Drama vom pandemischen Ausnahmezustand

Lesedauer: 29 Minuten

ZWEITER AKT

Erzählstimme: Und so kam es, dass die Menschen tatsächlich von der Angst gepackt wurden. Selbstverständlich alle auf unterschiedliche Weise und sie gingen verschieden damit um. War es die Angst vor‘m Covid oder war es die Angst vor dem was kommen mochte? Oder war es die Angst vor der Angst? Sie wussten es nicht, aber sie beobachteten ein sehr soziales Phänomen: Angst ist ansteckend. Also hatten alle sie und waren ganz durcheinander. Alle, bis auf einen.

Personen auf der Bühne laufen unsicher und teilweise verwirrt herum. Manche beginnen Klopapier und Konservendosen zu schleppen. Jemand fährt mit einem vollen Einkaufswagen über die Bühne. Der Rechtspopulist putzt seine Pistole. Ein Zwangsneurotiker wäscht sich akribisch die Hände.

Drei große Plakate aufgestellt mit den Aufschriften „Ordnung!“, „Abstand!“, „Sauberkeit!“.

Virologen [treten in den Vordergrund]: Die neusten Statistiken und Tests liegen vor. Wir sind zwar nur Experten der Virologie. Von dieser Warte her aber müssen wir sagen: Bitte reißen Sie sich zusammen! Waschen Sie sich regelmäßig und ordentlich die Hände, vermeiden Sie unnötige Sozialkontakte. Vermutlich sind ältere Leute mit Vorerkrankungen besonders gefährdet. Diese bleiben bitte, wenn möglich zu Hause. Aber das heißt nicht, dass es nicht alle treffen und ganz grausam für Sie enden kann! Die Symptome scheinen oftmals Grippe-ähnlich zu sein, also Fieber, Husten und Schnupfen und so. Was ihr Laien als „krank sein“ bezeichnet. Bei stärkerer Ausprägung droht allerdings extreme Atemnot, der in schweren Fällen – und es könnten tausende von Fällen schwer verlaufen! – nur mit Notbeatmungsgeräten begegnet werden kann. Wenn überhaupt. Deswegen bleiben Sie bitte besorgt. Möglicherweise kann der Krankheitsverlauf auch vollkommen harmlos sein. Sie könnten atypische Symptome haben und Menschen anstecken, obwohl Sie sich kaum krank fühlen!

Eine Krankenschwester oder -pfleger:Verdammte Axt – da sehe ich Monate lang unbezahlte Überstunden auf mich zukommen. Nicht so, dass sie Arbeit im Gesundheitswesen oder in der Pflege bisher ein Zuckerschlecken gewesen wäre. Pah! Und was den Infektionsschutz angeht… Naja, davon möchte ich hier mal gar nicht reden.

Journalist*innen [wieder im Stil von Extrablatt-Ausrufenden und hysterisch]: „Wahnsinn!“, „Wie ein kleines Virus so unendlich gemein sein kann?“, „Hält unser Gesundheitssystem das aus?“, „Erscheckende Bilder aus Norditalien, wo sich das Corona-Virus wie ein Lauffeuer verbreitet“, „Was machen die Promis in der Quarantäne?“, „Deutschland muss jetzt zusammenrücken!“. [mit Blick auf die Regierung] „Wird die Regierung die Eier haben, nun die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten?“.

Jemand hustet. Andere gucken die Person abschätzig an und distanzieren sich

Die Regierung: Wir verkünden, dass wir alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um der unübersichtlichen Lage Herr zu werden. Viele Menschen sind bedroht. Viele Menschen könnten sterben. Das wollen wir nicht. Wir sind eine Demokratie. Wir wollen hier keine italienischen Verhältnisse.

Vertreter der Wirtschaftsverbände [im Hintergrund, leise]: Ja und übrigens soll die Wirtschaft laufen. Wenn wir unsere Profite nicht einfahren, verspreche ich euch, dass es richtig bitter für euch alle wird. Also reißt euch zusammen verdammt. Bitte bleiben Sie gesund!

