Voran – wohin eigentlich?

Lesedauer: < 1 Minute

Und wieder bin ich mit klassischer Musik unterwegs. Der Song „Es geht voran“ von 1982 von Fehlfarben ist ironisch gemeint. Muss man wissen. Also nein, die Vorstellung war nicht, dass die Geschichte effektiv voranschreitet und die Bewegung so stark wäre, die gesellschaftlichen Verhältnisse wirklich zum tanzen zu bringen und umzukrempeln. Und doch gab es da zweifellos motivierende moves, die auch darin begründet waren, sich selbst als antagonistisch zu verstehen. Mit den Jahren habe ich viel Verbalradikalismus gehört. Selbst der wird weniger in letzter Zeit. Es muss nichts schlimmes sein, wenn er versiegt, wenn stattdessen tatsächliche Radikalität wiedergefunden werden würde. Die Frage ist, wie mensch sich selbst ins Verhältnis zum umgebenden staatlich/kapitalistischen/patriarchalen Elend sieht und darauf reagiert. Sich kollektiv als Akteur zu setzen, verlangt eine Verortung zu anderen Kräften und in der Zeit. In der Phrase „Wir sind die letzte Generation, die …“ wird beispielsweise noch nicht unbedingt ein historisches Bewusstsein ausgedrückt. Geschichte ist eben kein gradliniger Weg, sondern ein verschlungener Pfad. Er verlangt, dass wir selbst und aufrecht gehen, anstatt getrieben oder gezogen zu werden. Das Gefühl, dabei voran zu kommen, möchte ich niemandem nehmen. Im Gegenteil, ich möchte es selbst wieder gewinnen.

Mit Klick auf das Video erklärst Du Dich einverstanden, dass eine Verbindung zum YouTube-Server hergestellt wird, in deren Folge u.a. auch Analyse-Cookies übertragen werden. Weitere Infos hier.

Propaganda der Yuppieschweine!

Lesedauer: < 1 Minute

Früher als notwendig wachte ich auf mit diesem Song von Mühlheim Asozial. Die Zeile „Propaganda der Yuppieschweine – Arbeit hat man besser keine!“ hämmerte fröhlich in meinem inneren Ohr und das „Lasst euch nicht erzähln, ihr hättet ein Problem“, war mir eine erbauliche Bestärkung. Wieder einmal zweifelte ich an meinem Konzept der Lohnarbeit mit Mehrarbeit zu entfliehen, also keinen Mehrwert zu erzeugen, indem ich Dinge produziere, die unter anderen gesellschaftlichen Verhältnissen mehr wert wären. Es ist unmöglich den Leistungsfetischismus mit einer verinnerlichten Getriebenheit zur Produktivität zu überwinden. Von spielerischer Tätigkeit ist dies weit entfernt, auch wenn ich sie mir – in Maßen – durchaus noch bewahrt habe. Das alles ist ein schwieriges Thema, für das es zweifelsohne objektiv keine Lösung gibt als die soziale Revolution, die Abschaffung des Privateigentums und die Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Bis dahin aber muss ich auch noch irgendwie durch kommen. Für politische Aktivist*innen und deklassierte Intellektuelle stellt sich also doch wieder die unangenehme Frage: Wär’s mit einer Lohnarbeit einfacher? Doch die – völlig aufrichtige – Antwort ist in jedem Fall: Dafür habe ich viel zu viel zu tun! Lohnarbeit, gleich welcher Form, ist Notwendigkeit. Wer in ihr Erfüllung findet, kann kaum mehr einen kritischen Geist erhalten. Wie gesellschaftlich notwendige und sinnvolle Tätigkeiten dagegen zu organisieren sind, ist eine ganz andere Frage, der ich an dieser Stelle nicht nachgehe. Sie kann aber auch nur ernsthaft gestellt werden, wenn mensch der Propaganda der Yuppieschweine nicht auf den Leim geht.

Mit Klick auf das Video erklärst Du Dich einverstanden, dass eine Verbindung zum YouTube-Server hergestellt wird, in deren Folge u.a. auch Analyse-Cookies übertragen werden. Weitere Infos hier.

Keine für Niemand? Alles für alle?

Lesedauer: 2 Minuten

Wieder einmal bediene ich mich der Klassiker*innen. Ton, Stein, Scherben drücke ganz viel Lebensgefühl aus, Mut, Hoffnung, Geschwisterlichkeit. Und darin eben auch die Hoffnung auf die konkrete Verwirklichung einer anderen Gesellschaft. Einfach herrlich! Ein gewisser Stadtjugendpfarrer pflegte diesen Song von einem Lautsprecherwagen zu spielen – so als Auftakthymne.

