Not yet that hot – subjektive Eindrücke vom Sozialprotest

Lesedauer: 3 Minuten

Es sieht so aus, als gäbe es in den nächsten Monaten noch mehr Gelegenheit über die möglicherweise kommende Welle von Sozialprotesten zu berichten und die eigenen schlauen Spezialgedanken dazu zu äußern. Darüber gilt es sich auch weiter auszutauschen… Deswegen an dieser Stelle wirklich nur wenige subjektive Eindrücke meinerseits.

Den antiautoritären Block zu finden war zunächst nicht so schwierig, da ich rechtzeitig ankam. Dabei streifte ich auch die erschreckend große Kundgebung der Freien Sachsen, welche ihren Protest früher gestartet hatten: Doch heute standen Rechtspopulisten und Faschisten nicht in meinem Fokus. Für wichtiger hielt ich es, mir einen Überblick zu verschaffen, wie von unserem Lager aus Positionen formuliert und vorgetragen werden können.

Und es ist klar, dass es bei so einem linken Massenauflauf dabei nicht primär um die Überzeugungskraft eigener Inhalte geht (welche im Übrigen durchaus auch noch weiter zu entwickeln sind), sondern darum, überhaupt präsent zu sein. So hatte ich das Ganze jedenfalls verstanden: Erst mal zeigen, dass wir da sind, so als nette Anarchist*innen und Autonome von nebenan.

Auf jeden Fall begegnete ich einigen wirren Leuten und stellte fest, dass ich einfach sehr lange nicht mehr bei einem linken Massenevent war – aus Gründen. Neben SDS, Linksjugend, Roter Wende, Revolution, DKP und anderen, fanden sich dann auch unsere Leute zusammen. Das Netzwerk Leipzig nimmt Platz hatte parallel dazu aufgerufen, sich den Nazis in spe entgegen zu stellen.

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Heißer Herbst – Wir sind dabei

Lesedauer: 4 Minuten

Antiautoritärer Aufruf sich an den sozialen Protesten gegen die Preissteigerungen in Leipzig zu beteiligen. Kommt am 5.9. zur Demo am Augustusplatz!

Diesen Aufruf habe ich auf Indymedia gefunden und teile ihn zur Dokumentation und weil ich die Stoßrichtung gut finde.

übernommen von der Mobi in sozialen Medien

Die letzten Tage des Monats ist das Geld grade immer alle. Bei jedem von uns. Es ist verdammt bedrückend wenn wir abends nicht mit unseren Freund*innen Bier trinken gehen können, weil wir uns nicht schon wieder was leihen wollen. Wenn der Sportverein gekündigt wird weil die Waschmaschine kaputt gegangen ist. Die Miete steigt vertraglich jedes Jahr aber Hartz4-Satzerhöhung oder der neue Mindestlohn reichen nicht mal um die Inflation auszugleichen. Wir sitzen alle alleine in unseren Wohnungen und fürchten uns vor dem Nebenkostenbescheid im Frühjahr. Diese dauernde Armut macht wütend.An vielen Orten der Welt ist es schon am brodeln. Auch wir können dass hier schon spüren oder zumindest haben wir das Gefühl bald zu explodieren und warten nur noch gespannt darauf, dass es losgeht. Die soziale Spannung ist da. Im Konflikt zwischen Politik/Wirtschaft und den Menschen, die den Scheiß nicht mehr bezahlen wollen, wissen wir welcher Seite unsere Solidarität gilt, auch in Sachsen mit der hier vorherrschenden Rechten Hegemonie.

Solidarität heißt für uns nicht Vereinzelung, heißt nicht Befrieden sozialer Gegensätze. Solidarität heißt für uns Gegenseitige Hilfe, und zusammenstehen gegen Krisen und Unterdrückung.

