Eingesandter Text zur Kritik an staatlicher Pandemiebearbeitung

Lesedauer: 16 Minuten

Die Gruppe Autonomie und Solidarität hat mich angefragt, ob ich einen weiteren ihrer Texte veröffentliche. Darüber habe ich mich gefreut, doch es gab auch ein paar inhaltliche Differenzen bzw. solche in der Perspektive auf die Dinge. Wie aber damit korrekt umgehen? Ich denke es ist wichtig, Kontroversen zuzulassen. Ich denke aber auch, es ist wichtig, selbst klar Position zu beziehen. Dies bildet sich dann auch in der Sprache ab. Es bringt aber nicht, dabei kleinlich einzelne Aussagen und Formulierungen zu sezieren und zu kritisieren. Allem voran sollte der Wunsch und Versuch stehen, einander zu verstehen. Um dann beurteilen zu können, wie nah oder fern die jeweiligen Positionen sind. Nun ja, dies führt zu einem Dilemma, für das es keine gute Lösung gibt.

(lizenzfrei gefunden)

Ich habe mich für einige Anmerkungen unter dem Text Anarchistische Kritik an Wissenschaft(en) und staatlichen Narrativen in der Corona-Pandemie entschieden. Wer möchte kann mir gern weitere eigene Texte zukommen lassen.

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Strategiemanifest – Klimagerechtigkeitsrevolution

Lesedauer: 10 Minuten

Zur Dokumentation und als Debattenanstoß veröffentliche ich hier ein auf Indymedia gefundenen Text. (Mit einer Textanalyse kommt man schnell zum Ergebnis, dass er nicht von mir stammen kann, also spart euch die Mühe 😉

Im anarchistisch ausgerichteten Appell wird zu formulieren versucht, was im Anarchismus selten thematisiert wird: Eine Strategie und ein Programm, also ein Manifest. Meiner Lesart nach also „politische“ Seiten des Anarchismus. Das ist erst mal interessant. Beides zusammen Strategie und Manifest als „Strategiemanifest“ ist dann schon ein ziemlich großes Vorhaben, sicherlich. Aber das macht das Anliegen nicht schlechter, sozial-revolutionäre Perspektiven auf soziale Bewegungen und Gesellschaftstransformation zu entwickeln. Ja, das ist etwas anderes als postautonome Kampagnenpolitik. Nein, mit der Aufforderung zu direkter Aktion geht es nicht primär um eine Befürwortung von Gewaltanwendung – sondern vor allem um die Verschiebung der Perspektive.

Und das ist wichtig, denn linke Kampaganenpolitik ist kein Wert für sich genommen und nie davor gefeit trotz radikaler Rhetorik lediglich außerparlamentarischen Druck zu erzeugen, anstatt autonome Selbstorganisation zu fördern. Dahingehend werden im Text meines Erachtens nach wichtige Punkte aufgemacht. Beispielsweise damit, dass es sich in Distanz zur bestehenden Herrschaftsordnung zu verstehen und zu organisieren gilt.

Darin findet sich allerdings das Paradox der (Anti-)Politik. Denn ging es eben ganz politisch zu, klingt hintergründig ein starker Appell an unsere Haltung an. Das wäre eine anti-politische ethische Angelegenheit. Genauso legitim ist der Verweist auf eine utopische Dimension, welche ja keine völlig andere „befreite Gesellschaft“ meint, sondern die stets mitlaufende Vorstellung und Erfahrung, dass die Dinge ganz anders sein können. Ethik und Utopie richten sich nicht danach, was im politischen Sinne „machbar“ und „realistisch“ ist. Sie sind genauso Realität, aber eine der zur Politik gegensätzlichen Sphären.

Aufgrund der daraus hervorgehenden Irritation ist der Text meiner Ansicht nach eine lohnenswerte Diskussionsgrundlage.

Strategiemanifest – Aus der Sackgasse im strategischen Labyrinth zur Revolution

erschienen am: 22.04.2022

https://de.indymedia.org/node/185460

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Mit dem Syndikalismus gegen den Syndikalismus?

Lesedauer: 6 Minuten

Inzwischen kam ich dazu die ersten drei veröffentlichten Teile des Textes Skizze eines konstruktiven Sozialismus von Holger Marcks ganz zu lesen. Da er auf der Homepage der Föderation der FAU erschienen ist und es aktuell kaum andere ausführliche Beiträge aus anarcho-syndikalistischer Richtung gibt wirkt er wie ein Grundlagentext, welcher von FAU-Mitgliedern möglichst gelesen werden sollte. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang jedoch noch mindestens die Schrift von Torsten Bewernitz Syndikalismus und neue Klassenpolitik. Eine Streitschrift.

übernommen von: https://www.fau.org/materialien

Leider habe ich gerade nicht die Zeit und die Muße eine ausführlichere Besprechung von Holger Marcks Text zu leisten, möchte aber dennoch ein paar Eindrücke und Kritikpunkte benennen. Doch zunächst zur Form: Der Text besteht aus den Teilen (1) Syndikalistische Transformationspolitik: Die Vermittlung zwischen Realität und Utopie, (2) Multiple Gewerkschaften als Unterbau: Erste Bausteine der Gegenmacht und (3) Grundlagen der Konstruktion: Das Gefüge transformatorischer Organisation. Im bisher noch nicht veröffentlichten vierten Teil soll es dann um programmatische Konsequenzen aus den mikropolitischen Erfahrungen und die utopische Vision gehen.

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