Die Kanzlerin: Als erste Maßnahme werden wir die Grenzen dicht machen. Also freilich nicht für den Güterverkehr aber für die Menschen. Gleichzeitig werden wir alle deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus ihren Urlauben und Geschäftsreisen in die Heimat zurückfliegen lassen.

Polizisten ziehen eine Mauer und Stacheldraht vor die Geflüchteten

Rechtspopulist: Na bitte geht doch. Jahrelanger Widerstand und dann macht‘s ein Virus möglich den Volkskörper rein zu halten. Ironie des Schicksals!

Die Kanzlerin [weiter verkündend]: Weiterhin werden wir ein schönes Wirtschaftsrettungspaket schnüren. Das schaffen wir. Seit der letzten Weltwirtschaftskrise – einige von euch erinnern sich – hat der deutsche Staat – und das sage ich nicht ohne Stolz – enorm gehamstert. Dies führt uns im Unterschied etwa zu südeuropäischen Ländern in die glückliche Lage, in der Krisensituation massiv intervenieren zu können. Also bitte streitet euch jetzt nicht um die Kuchenstücke, wir kriegen den Kram schon verteilt.

Der konservative Gemäßigte zählt parallel Geldbündel ab und legt sie nebeneinander auf den Schreibtisch

Die Linken [brüskiert und leise]: Dieser Reichtum beruht aber auf der Austeritätspolitik zulasten anderer Länder und der Ausdehnung des Niedriglohnsektors! Und abgesehen davon: Die Folgekosten der Krise werden bestimmt auf „die“ Bevölkerung umgelegt. Das wird sehr ungerecht! Und überhaupt, warum macht ihr die Grenzen jetzt dicht, ihr wisst doch genau, dass die Geflüchteten nicht das Problem sind, im Gegenteil, eigentlich bräuchten sie gerade Unterstützung und…

konservativer Hardliner [mit Händen an den Ohren, laut und hämisch]: Ich kann euch nicht hören. Ihr interessiert mich nicht. Bitte haltet euren Mund!

Verschwörungstheoretiker*innen und Wutbürger*innen [im Hintergrund, leise]: Seht ihr, wir haben‘s doch die ganze Zeit gesagt. Da gehen ominöse Vorgänge vor sich vor. Am Ende wollen die uns alle zwangsimpfen und die Reptilenmenschen von der Ostküste fressen das Mark der in der Hohlerde eingesperrten Kinder! Das ist so schrecklich.

grünliche Bürger*innen [laut]: Leute, jetzt nehmt euch doch mal zusammen. Die Lage ist schlimm genug. Ihr habt doch die Expert*innen gehört. Und was die Regierung gesagt hat. Jetzt gilt es erst mal zusammen zu rücken und diese Krise zu überstehen. Kein Kind wird zurückgelassen. Das Gebot der Stunde ist doch klar: Wir nehmen alle Abstand voneinander, vermeiden Sozialkontakte und verhalten uns so weit konform. Wer Kritik hat, kann ja später eine Petition schreiben oder eine andere Partei wählen. Doch jetzt gilt es erst mal, dass wir alle uns – Hashtag „stayhome“ – vernünftig und wie anständige Bürger*innen verhalten.

[Lautsprecherstimme wie am Bahnhof:] „Hinweis: Bitte achten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit und der Sicherheit Ihrer Mitbürger auf den vorgeschriebenen Mindestanstand!“

Die Kanzlerin [zu Gründlichen]: Danke für das Stichwort. Damit zum letzten Part: das zusammen gesparte Gesundheitssystem wird für den Ernstfall ausgerüstet und hochgefahren. Wie die Virologen gesagt haben, werden wir unsere Testkapazitäten ausbauen und die Forschung an einem Impfstoff mit Hochdruck betreiben. Jetzt aber zu Ihnen, werte Bürgerinnen und Bürger: Die Lage ist ernst. Bitte nehmen Sie sie ernst. Nur, wenn wir Hashtag „zusammen distanziert“ sind und uns Hashtag „angemessen verhalten“, können wir sowohl die Pandemie bekämpfen, als auch ein neues Verhältnis zwischen Gesellschaft und Staat etablieren, was sich mit allen Händen gewaschen haben wird. Deswegen ist Ihr Mitwirken gefragt, denn eine Hand wäscht die andere. Bitte macht mehr von diesem Zeug, was ihr Dings, was ihr ähh… Solidarität nennt. Ihr wisst schon, einkaufen für die Oma, Zähne zusammenbeißen und so weiter.