Allerdings nach wie vor im anarchistischen Denken bzw. konkret in anarchistischen Szenen ungeklärt ist der tatsächliche Widerspruch zwischen der Ablehnung einer Machtaneignung und der Bekämpfung angemaßter Autoritäten und dem Fakt, dass wir ja alle Macht haben und diese auch nutzen können, um Herrschaft zurück zu drängen. Wie so oft: Es kommt auf den Begriff an. In diesem Zusammenhang betonte z.B. Jürgen Mümken in Anschluss an Foucault immer wieder, dass es Macht und Herrschaft deutlich zu unterscheiden gilt. Diese Ansicht teile ich. Die power-to, mit der wir uns zusammenschließen und gemeinsame Projekte verwirklichen können, richtet sich nicht zuerst deswegen gegen Herrschaft, weil sich Menschen gegen diese organisieren, sondern vor alle, weil sie sich selbst organisieren. Sicher, in Gruppen können Hierarchien entstehen. Organisationen weisen Machtdynamiken auf, gegen welche es Mechanismen zu entwickeln gilt. – und das trifft umso stärker zu, je größer der Zusammenhang ist. Doch es gilt auch Hierarchien von Herrschaft zu unterscheiden. Herrschaftsverhältnisse gründen sich auf eine asymmetrische Machtverteilung und fördern diese. Sie führen zu hierarchischen Institutionen und Beziehungen. Um diese anzugreifen braucht es die Organisierung einer kollektiven Gegenmacht. Auch bei dieser können sich schon in kleineren Gruppen Hierarchien etablieren. Für Bakunin stand allerdings schon fest, dass diese nicht per se problematisch sind. Sie werden es dann, wenn Autorität angemaßt wird, anstatt freiwillig akzeptiert zu werden, wenn sie sich dauerhaft verfestigt und schwer zurückgenommen werden kann und wenn soe sich nicht auf die Kompetenz in einem bestimmten Gebiet stützt, sondern von Personen qua ihres Geltungsbedürfnisses und Machtanspruchs an sich gezogen wird.

Nun ja, dazu gäbe es noch viel zu sagen, insbesondere, was die anarchistische Szene oder die Organisierung einer sozial-revolutionären Bewegung angeht… An dieser Stelle erst mal nur: Macht, Herrschaft, Hierarchie und Autorität sind zu unterscheiden und zu definieren, um klar zu kriegen, was das Problem ist und wie wir da rauskommen können… Das macht den Song Keine Macht für Niemand selbstverständlich nicht schlechter.

Mit Klick auf das Video erklärst Du Dich einverstanden, dass eine Verbindung zum YouTube-Server hergestellt wird, in deren Folge u.a. auch Analyse-Cookies übertragen werden. Weitere Infos hier.

Die Bühne als Fleckchen Anarchie

Lesedauer: < 1 Minute

An Dota schließt in meinem Kopf logisch Heinz Ratz mit der Band Strom&Wasser an. Vielleicht, weil ich sie mal in einem Doppelkonzert gesehen habe und sie Liedermacherei vortragen. In den Jahren zwischen diesem Song sind noch einige andere entstanden. dennoch geh ich hier wieder einige Jahre zurück – aber eben nicht gleich mehr als ein Jahrhundert, wie einige der Texte aus der Schatzkiste…

Mit dem Song „Ein Fleckchen Anarchie“ beschreibt Heinz Ratz seine eigene Rolle als Künstler, welche ihm Freiheiten – eine gewisse Narrenfreiheit sozusagen – gewährt, also prädestiniert für Freaks und Andersdenkende ist. Eine starke Affinität von Kunst und Anarchie kommt also nicht von ungefähr. Umgekehrt ist Kunst keineswegs per se anarchisch (sondern stellt allen möglichen Anschauungen Ausdrucksmittel zur Verfügung und ist ebenso ein kommerzieller Markt) und kann Anarchie nicht in der Kunst aufgehen. Krampfhaft „kritische“ Kunst produzieren zu wollen, funktioniert nicht und wird von den Mechanismen des kapitalistischen Marktes aufgesogen, bzw. diskreditiert sich selbst. Dahingehend haben Strom & Wasser meiner Ansicht nach einen guten Weg gefunden…

Mit Klick auf das Video erklärst Du Dich einverstanden, dass eine Verbindung zum YouTube-Server hergestellt wird, in deren Folge u.a. auch Analyse-Cookies übertragen werden. Weitere Infos hier.

Der utopischer Rest

Lesedauer: < 1 Minute

Ja, es stimmt: die von mir bisher und vermutlich auch zukünftig vorgeschlagenen Songs sind etwas Klischee-beladen. Mit ihnen reproduziere ich den kulturellen Fundus einer bestimmten Szene und verfolge nicht wirklich eine eigene Linie damit. Für jene, die Insider sind kommt also dahingehend nichts Neues rum, außer potenziell eine Selbstbestätigung – was ja legitim ist. Für jene, die außerhalb dieser Blase stehen und sich aus irgendwelche Gründen dennoch auf meinen Blog verirren, kann aber zumindest eine gewisse Vermittlung stattfinden, denke ich mir… Allerdings bin ich auch für Neues offen 😉

Daher teile ich hier den bekannten Song von Dota & die Stadtpiraten, der ja wieder für sich selbst spricht – und mich dabei sehr anspricht. Wie kommen wir unserem begrenzten Denken hinaus, um neuen Ufern entgegen zu segeln? Der Alltag blockiert den sozialen Fortschritt. Ärger in Wut zu verwandeln, wäre dahingehend ein erster Schritt, aus den festgefahrenen Strukturen auszubrechen…

Mit Klick auf das Video erklärst Du Dich einverstanden, dass eine Verbindung zum YouTube-Server hergestellt wird, in deren Folge u.a. auch Analyse-Cookies übertragen werden. Weitere Infos hier.

