Demut beibringen

Lesedauer: 3 Minuten

Verletzlich zu sein ist ja nichts Schlimmes. Wenn wir unsere Grenzen erfahren, können wir uns selbst – in einer Welt der sinnentleerten kapitalistischen Warenform besonders spüren. Dies ermöglicht uns, eine realistische Einschätzung darüber gewinnen, was wir effektiv schaffen und erreichen können. Das gilt für Einzelnen, Gruppen, sogenannten „Szenen“, aber auch für soziale Bewegungen. In gewisser Hinsicht kann diese Lernerfahrung nur geschehen, wenn wir riskieren, auch Verletzungen zu kassieren. Dies gilt insbesondere, wenn mensch eine konfrontative sozial-revolutionäre Praxis entfalten möchte, die darauf abzielt, Verletzungen zu heilen, indem wir um unsere Würde kämpfen.

Ich möchte gerne so viel mehr machen und Geduld war nie meine Stärke. Es war auch nie meine Stärke, meine Lebenssituation zu akzeptieren, sie anzunehmen – und sie davon ausgehend zu verändern. Stattdessen neige ich dazu, in ihr festzuhängen. Äußere Umstände und bestimmte Gründe, gesellschaftliche Gesamtscheiße und tägliche Apokalypse hin oder her – Mensch steht sich oftmals selbst am meisten im Wege. Selbstbestimmung bleibt ein lebenslanger Prozess, dessen Gelingen davon abhängt, inwiefern mensch sich von anderen inspirieren und mitreißen lässt, ohne sich selbst einzugliedern oder sich mit anderen zu vergleichen.

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Doku: Die Erdzerstörer

Lesedauer: < 1 Minute

Der Sender ARTE hat genug Reputation, als das er auf meine „Werbung“ angewiesen wäre, deswegen eher ausnahmsweise ein Hinweis auf eine wirklich gute Doku, die ich vor einer Weile gesehen habe und weiter empfehle. Sie sollte Lehrmaterial für die Schule werden, denn darin ist genug Diskussionsgrundlage enthalten, um das Bewusstsein von Menschen in einem emanzipatorischen Sinne zu bilden. Sehr sinnvoll ist die historische Herangehensweise und der nicht-moralische Tonfall.

Nein, „wir“ „sitzen nicht alle im selben Boot“, sondern von Ausbeutung, Unterdrückung, Entfremdung sind Menschen sehr unterschiedlich betroffen – und es gibt soziale Klassen, die davon profitieren, was benannt und skandalisiert werden muss. Dennoch haben wir es bei Staat und Kapitalismus mit einem Gesellschaftssystem zu tun, dass die Lebensgrundlage von Menschen und anderen Lebewesen systematisch selbst untergräbt und letztendlich zur Selbstvernichtung der Menschheit führen wird.

Wie darauf reagiert werden kann, darüber gehen die Ansichten weit auseinander. Wichtig ist allerdings, erst mal die Grundprobleme zu erfassen und in einen Zusammenhang stellen zu können. Dass ist keine Frage von besonderer Intelligenz, sondern dessen, was uns vermittelt wird, wie wir denken und welche ethischen Werte wir erlernen.

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Wer sich dem Thema neu annähern, der sei auch die vierteilige Arte-Doku zum Kapitalismus empfohlen. Auch sie ist als Lehrmaterial zu verstehen, was es zu verbreiten gilt:

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