Anarchistische Parteinahmen

Lesedauer: 26 Minuten

Der folgende Beitrag von Ralf G. Landmesser wurde mir zugespielt. Anarchistische Parteien – oder „anarchistische Parteien“. Ich habe darüber nachgedacht. Denn es ist ja wichtig, immer wieder mal neu nachzudenken. So konnte ich neu feststellen, dass das mein Ding ist. Wenn eine Anarchistin PolitikPolitik machen will, soll sie sich auf Basisebene bei der Linkspartei einbringen, wo diese was taugt. Wenn ein Anarchist paeteimäßige Anti-Politik machen will, soll er zu DER PARTEI gehen. Mich aber interessiert das nicht. Mich interessieren autonome, selbstorganisierte, emanzipatorische Bewegungen, die Druck auf „die Politik“ ausüben, vor allem aber selbst was anderes verwirklichen. Wie auch immer, als Diskussionsgrundlage taugt die Abhandlung und von historischem Interesse ist sie allemal.

Gespiegelt von bergpartei, die überpartei

anarchistische parteinahmen

 – Zur Geschichte und Perspektive anarchistischer Parteien –
ein A-Laden Experience [ALEx]-Impulsvortrag zur Diskussion von R@lf G. Landmesser 2016 im Baiz, mit Ergänzungen von das beni

Einleitung

„Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten.“

Das kann mensch mit einiger Berechtigung so sehen. Einzufügen wäre: „etwas GRUNDSÄTZLICHES ändern würden“. Kleine Verändrungen – sogar welche mit großen Auswirkungen, die nicht an den Grundfesten des NeoLiberalen Kapitalsystems rütteln, werden im Gegenteil als frische Modernisierungstendenzen gern gesehen und garantieren die notwendige gesellschaftliche Zustimmung. Aber so wahr dieser Spruch ist, so wahr ist auch, dass unsere Lebens- und Alltagserfahrung zeigt, dass Wahlen sehr wohl etwas an eingefahrenen Strukturen und anscheinend fest betonierten Machtverhältnissen etwas ändern können, ja geradezu umstürzlerisch wirken können. Wie weit diese umstürzlerische Wirkung letztendlich von den globalen Mächten toleriert wird und wie lange, steht auf einem anderen Blatt. Immerhin können die Verhältnisse ganz schön in Bewegung geraten und Bewegungen gebären. Dass Wahlen nichts verändern, ist so richtig wie falsch

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Die Partei „DIE PARTEI“ als (anti-)politischer Zusammenhang?

Lesedauer: 2 Minuten

Unter Anarchist*innen finden sich viele, die politischem Klamauk und Satire zugeneigt sind. Das ist kein Zufall, denn Humor kann eine sinnvolle Möglichkeit sein, mit der Bitterkeit der politischen Wirklichkeit einen Umgang zu finden, der nicht selbstzerstörerisch und zynisch ist. Außerdem wird mit „politischem“ Humor tendenziell auch eine undogmatische Einstellung gefördert, da die eigenen Positionen ebenfalls hinterfragt und im Kontext gesehen werden. So könnte die Frage aufgeworfen werden, ob es sich bei der Partei „DIE PARTEI“, welche seit 2004 besteht, um eine anarchistische Politikform bzw. eine Form anarchistischer (Anti-)Politik handelt.

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