Sich trauen, ein Rebel Girl zu sein

Lesedauer: < 1 Minute

Um weiter bei einigen Klassiker*innen zu bleiben, hier mal was Vernünftiges. Text, Stil und Aussage sind selbsterklärend, da sollte ich nicht viel kommentieren. Unter dem Video kommt aber noch der Text..

Mit Klick auf das Video erklärst Du Dich einverstanden, dass eine Verbindung zum YouTube-Server hergestellt wird, in deren Folge u.a. auch Analyse-Cookies übertragen werden. Weitere Infos hier.

„Sich trauen, ein Rebel Girl zu sein“ weiterlesen

Ruhige Gefahrengebietsbeschreibung

Lesedauer: < 1 Minute

Von Klaus schien es nahe zu liegen zu Geigerzähler zu kommen. Ja, man glaubt es kaum: Es gibt noch ein paar alte Autonome, die keine Postautonomen sind. Deswegen muss ja nicht immer alles mit Krawall und Remmidemmi einhergehen. Ganz ohne geht’s freilich auch nicht, aber das ist eine anderes Thema. Inhaltlich ist der ruhige Song selbsterklärend, deswegen an dieser Stelle ohne weitere Kommentare.

Mit Klick auf das Video erklärst Du Dich einverstanden, dass eine Verbindung zum YouTube-Server hergestellt wird, in deren Folge u.a. auch Analyse-Cookies übertragen werden. Weitere Infos hier.

Von der Erdwärme

Lesedauer: < 1 Minute

Die besinnliche Jahreszeit ist angebrochen. Das bedeutet dann für viele: Noch den restlichen Arbeitskram vor den Feiertagen erledigen, die warenförmigen Geschenke für’s jährliche Rudiment eines Rituals des Gabenaustauschs organisieren und dann – wenn’s gut geht – erst mal ein paar auf dem Sofa hängen. Der alte Anarcho-Hippie Klaus der Geiger soll stattdessen einladen, zur Besinnung zu kommen. Also hört Konsum- und Arbeitssklaven zu sein, Schluss mit der Zerstörung der Erde, den Hierarchien und Grenzen!

Mit Klick auf das Video erklärst Du Dich einverstanden, dass eine Verbindung zum YouTube-Server hergestellt wird, in deren Folge u.a. auch Analyse-Cookies übertragen werden. Weitere Infos hier.

Überwindung des bürgerlichen Subjekts

Lesedauer: < 1 Minute

So wunderschön, liebevoll und poppig wurde die Überwindung des bürgerlichen Subjekts wohl kaum sonst besungen als von Peter Licht. Anarchie zu gewinnen bedeutet gewohntes Fühlen und Denken aufzugeben. Gewinnen gibt’s dabei sehr viel. Auf dem Weg der Loslösung und Abschaffung entdecken wir erst, was sich an Möglichkeiten des neuen Miteinanders und unserer Seinsweisen auftut. Dies hat eine eminent politische Komponente, insofern sozial-revolutionäre Anliegen nicht vorrangig in Opposition zur bestehenden Ordnung verwirklicht werden können, da dies bedeutet, sich durch die Zuschreibungen des Gegners definieren zu lassen und dessen Terrain des Kampfes zu akzeptieren. Von der Abschaffung desselben auszugehen, ist die Voraussetzung um im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten eine selbstbestimmte Position einzunehmen und die Opposition zu überschreiten…

Mit Klick auf das Video erklärst Du Dich einverstanden, dass eine Verbindung zum YouTube-Server hergestellt wird, in deren Folge u.a. auch Analyse-Cookies übertragen werden. Weitere Infos hier.

Was uns krank macht

Lesedauer: < 1 Minute

Die Gesellschaft in der wir leben macht krank. Das ist weitestgehend bekannt. Jenen, die das Gegenteil behaupte, traue ich nicht über den Weg. Schließlich sind sie Meister*innen in der Verdrängung und dem Sich-Einfügen. Bestimmte Ereignisse können aber dazu führen, dass das Fass überläuft und die Betreffenden durchdrehen. Daher braucht es eine sozial-revolutionäre Perspektive, welche Menschen positive Veränderungsmöglichkeiten aufzeigt, die den Abbau ihrer Unterdrückung, Ausbeutung und Entfremdung beinhalten. Dazu ist auszusprechen, was stört. Ceremony tun dies auf gelungene Weise.

Mit Klick auf das Video erklärst Du Dich einverstanden, dass eine Verbindung zum YouTube-Server hergestellt wird, in deren Folge u.a. auch Analyse-Cookies übertragen werden. Weitere Infos hier.