konservativer Hardliner: Ein bisschen Nach- oder Vorkriegsmentalität wird doch noch erhalten sein!

Kanzlerin: Schließlich befindet sich die BRD vor der größten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Lage ist ernst. Bitte bleiben Sie besorgt. Krieg ist Frieden, Distanz ist Nähe, Abstand ist Anstand. Ich danke Ihnen schon jetzt für Ihr Durchhaltevermögen und Ihre Aufmerksamkeit. Ach so und sagt alle Parties, Messen und Demos ab. Die sind ab jetzt verboten. Schulen und Unis schließen erst mal. Die Arbeitgeber reduzieren bitte die Anwesenheitspflicht so gut es geht. Danke. Danke, Danke und Tschüss!

Viele der Anwesenden nehmen unterschiedlich schnell einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Meter zueinander ein.

Zwei Verschwörungstheoretiker*innen hingehen werfen einen Ball hin und her, der wie ein Virus aussieht.

Verschwörungstheoretiker*innen und Wutbürger*innen: Seht ihr, seht ihr! Das ist alles sehr verwirrend, aber im Grunde doch ganz klar. Sonnenklar. Wir sollen alle abgeimpft werden durch Bill Gates und dann kommt der Putsch der eigentlichen Eliten. Nein, nein, nein! Wir lassen uns nicht mehr verblenden!

Rechtspopulist [leise, zu sich]: Die Scheiße ist vor allem, dass das Volk Volk ist. Am Ende laufen sie der Regierung hinterher und ich hab wenig davon.

grünliche Bürger*innen [allgemein in die Runde]: Lasst uns die Krise als Chance nutzen! Homeschooling sollten wir mal ausprobieren. Überhaupt diese Online-Video-Konferenzen machen total Spaß. Ich hab mir mein Homeoffice schon richtig gemütlich eingerichtet.

Parteilinke [zu sich]: Jetzt erst mal abducken und nicht wie früher das Maul aufreißen. Das wäre strategisch unklug. Schließlich haben die Leute echt wirklich richtig Angst. Vielleicht ist Hashtag „zusammen distanziert“ gar nicht das schlechteste Motto. Drückt ja schließlich den Grundzustand dieser Gesellschaft aus…

Bewegungslinke [zu den beiden anderen, leicht manisch]: Wir sollten jetzt unbedingt eine Kampagne starten. Kommt, ich lade euch in ein Jitsi-Meeting ein, das geht ganz einfach und ist irgendwie auch cool. Wir lassen in unser Hausprojekt erst mal keine fremden Leute mehr rein. Also das heißt, nur noch die jeweiligen Partner*innen der Bewohner*innen. Das hat aber nichts mit Kleinfamilienmentalität zu sein, natürlich nicht. Es geht um notwendige Schutzmaßnahmen. Wir fangen auch schon mal an uns selbst Masken zu nähen. Es gilt jetzt Abstand zu halten, aber das bedeutet nicht, dass wir euch nicht mehr mögen, sondern nur, dass Distanz Nähe ist. Lasst uns jetzt unbedingt ganz solidarisch sein mit Leuten, die zu arm und diskriminiert sind, um sich vor der Seuche ordnungsgemäß schützen zu können. Da geht auch vieles von zu Hause aus. Online-Demos zum Beispiel – yeah!

