Über das Verhältnis von Anarchie und Demokratie

Lesedauer: < 1 Minute

Ein Vortrag, den Markus Lundström auf der Anarchist Studies Conference gehalten hat. Eine Darstellung der Kerngedanken seiner Buches The Impossible Argument. An Anarchist Critique of Radical Democracy (2018).

Mit Klick auf das Video erklärst Du Dich einverstanden, dass eine Verbindung zum YouTube-Server hergestellt wird, in deren Folge u.a. auch Analyse-Cookies übertragen werden. Weitere Infos hier.

Anarchistische Demokratiekritik

Lesedauer: 14 Minuten

Originaltitel: Immer wieder notwendig: Anarchistische Demokratiekritik

– Eine Besprechung von From Democracy to Freedom. Der Unterschied zwischen Regierung und Selbstbestimmung (CrimethInc, bei Unrast 2018).

zuerst veröffentlicht in: Gai Dao #104, September 2019

von: Jonathan Eibisch

Zum aktuellen Buch von CrimethInc, dass 2018 auf deutsch erschienen ist, gab es zwar schon erste Lesungen des Übersetzungskollektivs.1 Eine ausführlichere Darstellung des Buches lohnt sich dennoch, weil die Grundproblematiken die darin behandelt werden immer wieder auftreten. Auch in anarchistischen Zusammenhängen bestehen unterschiedliche Ansichten in Hinblick auf den Nutzen etwa von „direkter Demokratie“. Nur wenige Vorstellungen, Interpretationen und Praktiken sind verbreitet, die der Falle des Politikmachens entgehen ohne gleichzeitig post-politisch oder „unpolitisch“ zu werden, das heißt die Vorstellung und Hoffnung aufzugeben, dass wir die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend verändern sollten und dies auch können.

„Anarchistische Demokratiekritik“ weiterlesen

Das Verhältnis von Anarchie und Demokratie neu aufgerollt

Lesedauer: 7 Minuten

Rezension zu Anarchist Critique of Radical Democracy (Markus Lundström, April 2018)

zuerst veröffentlicht in: Gai Dao #91, Juli 2018

von Jonathan Eibisch

Die Leser*innen dieses Artikels werden geteilter Meinung sein, wie sich das Verhältnis von Anarchie und Demokratie gestaltet. Handelt es sich bei Demokratie um ein Übergangsstadium zur Anarchie, welche ihre radikalisierte, vollendete Form darstellt – wie es schon der erste anarchistische Theoretiker William Godwin beschrieb – oder schließen sich beide grundsätzlich aus, weil Demokratie nun einmal Herrschaft (des Volkes) bedeutet und sich Anarchist*innen gegen jegliche Form von ihr richten?

Markus Lundström, der augenscheinlich gut in der Community englischsprachiger anarchistischer Wissenschaftler*innen vernetzt ist, behandelt diese spannende alte Frage der anarchistischen Bewegung in seinem kürzlich erschienenen Buch neu. Mit theoretischen Begriffen die Jacques Rancière in Der Hass der Demokratie (2005/2011) entfaltet, will Lundström dabei den grundsätzlichen Antagonismus zwischen Regierenden und Regierten beleuchten – Eine Beschreibung gesellschaftlicher Teilung mit der Marxist*innen ihre Probleme hätten, die an anarchistische Theorien allerdings sehr sinnvoll anknüpft. Dieser Terminologie nach übersteige das demokratische Leben die Form des demokratischen Staates, was zu einem demokratischen Konflikt und zur Infragestellung staatlicher Herrschaft anhand des grundsätzlichen Antagonismus führe. Diese radikal-demokratische Konzeption erfreut sich bei vielen Anarchist*innen, die sich mit Theoriekram beschäftigen oder Studierenden, die sich als links-libertär verstehen, großer Beliebtheit, scheint sie doch fast das Radikalste zu sein, was derzeit innerhalb der (akademischen) politischen Theorie formuliert werden kann. Insofern ist es naheliegend, dass auch Lundström auf sie zurückgreift und sich damit in der anarchistischen Tradition anschaut, wie das Verhältnis zwischen Anarchie und Demokratie beschrieben wurde.

„Das Verhältnis von Anarchie und Demokratie neu aufgerollt“ weiterlesen