Friedliche Sabotage? – Eine Darstellung und Besprechung

Lesedauer: 32 Minuten

In Anschluss an eine Hausarbeit stellt Max Leurle die Entwicklung und die Debatten um friedliche Sabotageakte, aus Notwendigkeit für das Überleben von menschlichem und nicht-menschlichem Leben auf der Erde dar. Der Beitrag kann hier gelesen oder herunter geladen werden und ist ein Versuch, der vermutlich noch weiter bearbeitet wird.

Der Ruf nach friedlicher Sabotage – Ausdiskutieren und Totdiskutieren?

Der Fokus auf eine potenzielle Effektivität und antizipierte Legitimität von Sabotage befördert die Vorstellung von Aktivist*innen als rein rationale Akteur*innen und minimiert die historische Kontingenz politischer Kämpfe. Den Handlungsspielraum durch eine vermeintlich faktenbasierte Antizipation von Legitimität und Effektivität bestimmter Aktionen bewusst zu beschränken, ist kein Ausdruck von Reflexionsvermögen, sondern offenbart einen dreifachen Bezugsverlust zur eigenen politischen Praxis.

In der Klimabewegung tobt seit einigen Monaten die Debatte um die systematische Nutzung von Sabotageaktionen als politisches Mittel. Angestoßen wurde die Diskussion von Andreas Malm in seinem Buch How to blow up a pipeline. Learning to Fight in a World on Fire. Malm konstatiert der Klimabewegung im globalen Norden einen Hang zum Pazifismus, welcher das Potential der Bewegung einschränke, da insbesondere die strategische Nutzung der Sabotage von fossilen Infrastrukturen besondere Möglichkeiten eröffne. In einem Diskussionsbeitrag in der taz widerspricht Dieter Rucht, Gründer des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung, den Thesen von Andreas Malm öffentlich.

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Kollektive Verfügung und konvivale Lebensformen im neuen Commonwealth

Lesedauer: 5 Minuten

Jedediah Purdy (2020): Die Welt und wir. Politik im Anthropozän, Berlin: Suhrkamp.

zuerst veröffentlicht auf: untergrund-blättle.ch

Die Spaltung der US-amerikanischen Gesellschaft nahm wie in allen westlichen Gesellschaften kontinuierlich zu und stellt diese vor enorme Herausforderungen. Dies zeigt sich auch hinsichtlich von Themen rund um Umwelt, Klima und Gesundheit – die teilweise nach wie vor das Image von „soften“ und irgendwie dazu kommenden Politikfeldern haben, obwohl sie direkt mit Klassenfragen, den Lebensbedingungen von Menschen, ihren Selbstentfaltungsmöglichkeiten und ihre Stellung in der gesellschaftlichen Hierarchie zu tun haben. Die moderne Zivilisation hat sich eine unglaubliche Technosphäre aus verarbeiteter Natur erschaffen, die umgerechnet 40.000 Tonnen pro Person (vermutlich als Durchschnitt für US-amerikanische Bürger*innen berechnet) beträgt.

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Ökologie und Anarchie (Broschüren)

Lesedauer: < 1 Minute

Die Gustav Landauer Initiative veröffentlichte kürzlich zwei Broschüren zum Thema Anarchie und Ökologie. Positionen für das Überleben der Menschheit. Sie können als Nachtrag zu unserem Lektüre-Workshop im November/Dezember dienen. Sie können unter den Links unten heruntergeladen werden. Hier die Inhaltsverzeichnisse:

Band 1: Aktuelle Diskussionen

  • Ökos und Anarchist*innen – EinInterviewmitJoséArdillo (2019)
  • TomWetzel, Ökosyndikalismus (2019)
  • Herrschaft und Ökologische Krise (2016)
  • JanetBiehl, Ökofeminismus und Deep Ecology (1995)
  • Murray Bookchin, Die Radikalisierung der Natur – Zur Ethik eines radikalen Naturverständnisses (1985)

https://gustav-landauer.org/sites/default/files/pdf-download/oekoreader_band_1_1.auflage.pdf

Band 2: Historische Texte

  • Cordelia, Grundsätzliches über den radikaler Naturschutz und die Robienschen Naturwarten (1923)
  • Paul Robien, Arbeitsfreude (1921)
  • Rolf Cantzen, Gustav Landauer und Peter Kropotkin (1987)
  • John Clark, Elisée Reclus – Die Menschheit, die Natur und das anarchistische Ideal (2004)
  • Elisée Reclus, Diegroße Familie (1896/1914)

https://gustav-landauer.org/sites/default/files/pdf-download/oekoreader_band_2_1.auflage.pdf