Be the Media: Indymedia-Archiv

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Bekanntermaßen wurde linksunten.indymedia im Nachgang der Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg im Sommer 2017 verboten. Die Proteste lieferten in Form der medial erzeugten Stimmung die Grundlage dafür, den konstruierten Verein um diese damals wichtigste Plattform für selbstorganisierte emanzipatorische Bewegungen stillzulegen. Aber: Zumindest das Archiv ist weiter vorhanden. Gerade aufgrund der Tatsache, dass Meinungsfreiheit keine Selbstverständlichkeit ist und nicht einfach gewährt wird, sondern verteidigt werden muss, solltet ihr es euch runterziehen, wenn ihr es noch nicht habt. Denn die Geschichte sozialer Bewegungen geht viel zu schnell verloren und damit sowohl die Erfahrungen in verschiedenen Kämpfen, als auch das Wissen, um die meist wenig sichtbare Aktivität von Genoss*innen…

https://linksunten.indymedia.org/

Online-Tagung: Krise der Nationalstaaten – anarchistische Antworten?

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Tagung: Krise der Nationalstaaten –anarchistische Antworten?

Zeit: Freitag, 19.03. bis Sonntag 21.03.2021

Die Tagung findet online statt.

Mal eine interessante akademische Tagung mit einigen spannenden Beiträgen. Zum Einstieg dazu ein auf der Tagungs-Seite verlinktes Interview mit Ilija Trojanow zu Spätkapitalismus und anarchistischem Denken.

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Hintergrund

Nationalstaatliche Arrangements gelten in vielen Ansätzen als selbstverständliche Voraussetzungen gesellschaftlichen Zusammenlebens in größeren Gruppen. Dass die Welt vorrangig aufgeteilt ist in einzelne territorial definierte Nationalstaaten und solche, die es noch werden wollen (Nuristan, Katalonien, Baskenland, als Ausnahme sind Kurden erwähnenswert, die aktuell dabei sind Lösungen jenseits eines klassischen Nationalstaats zu suchen) scheint unhintergehbar. Dem Nationalstaat wird –jenseits ihrer kontroversen Legitimations-und Definitionsdimensionen –ganz prinzipiell als einziger Institution zugetraut, allen Menschen Grundrechte, das heißt in nationalstaatliche Dimensionen transformierte Menschenrechte, zu garantieren und zu gewährleisten, die ohne ihn nicht denkbar zu sein scheinen.Gleichzeitig ist eine Krise nationalstaatlicher Regulation lange beobachtbar und die Sichtweise von Nationalstaaten als Garanten eines Maximums an Grundrechten für alle (Staats-)Bürgerinnen und Bürger schon seit Jahrzehnten (wenn nicht seit Jahrhunderten) stark umstritten. Empirisch lässt sich diese Krise festmachen an der ungeheuren Anzahl inter-und innerstaatlicher bewaffneter Konflikte, an der Krise der europäischen, nord-und lateinamerikanischen und asiatischen Wohlfahrtsstaaten oder an einer kontinuierlichen nationalstaatlicher Verletzung völkerrechtlicher Errungenschaften seit dem Zweiten Weltkrieg. Und ob die Gräuel zweier Weltkriege ohne nationalstaatliche Organisationsform möglich gewesen wären, darf stark bezweifelt werden.In theoretischer Perspektive lassen sich ebenfalls eine ganze Reihe von plausiblen Argumenten gegen den Nationalstaat finden –zunächst wird in historischer Dimension reklamiert, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass der Nationalstaat mit seinen traditionellen Dilemmata (vgl. hierzu Claus Offe, Jürgen Habermas oder Wolfgang Streeck) in Hinblick auf menschlichen Fortschritt die letzte Antwort sein soll. Darüber hinaus wird aus ethnologischer und sozial-anthropologischer Perspektive darauf hingewiesen, dass es historisch und gegenwärtig andere gesellschaftliche Arrangements –auch von großen sozialen Gruppen –gibt, die etwa ohne ein staatliches Gewaltmonopol, Polizei usw. auskommen (vgl. hierzu etwa die Studien von Christian Sigrist oder jüngst Hermann Amborn). In sozialkonstruktivistischer oder machttheoretischer Perspektive lässt sich die Existenz von Nationalstaaten ebenso kritisieren wie aus materialistischer und poststrukturalistischer Perspektive, die (wie etwa Joachim Hirsch, Bob Jessop oder Alex Demirović) darauf bestehen, dass Nationalstaaten nicht das freundliche Bollwerk gegenüber dem bösen Kapitalismus sind, sondern in seiner jetzigen Form integraler Bestandteil.FokusAus all diesen Gründen lässt sich vermutlich die auf Karl Kraus zurückgehende Redewendung in Anschlag bringen, dass der Nationalstaat die Krankheit ist, für deren Therapie er sich hält. Allerdings bleibt bei all der offensichtlich berechtigten Kritik an der gegenwärtigen nationalstaatlich geprägten Welt –vorausgesetzt, sozialdarwinistische und rassistische Positionen werden außen vor gelassen – eine äußerst virulente Frage offen: Wie denn sonst oder was wären denn Alternativen (gerne verbunden mit der Position: wenn Du keine Alternative anbieten kannst, darfst Du auch nicht kritisieren)? Kritik am Nationalstaat wird von dem theoretischen und praktischen Sammelbecken vonAnsätzen, die unter dem Label Anarchismus verhandelt werden, seit mindestens 150 Jahren geübt. Die geplante Tagung soll ausloten, welche theoretischen Ansätze aus dem anarchistischen Spektrum Antworten liefern auf die Frage: was ist –weltgesellschaftlich?! –jenseits des Nationalstaates denkbar und welche Voraussetzungen müssen für eine Reproduktion sinnvollerer gesellschaftlicher Verhältnisse gegeben sein. Die Tagung adressiert damit zwei zentrale Bereiche: Kritik an nationalstaatlichen Arrangements und Formen und Reproduktionsmöglichkeiten alternativer gesellschaftlicher Organisation (klein-und großräumig). Damit bleiben, zumindest in dieser ersten Tagung, zwei große Bereiche außerhalb des Fokus. Weder soll ein Überblick gegeben werden über die zum Teilgroßartigen lebenspraktischen Projekte, wie sie sich in Wohnprojekten, alternativen Konsumzirkeln, Kommunen oder der Organisation einer Gegenöffentlichkeit widerspiegeln (um nur einige zu nennen) noch soll eine Analyse dieser Projekte erfolgen. Auch soll die Frage nach dem Übergang bzw. der Transformation der aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse in eine bessere, gerechtere und menschenwürdigere Zukunft ausgeklammert werden. Ohne die Bedeutung dieser Bereiche schmälern zu wollen, geht es bei der geplanten Tagung zunächst darum zu ermessen, wie plausibel das Spektrum anarchistischer Argumente in theoretischer Hinsicht ist, um eine gehaltvolle Perspektive nationalstaatlicher Kritik zu ermöglichen.