Linksradikaler [eher genervt]: Sagt mal checkt ihr‘s noch? Das ist der „autoritäre Staat“, der hier richtig durchkommt. Die Faschisierung der Gesellschaft, man! Überwachung und Kontrolle werden super ausgedehnt gerade. Es ist doch nicht so, dass das nach dem Ausnahmezustand alles zurückgenommen wird, ihr Naivlinge! Ey ich mach hier – so dies nichts, das nichts – keinen Finger krumm für diese beschissenen Maßnahmen!

Die Polizisten haben sich inzwischen in die Nähe bewegt und einer schwingt schon lässig mit dem Knüppel.

Bewegungslinke [schreit]: Du unsolidarisches Arschloch! Wegen dir stirbt Oma! Du ignorantes Ego-Schwein, immer geht‘s nur um dich. Wenn du jetzt demonstrieren willst, dann ohne mich. Wenn du nicht checkst, dass es jetzt eben erst mal die Seuche zu bekämpfen gilt, so wie wir vorher erst mal das Klima bekämpft haben und davor erstmal den Rechtsruck und davor erst mal die Sparpolitik und davor erstmal den Neoliberalismus… also wenn du nicht begreifst was dran ist, dann kannste gleich zu den Verschwörungsideologen gehen! Oh mein Gott!

Pfarrer [hatte ich ruhig Hintergrund rein geschlichen]: Hab ich da einen Ruf nach dem Höchsten vernommen? Das wäre ja naheliegend in diesen verwirrenden Zeiten, die schon apokalyptische Züge haben. Deswegen sollten wir die Chance nutzen – um inne zu halten. Wir sollten uns darauf besinnen, was eigentlich wichtig ist. Denn wisst ihr, es gibt Hoffnung… Die Kirche…

Schelm [fällt ihm unvermittelt ins Wort]: Haha. Meinst du etwa im 21. Jahrhundert hat deine Religion noch was zu melden, hier bei uns? Ist das auch so ein Outsourcing-Versuch oder eine feindliche Übernahme? Willst du mir etwa die Rolle des Schelmen wegnehmen und mich verarschen?

Konservativer Gemäßigter [zu Pfarrer]: Ja, so ist es. Bitte sei nicht sauer, lass uns einfach später drüber reden, aber nicht hier auf der politischen Bühne. Das funktioniert so nicht mehr. Wir haben jetzt die Virologen.

Pfarrer [eingeschüchtert]: Nun gut. Ich ähm… wollte nicht stören

Pfarrer ab, Bullen kommen näher und beobachten die Linken

Bewegungslinke [zum Linksradikalen]: Ja also reiß dich bitte zusammen, halte zusammen, zeig dich solidarisch und bleib gesund. Hey, ich hab ne Idee. Wir könnten erst mal eine Nachbarschaftsinitiative gründen!

Linksradikaler [mit Blick auf die Bullen, grimmig]: Ja völlig bescheuert bin ich auch nicht. Mit Action ist wohl erst mal wenig… Trotzdem lass ich mich nicht in die gleiche Ecke wie diese Verschwörungsfreaks stellen!

Verschwörungstheoretiker*innen und Wutbürger*innen [zu diesem]: Aber warum denn nicht? Wir wollen nur das Grundrecht schützen und sehen die Maßnahmen der Regierung als völlig unverhältnismäßig an. Da sitzen wir doch in einem Boot – oder etwa nicht? Ja genau, dass die das Gesundheitssystem zusammen gespart haben, ist ein riesiger Skandal. Ebenso wie die drohende Impfpflicht. Und die Überwachung… ja, das ist ja schon in vollem Gange alles mit NSA und China, solange sie gegen Russland sind.. Und überhaupt stecken da ganz andere Interessen dahinter. Musst du mal rescharschieren, aber so viel ist da auch nicht bekannt. Trotzdem erst mal protestieren!

