Vom Loslassen der Kadaver, dem Begreifen von (Un)Gleichzeitigkeiten und dem Entwurf eines emanzipatorischen Meta-Narrativs

Lesedauer: 11 Minuten

zuerst veröffentlicht auf: HARP und hier als pdf:

von Jonathan Eibisch

„Einige haben vermutet, dass mit dem scheinbaren Triumph von Liberalismus und Kapitalismus diese Geschichte [von Befreiung] nun am Ende ist. Doch das ist unwahrscheinlich. Trotz geringer Beachtung […] kämpfen Millionen von Menschen jeden Tag darum, sich aus der Unterdrückung zu befreien und gleiche Rechte und soziale Gerechtigkeit zu erlangen. Diese Bemühungen werden jedoch häufig von Beobachtern […] als unerklärliche Handlungen verängstigter und verwirrter Menschen (miss-)gedeutet […]. [O]bwohl der liberaldemokratische Kapitalismus weiterhin die Vorstellungen davon prägt, was möglich ist, sollten wir nicht zulassen, dass er die Interessen und Sehnsüchte derjenigen verschleiert und verdeckt, die von ihm marginalisiert und ausgegrenzt werden.“ (Eric Selbin)1

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Trostpreis für die ostdeutsche Transformation

Lesedauer: 11 Minuten

Mein für den Eos-Preis der HARP eingereichter Text zum linken Geschichtsverständnis nach 1989 aus philosophischer Perspektive, kam leider nicht in die Auswahl der besten drei. SCHADE! Aber gut, ich bin auch kein Philosoph, zugegeben. Ich denke, er ist dennoch lesenswert und dabei durchaus subjektiv.

Gestern erschienen auf dem Blog der HARP bzw. unter Texte.

Vom Loslassen der Kadaver, dem Begreifen von (Un)Gleichzeitigkeiten und dem Entwurf eines emanzipatorischen Meta-Narrativs

von Jonathan Eibisch

Einige haben vermutet, dass mit dem scheinbaren Triumph von Liberalismus und Kapitalismus diese Geschichte [von Befreiung] nun am Ende ist. Doch das ist unwahrscheinlich. Trotz geringer Beachtung […] kämpfen Millionen von Menschen jeden Tag darum, sich aus der Unterdrückung zu befreien und gleiche Rechte und soziale Gerechtigkeit zu erlangen. Diese Bemühungen werden jedoch häufig von Beobachtern […] als unerklärliche Handlungen verängstigter und verwirrter Menschen (miss-)gedeutet […]. [O]bwohl der liberaldemokratische Kapitalismus weiterhin die Vorstellungen davon prägt, was möglich ist, sollten wir nicht zulassen, dass er die Interessen und Sehnsüchte derjenigen verschleiert und verdeckt, die von ihm marginalisiert und ausgegrenzt werden.“ (Eric Selbin)1

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Hintergründe zur Rebellion in Belarussland

Lesedauer: 11 Minuten

Aus aktuellem Anlass spiele ich hier einen Text, welcher vom ABC Dresden übersetzt wurde. Da er bereits am 11.08. veröffentlicht wurde und die Runde gemacht hat, handelt es sich eher um eine Dokumentation… Wie bei jeder Umbruchssituation stellt sich bei den lang ersehnten Protesten in Belarussland die Frage, welche Strömungen darin Einfluss gewinnen und in welche Richtung sie dementsprechend Weiterentwicklungen ermöglichen können. Aufgrund der inzwischen 26jährigen Diktatur des Lukaschenko-Regimes, wie auch des früheren „sowjetischen“ Staatskapitalismus, wird der Demokratisierungsprozess sicherlich viele Jahre dauern. Die demokratische Herrschaft westlich-kapitalistischer Staaten bildet vermutlich auch für die meisten progressiven Kräfte das Vorbild. In vielerlei Hinsicht mag es menschenfreundlicher sein. Doch die Enttäuschung darüber ist wie bei der Transformation anderer post-„sowjetischer“ Ländern vorprogrammiert. Auch wenn sich für den Moment logischerweise auf den Sturz eines Diktators konzentriert, gilt es im Grunde genommen, eione ganz neue Gesellschaft aufzubauen…

Wie kam es zur Rebellion gegen die Diktatur in Belarus

Folgenden Text haben wir vom anarchistischen Newsportal pramen.io übersetzt.

Wenn du Leute Anfang 2020 in Belarus gefragt hättest, wie lange die Diktatur von Lukaschenko noch besteht, dann hätten sie dich wie einen Narren angeschaut. In einer respektierten Diktatur werden solche Fragen nicht gestellt, denn alle wissen, was passieren kann. Prinzipiell ist es so, dass die Herrschaft großer Führer eher zeitlos ist. Aber die Situation hat sich in den letzten 8 Monaten so radikal verändert, dass Menschen in Belarus auf die Straße gehen. Zum ersten Mal in der neuen Geschichte Belarus haben die Menschen in mindestens 33 verschiedenen Städten des Landes die Polizei zurückgeschlagen.

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