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Gedanken zum anarchistischen ersten Mai

Lesedauer: 4 Minuten

In diesem Jahr fanden drei größere anarchistische Demonstrationen in der BRD statt und zwar in Dortmund mit etwa 1000 und in Hamburg und Leipzig mit je über 600 Teilnehmenden. Während es in Dortmund seit 2015 eine Demo zum ersten Mai gibt, wurde an diese Tradition in Hamburg erst vor vier Jahren und in diesem Jahr in Leipzig zum ersten Mal angeknüpft. Darüber hinaus wurden weitere Zusammenkünfte in anderen Städten wiederholt wie die anarchistische Kundgebung zum ersten Mai in Dresden oder der autonome erste Mai in Wuppertal. Auch in Münster oder Stuttgart versammelten sich Anarchist*innen, um ihre Anliegen auf die Straße zu tragen. Während diese stark von Mitgliedern der FAU getragen wurden, beteiligte sich das Leipziger Syndikat explizit nicht an den anarchistischen Tagen oder offiziell an der Demo. Auch der „autonome“ Charakter der Demo in Hamburg unterschied sich von dem einer Jugendbewegung in Dortmund. Den Preis für das kreativste Motto gewann sicherlich Hamburg mit dem Slogan „Verboten gut – Anarchismus in die Offensive“. Was Leipzig angeht war das Motto „Heraus zum anarchistischen ersten Mai“ sicherlich ein gutes Kick-off. Und „Für ein Zukunft ohne Krisen“ ist sicherlich ein guter, umfassender Anspruch, der in Dortmund formuliert wurde.

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Ausbeutung bei Domino’s Pizza

Lesedauer: < 1 Minute

Das Ergebnis eines selbstorganisierten Arbeitskampfes lässt sich sehen….

MDR Investigativ hat eine ansprechende und auf den Punkt gebracht Doku herausgebracht…

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“Sell more Pizza – have more fun”. Das ist das Motto von Domino’s, dem weltweit größten Pizzalieferdienst. Erfolgreiche Franchisepartner bekommen eine Rolex geschenkt, die Fahrer und Pizzabäcker berichten dagegen von illegalen Tonaufnahmen, fragwürdigen Arbeitsverträgen und Trinkgeldabgaben. Unsere Reporter Leon Grüninger und Lukas Meya bewerben sich selbst als Fahrer und Franchisepartner und zeigen, wie es hinter den Kulissen von Domino’s Pizza aussieht. Bei den Recherchen lernen sie Aaron kennen. Der Pizzafahrer arbeitet seit zwei Jahren für Domino’s in Leipzig. Im Mai 2021 wendet er sich mit einer Unterschriftenliste an die Geschäftsführung des Leipziger Franchisepartners. Er und seine Kollegen wollen ihr Recht auf kostenlose Corona-Schnelltests am Arbeitsplatz durchsetzen. Zwei Tage später erhält er per Post seine Kündigung. Aaron lässt das nicht auf sich sitzen. exactly will wissen: Wie wichtig sind dem größten Pizzalieferdienst der Welt die eigenen Angestellten? Wer trägt welche Verantwortung im Franchise-Modell? Dazu lassen die Reporter Arbeitsverträge analysieren, liefern selbst Pizzen aus und begleiten Aaron bei seinen Protesten gegen den eigenen Arbeitgeber.

Autoren: Leon Grüninger, Lukas Meya Kamera: Daniel Berg, Alexander Hodam, Lars Langer, Leon Grüninger, Lukas Meya, Schnitt: Tobias Hohensee, Tim Fischer, Philipp Remberg, Thomas Hansen Grafik: Mathias Eimann Produktion: Dana Hilpert, Tina Hohensee Redaktionsassistenz: Kristin Jaeger Produktionsleitung: Frank Seidel Redaktion: Anja Riediger

Lützerath als rote Linie für 1,5°

Lesedauer: < 1 Minute

Die große Ende Gelände Aktion in Lützerath ist wieder vorbei, dass Dorf aber weiterhin vom Abriss bedroht. Irgendwo muss die Grenze für 1,5° anthropogene Erderwärmung gezogen werden. Deshalb ist es sinnvoll, sich auf Symbole des Widerstands zu beziehen.

Daher möchte ich diesen Brennpunkt hier zumindest zur Dokumentation festhalten. In der Rede der Aktivist*innen des Videos von Greenpeace (letztere durchaus nicht meine Freund*innen) kommen die eindeutig anarchistischen Inhalte zum Ausdruck, welche gleichermaßen an eine lange Tradition anschließen, wie auch ganz zeitgemäß sind. Beeindruckend ist, wenn Menschen beschließen, aus ihrem Alltagsleben auszutreten und sich eine Zeit ihres Lebens ganz einem Leben im Widerstand widmen. Zu beachten und auszubauen ist aber auch das (oft unspektakuläre) alltäglich widerständige Leben, welches potenziell viele Personen führen können.