Tagungsorganisation und Tagungsleitung:

Uwe H. Bittlingmayer (PH Freiburg) –

Thomas Stölner (Wien)

Gözde Okcu (PH Freiburg) ://www.ph-freiburg.de/soziologie/veranstaltungen.html

Be the media: autonomies.org

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autonomies.org ist ein äußerst feiner englisch-sprachiger Anarch@-Blog, auf dem eine gute Mischung relevanten Ereignissen, Analysen, Theorie-Beiträgen und historischen Erinnerungen gepostet werden. Vorallem arbeitet das Kollektiv gut mit Fotos und schafft so ein ansprechendes ästhetisches Layout ohne gleichzeitig überladen zu wirken. Ein Blick durch das Archiv lohnt sich immer.

Anarchistische Perspektive auf Covid-19

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Hier der Link zu einem Vortrag, der am 11.01. in Kassel (online) gehalten wurde. Es handelt sich hauptsächlich um eine Zusammenfassung von Disskussionen aus den letzten Monaten. Das explizit Anarchistische kommte vor allem im letzten Teil raus.

Die einzelnen Teile

(0) Fluch auf die Querschwurbler
(1) Die proklamierte Panik
(2) Der pandemische Ausnahmezustand
(3) Risiken und Nebenwirkungen staatlicher Regulierung
(4) Zu den Reaktionen der Linken
(5) Verschwörungsmythologie, konformistische Revolte und faschistische
Agitation
(6+7) Anarchistische Perspektiven und Fluchtlinien zum libertären
Sozialismus

Der Ankündigungstext

„Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind wir mit neuen Bedingungen konfrontiert, in denen wir uns zurechtfinden müssen. Mit den Maßnahmen zur Regulierung haben Nationalstaaten zugleich ihre ungeheure Macht als auch ihre Unzulänglichkeit bewiesen, die gesellschaftlichen Folgen der Pandemie effektiv zu bearbeiten. Protest gegen die Maßnahmen zur medizinischen, polizeilichen und biopolitischen Eindämmung der Pandemie wurde in der BRD überwiegend von verschwörungsmythologisch
argumentierenden Gruppierungen und faschistischen Akteuren artikuliert bzw. organisiert und auf die Straße getragen. Dagegen sollte der pandemische Ausnahmezustand auch aus anarchistischer Perspektive kritisiert werden, damit wir unsere Handlungsfähigkeit wiedergewinnen.
Schließlich sollten wir zumindest aufzeigen, wie Menschen
selbstorganisiert und für alle Gesundheitsversorgung und Sicherheit
gewährleisten können.“

und ein Link zu den Folien zum Vortrag (lassen sich gut parallel anschauen):

https://aundokassel.files.wordpress.com/2021/01/anarchistische-perspektive-auf-pandemischen-ausnahnmezustand_2-1.pdf