Für die Abschaffung der Übel

Lesedauer: 4 Minuten

zuerst veröffentlicht auf: kritisch-lesen.de

Zugegeben, vielleicht etwas übertrieben, gleich zwei Rezensionen zur selben Publikation zu verfassen. Aber ich dachte, wenn ich einmal dabei bin, warum nicht…

Ein aktueller Sammelband über Antirassismus, Gefängnisabschaffung, Polizeikritik und transformative Gerechtigkeit stößt eine wichtige Debatte im deutschsprachigen Raum an.

Mit insgesamt 21 Beiträgen importieren die kritischen Sozialwissenschaftler*innen Vanessa E. Thompson und Daniel Loick eine wichtige, vor allem in der US-amerikanischen Bewegungslinken geführte Debatte in den deutschsprachigen Kontext. Dabei wechseln sich ausführliche Theoriebeiträge (z.B. von Andrew Dilts, Alex S. Vitale, Allegra M. McLeod) mit knapperen Statements von abolitionistischen Aktivist*innen (z.B. von Angela Davis, Victoria Law, Ruth Wilson Gilmore) ab, um eine bewegungsnahe Theoriebildung mit eindeutigen Positionen zu skizzieren. Mit der intersektionalen Perspektive auf nicht-reformistische Reformen wird zudem intensiv ein zeitgemäßes Transformationskonzept thematisiert, mit welchem die Abschaffung repressiver staatlicher Instanzen und die Stärkung selbstorganisierter Communities verfolgt wird. Diese ist mit einer grundlegenden Kritik an einem Gesellschaftssystem verbunden, welches Gefängnisse hervorbringt und nötig hat. Wer Zweifel über die Sinnhaftigkeit der Abschaffung von Polizei und gefängnis-industriellem Komplex hat, sollte sich durch die informierte Argumentation der Verfechter*innen des Abolitionismus eines Besseren belehren lassen.

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Schwarze Anarchist:innen

Lesedauer: 7 Minuten

veröffentlicht auf schwarzerpfeil.de

Wie Schwarze Anarchist:innen die Protestbewegung am Leben erhalten

Wie Schwarze Anarchist:innen die Protestbewegung am Leben erhalten

Veröffentlicht am

Deutsche Übersetzung eines Mic-Artikels von Vanessa Taylor

Mit einer Reihe von Aufständen, die die Vereinigten Staaten erfasst haben, hat Präsident Trump seine Verachtung für die Demonstrierenden nicht verheimlicht. Abgesehen von seinen Drohungen gegenüber den Demonstrierenden in Minneapolis und fragwürdigen Exekutivbefehlen, hat Trump seinen Zorn immer wieder auf eine bestimmte Gruppe gerichtet: „Anarchist:innen“. Trumps ständiges Beschwören von Anarchist:innen, um alle Demonstrierende allgemein zu beschreiben, ist ein kalkulierter Versuch, laufende Kämpfe zu delegitimieren – so viel kann man deutlich in einem von Trumps Tweets von Anfang dieser Woche sehen, wo er schrieb, dass die Demonstrierenden in Portland und Seattle „eigentlich … kranke und gestörte Anarchist:innen und Agitator:innen“ waren.

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Anarchistisches Interview zur Black Lives Matter-Rebellion

Lesedauer: 12 Minuten

Ein wie ich finde sehr spannendes Interview, welches ich von barrikade.info spiegele.

Deutsche Übersetzung eines Interviews, welches im August 2020 von anarchistischen Gefährt*innen aus Italien mit Flower Bomb aus den USA geführt wurde.

Um den Leser*innen in Italien den Einstieg zu erleichtern, bitten wir euch, uns eine kurze historische Kontextualisierung der antirassistischen, von Rassismus Betroffenen geführten Protestbewegungen der letzten Jahre in den USA zu geben. Wie kam es zur Black Lives Matter-Bewegung (BLM) und wie brach die Situation in die aktuellen Protesten nach den Aufständen in Ferguson, Baltimore usw. aus?

Der historische Kontext der BLM-Bewegung ist sehr lang und komplex. Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung als anarchist of color sprechen, aber meine racial identity sollte nicht repräsentativ für andere anarchists of color sein. Wir (anarchists of color) teilen unterschiedliche, einzigartige Erfahrungen, die uns zu unterschiedlichen Vorstellungen davon führen können und geführt haben, wie Freiheit aussieht.

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Schwierigkeiten und Widersprüche antirassistischer Arbeit

Lesedauer: 9 Minuten

Originaltitel: Schwierigkeiten und Widersprüche antirassistischer Arbeit und bei der Unterstützung Geflüchteter am Beispiel der Gruppe yalla-connect bei der Landeserstaufnahmestelle in Eisenberg/Jena

zuerst veröffentlicht in: Lirabelle #9 / Juni 2015

Der Artikel wurde aus einem gekürzten Interview mit Abdo und Gerd von Jens Störfried in Textform übertragen.

Vor mittlerweile einem halben Jahr hat sich eine Gruppe von Studierenden zusammengefunden, um sich mit der Situation in der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge (LAST) in Eisenberg auseinander zu setzen und die Geflüchteten praktisch zu unterstützen. Gemeinsam mit organisierten Geflüchteten aus Eisenberg wurde das Projekt yalla-connect ins Leben gerufen, welches zum Ziel hat, die Situation in der LAST öffentlich zu thematisieren und die unmenschlichen Zustände dort grundlegend zu verändern. An dieser Stelle sollen nicht die Veröffentlichungen der Initiative vorgestellt werden, doch seien diese als Hintergrund empfohlen.

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