Dennoch ist hierbei klar, dass es mehr Menschen braucht, die aktiv rebellieren müssten, um sozial-revolutionäre Ziele voranzubringen. Sogenannter „Aktivismus“ kann und darf nicht das Business spezialisierter Protest-Profies sein und bleiben, sondern ist unbedingt zu verallgemeinern. Es bringt nichts, sich zur Speerspitze einer grünen Transformation des Kapitalismus machen zu lassen. Die Lösung dafür kann nicht sein, Protest als Event darzustellen oder Protestierende in einer instrumentellen politischen Logik in Massenaktionen zu verheizen.

Alles in allem scheint in den Aussagen der Aktivist*innen dahingehend ein anderer Umgang mit sich selbst und der Welt durch – der Wunsch nach einem ethischen Leben in Würde, die Sehnsucht nach einer grundlegend anderen Gesellschaftsform. Die dort entstehende Form von Kampf-Solidarität ist die Basis für eine Verbindung verschiedener Kämpfe und sozialer Gruppen und mit ihr die Basis für die Sprengung von Systemgrenzen.

http://luetzerathlebt.info/

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Tag der deutschen Spaltung

Lesedauer: 2 Minuten

Am 3. Oktober 2021 finden in Halle (Saale) die bundesweiten Feierlichkeiten anlässlich des “Tags der deutschen Einheit” statt. Es werden die Repräsentantinnen und Repräsentanten von Staat und Politik erwartet, darunter Bundeskanzlerin und Bundespräsident. Bundesweit mobilisiert die extreme Rechte nun nach Halle. Festakt und politische Prominenz sollen die Kulisse für eine Machtdemonstration von rechts werden, wie vor einem Jahr bei den “Querdenken”-Protesten vor dem Deutschen Bundestag, bei denen es zum Versuch kam, das Reichstagsgebäude zu erstürmen. Die extreme Rechte setzt dabei nicht auf eine angemeldete Kundgebung oder eine große Demonstration, stattdessen mobilisieren zahlreiche Gruppierungen und Personen bei Telegram und über andere Plattformen ihre Anhängerinnen und Anhänger dazu, nach Halle (Saale) zu reisen. Dort sollen sie sich vermeintlich spontan versammeln. Bisher ist schwer einzuschätzen, ob den vielen Aufrufen nur einige Hundert oder wie in der Vergangenheit mehrere Tausende folgen werden.

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Ein Beitrag zur FAU bei MDR exakt

Lesedauer: < 1 Minute

Nun ja, wie’s so ist… der Beitrag könnte natürlich noch weiter gehen. Im Rahmen der Möglichkeiten wurde von den Produzierenden aber schon einiges ausgeschöpft. Die getroffenen Aussagen sind so weit korrekt und lösen möglicherweise bei der einen oder anderen Bürgerin etwas Nachdenken aus.

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Satanismus als subversive anti-politische Aktionsform?

Lesedauer: 2 Minuten

In meiner Suche nach Aktionsformen, Stile und Symboliken, an denen Figuren der Anti-Politik veranschaulicht werden können, komme ich naheliegenderweise auch beim Satanismus heraus. Nicht bei irgendwelchem abgedrehten Leuten, die Satan für ein physisches Wesen halten (obwohl ihnen das selbstverständlich nicht zu verbieten wäre), sondern beim politischen Satanismus, der sich gegen die Agenda der christlich-fundamentalistischen Rechten in den USA formierte. Unten finden sich einige Videos von Vice, welche The Satanic Temple interviewen und ihre Aktionen einfangen.

Daraus geht ziemlich klar hervor, dass dieser Satanismus zweifellos als Provokation angelegt ist, jedoch ein berechtigtes Aufbegehren gegen die Ungleichbehandlung von religiösen Vorstellungen darstellt. Hierbei geht es dann auch um handfeste politische Themen, wie das Recht auf Schwangerschaftsabbruch. Im Grunde genommen hat Satan vor allem deswegen Macht, weil Christen an ihn glauben, nicht Satanist*innen. Zumindest dem TST geht es dabei um eine zutiefst humanistische Auslegung des Satanismus mit dem sich die Dominanz christlicher und darin auch fundamentalistischer Gruppierungen angreifen lässt. Genauer wird dies an der Forderung deutlich, vor dem Kongressgebäude in Arkansas eine Statue von Baphomet aufstellen zu lassen, um die Selbstverständlichkeit anzufechten, mit welcher ein Monument mit den Zehn Geboten auf diesem Grund steht.

