Sollte man Faschisten lesen?

Lesedauer: 9 Minuten

zu Alain de Benoist, Kulturrevolution von rechts

Ja okay, zugegeben: Ich habe einen Faschisten gelesen. Warum auch nicht? Wer den Feind besiegen will, muss ihn schließlich kennen. Wer den Feind besiegen will, muss erfassen, aus welcher Gesellschaftsform er hervorgeht, also seine Wurzeln bekämpfen. Es war immer so eine Sache für mich mit den Faschisten: Wie sie sich inszenieren oszilliert meist zwischen Stumpfsinn und theatralischer Lächerlichkeit. Wenn sie den Mund aufmachen, hört man oftmals das geballte Elend, was Deutschland hervorgebracht hat. Weil es Rudimente der gleichen Sprache sind, die sie von sich geben, entsteht instinktiv dann doch etwas wie Fremdscham. Doch, das trifft es eigentlich: Man schämt sich fremd und möglichst fremd, so fremd wie möglich, weil man mit diesen Leuten nichts gemein haben will, nur eben befürchtet, sich vor Leuten, die mit anderen Sprachen aufgewachsen sind, für diese Deutschen rechtfertigen zu müssen. In der Regel ist was sie schreiben endlos schlecht. Daher ja meine Arroganz und Ignoranz den Faschisten gegenüber: Ich kann sie selten Ernst nehmen. Selbstverständlich, ihre Gewaltandrohungen auf verschiedenen Ebenen – die sind ernst zu nehmen, denn sie führen täglich zu Gewalt. In diesem Land. In meiner Umgebung. Aber ernst nehmen auf einer intellektuellen Ebene kann ich sie kaum.

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Gegen den faschistischen Terror!

Lesedauer: 4 Minuten

Dieser Kundgebungsaufruf wurde von den Falken Jena verschickt.

Am 9. Oktober 2019, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, bewaffnete sich ein rechter Terrorist mit Schusswaffen und Sprengsätzen, um sich gewaltsam Zutritt in die Synagoge im hallenser Paulusviertel zu verschaffen. Sein erklärtes Ziel war es, einen Massenmord an Jüdinnen zu begehen. Die über 50 Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Synagoge befanden, versuchten sich mit Möbeln zu verbarrikadieren, um den Täter vom Eindringen abzuhalten. Als die zufällig vorbeikommende 40-jährige Jana L. den Täter auf sein Verhalten ansprach, erschoss er diese kaltblütig. Sie starb noch vor Ort an den Folgen ihrer Verletzungen. Da die Tür der Synagoge nicht nachgab, fuhr der Täter, mit der Absicht möglichst viele Migrantinnen zu ermorden, zu einem naheliegenden Döner-Imbiss. Dort erschoss er den 20-jährigen Kevin S. und verletzt bei seiner anschließenden Flucht zwei weitere Menschen schwer, bevor er endlich von Einsatzkräften festgenommen werden konnte.

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