendes, reiches, schönes, erfülltes Leben beschreiben? Wie lassen sich die Bedingungen herstellen, die Ressourcen aneignen, die Fähigkeiten erlernen, um es einzurichten? Und wie kann es schließlich für alle möglich werden – nicht gegen-einander, sondern miteinander, in geteilter Verantwortung für uns selbst, für Andere und für die Mitwelt? Diesen Fragen geht die anarchistische Ethik nach, deren Grundzüge in diesem Text dargestellt werden.

Im Wesentlichen bestehen die Aufgaben der Ethik nicht darin, die Mängel der Menschen hervorzukehren und ihm seine ‚Sünden‘ vorzuwerfen; sie muss in positiver Richtung wirken […]. Sie bestimmt und erläutert einige wenige Grundlagen, ohne die weder Tiere noch Menschen in Gesellschaft leben könnten.

Außerdem aber beruft sie sich auf Höheres: auf Liebe, auf Mut, auf Brüderlichkeit, auf Selbstachtung […]. Gleichzeitig sagt sie dem Menschen, dass, wenn er ein Leben führen wolle, bei dem seine Kräfte sich völlig entfalten könnten, er endgültig dem Gedanken entsagen müsse, dass man leben kann, ohne mit den Bedürfnissen und Wünschen der andern zu rechnen.“

– Peter Kropotkin 1902