Rechtspopulist [zu diesen]: Ach wisst ihr, da können wir gerne mal ins Gespräch kommen. Ich hab da schon eine Vorstellung, was die Ursachen angeht…

geht zu diesen

Vertreter der Wirtschaftsverbände [zum konservativen Gemäßigten]: Du, wenn jetzt ohnehin dein Termin mit dem Pfarrer abgesagt ist, dann haben wir ja morgen länger Zeit für unser Treffen. Es ist so, dass wir die Maßnahmen der Regierung selbstverständlich vollkommen verstehen, was den Schutz der Arbeitskräfte – äh Bürger – angeht usw.. Aber was der Wirtschaft schadet, ist auch für die Menschen ungesund, wenn du verstehst, was ich meine…

nimmt ihn bei der Schulter, besinnt sich dann, hält anständig Abstand aber leitet ihn von der Bühne

Journalistin[wie in Reporterbericht mit Mikrophon vor Szene aufgebaut]: Die Situation scheint also weiterhin verwirrend zu sein. Erstaunlich viele Bürgerinnen und Bürger scheinen sich von selbst den Regierungsmaßnahmen zu fügen. Wir von der Presse fanden jedoch einige jugendliche Superspreader, die sich völlig unverantwortlich im Park trafen und dort feierten. Was sagst du dazu:

Eine Jugendliche: Ich treffe mich und feiere mit Leuten, weil ich ein asoziales, unsolidarisches Egoschwein bin.

Journalistin [wieder in die Kamera]: Da haben wir‘s gehört. Zwar wussten wir, dass die jeweiligen Landesregierungen ohnehin Ausgangsbeschränkungen verhängen würden, doch da uns die Erklärung dafür nicht plausibel erschien, machten wir einfach die Jugendlichen für diese Maßnahmen verantwortlich und verkehrten somit Ursache und Wirkung…

[erschrickt; zum Kameramann = anderem Journalisten] Oh Scheiße, jetzt hab ich mich verplaudert… Bitte schneide das raus und lass uns noch mal auffangen. Sorry du, ich weiß gerade auch nicht so recht, wo mir der Kopf steht…

Journalist*innen gehen ab. Eine kurze Stille

einfältiger Junge [im Schneidersitz vorn]: Ich seh die Leute und die verhalten sich komisch. Alle sind ganz aufgeregt. Alle haben Angst. Die Linken und die Grünlichen steigern sich da hinein und appellieren an die Regierung, die Rechtsaußen wollen ihr politisches Kapital daraus schlagen. Die Regierung selbst schiebt Panik, weil ihr die Dinge aus den in Mitschuld gewaschenen Händen entgleiten. Dabei tut sie alles, um am Ende gestärkt aus der Situation hervor zu gehen und sich zu legitimieren. Ich seh das alles und es tut was mit mir. Fast wie eine Art Gefühl tut‘s was mit mir. So kann ich noch nicht mal sagen, dass die Dinge mir egal wären. Doch letztendlich spüre ich nicht, dass es mich gruseln würde!

Die Anarchie [stand unauffällig hinter ihm und legt ihre Hand auf seine Schulter]: Mein Lieber. Dann ist es so. Dann spare dir die Gruselei für wann anders auf. Vielleicht ist es auch so, weil du dich nicht so gruseln kannst, dass du gerade am Klarsten von allen siehst. Diese Gesellschaft wird sich grundlegend verändern. Das geschieht unweigerlich. Die Frage ist, welchen Einfluss können wir darauf nehmen und ob‘s sodann was anderes, schönes, lebenswertes für Alle werden könnte. Jede Krise birgt eine Chance. Daher können wir für unsere Vorstellungen kämpfen. Wird es zu einer Erneuerung der Herrschaftstechnologie kommen und wird die Regierung ihre Legitimität ausbauen? Oder entwickeln Menschen neue Formen selbstorganisierter Solidarität und freiheitliche Institutionen, mit denen sie so eine Pandemie bewältigen können und die Gesundheit für alle gewährleistet? Wir wissen nicht, wohin die Reise geht, aber gruseln musst du dich darum nicht.

Schelm [spöttisch zur Anarchie]: Haha. Na da bin ich aber gespannt. Klingt jetzt nicht sehr objektiv deine Meinung und wissenschaftlich fundiert. Soll ich dir nen Virologen holen, du? Bitte bleib gesund!

niest, schaut sich daraufhin ängstlich um, geht hastig von der Bühne

alle ab