Dieses Konterkarieren von herrschaftlichen Symboliken, aus einem asymmetrischen Machtverhältnis heraus, scheint eine eminent anarchistische Handlungsweise zu sein. Werfen wir beispielsweise einen Blick in Bakunins Gott und der Staat von 1871, findet sich darin ganz zu Beginn folgende Passage:

„Jehova, von allen Göttern […] [der] Freiheit feindlichste, schuf Adam und Eva aus man weiß nicht was für einer Laune heraus, ohne Zweifel, um seine Langeweile zu vertreiben, die bei seiner ewigen egoistischen Einsamkeit schrecklich sein muss, oder um sich neue Sklaven zu schaffen […] Aber da kam Satan, der ewige Rebell, der erste Freidenker und Weltenbefreier. Er bewirkte, dass der Mensch sich seiner tierischen Unwissenheit und Unterwürfigkeit schämte; er befreit ihn und drückt seiner Stirn das Siegel der Freiheit und Menschlichkeit auf.“

Michael Bakunin, Gott und der Staat, in: Gesammelte Werke (Max Nettlau Hrsg.), hier S. 94.

Der eigentliche Sinne des Schöpfungsmythos bestünde daher darin:

„Der Mensch hat sich befreit, er hat sich von der tierischen Natur getrennt un sich als Mensch gebildet; er begann seine Geschichte und seine eigentlich menschliche Entwicklung mit einem Akt des Ungehorsams und der Erkenntnis, das heißt mit der Empörung und dem Denken.“

Ebd. S. 95.

Statt einfach nur gegen Religion zu pöbeln, bedient sich Bakunin hier selbst des religiösen Mythos, um seine Interpretation in eine der herrschenden Vorstellungswelt widersprechenden Weise auszulegen. Er greift das Christentum also immanent an – und dies wie der TST in einem klar humanistischen Sinne. Die Empörung, der Ungehorsam ist der erste Akt, welcher den Menschen von seiner „tierischen Natur“, also auch von seiner Abhängigkeit von metaphysischen Imaginationen befreit und damit eigentlich zum Mensch werden lässt, der seine eigene Geschichte gestalten, sich also selbst bestimmen kann. (Die Metapher lässt sich kollektiv als auch individuell auslegen.) Eine schöne Sache also, in derem Zusammenhang der anti-politische Move des TST diskutiert werden könnte…

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Subversion, Satire und Performanz: Front deutscher Äpfel

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Zwischen 2004 und 2013 bestand die „Front deutscher Äpfel“ als performative Aktionsform mit dem Anspruch „Satire als angewandten Punkrock“ unter das Volk zu bringen. Im „Buch zur Bewegung“ (Max Upravitelev (Hrsg), 2014) wurden Gespräche, Aktionen und Debatten über die Verbindung von Politik und Kunst und Satire und Intervention festgehalten. Ziel der FdÄ war, neue und alte Nazis zu diskreditieren, indem Ästhetik und Sprache aus Hitler-Deutschland persifliert wurden. Sie können „gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontativ mit Humor“ (S. 5) begegnen.

Auch wenn die Hochzeiten des organisierten „nationalen Obstbestands“ schon wieder etliche Jahre her sind, lohnt es sich, ihn in Erinnerung zu behalten. Eine Frage, welche mich in diesem Zusammenhang beschäftigt, ist, ob sie als Variante anarchistischer (Anti-)Politik zu verstehen ist. Dafür spricht ihre Selbstorganisation und ihre Distanz zur Politik, in welcher Kritik zum Ausdruck kommt, welche weit über jene an Nazis hinaus geht. Aktuell tendiere ich allerdings eher dazu, dies zu verneinen. Immerhin strebte die Apfelfront nicht an, eine Vision mitzugestalten, wie eine andere Gesellschaft aussehen könnte. Zudem ist ihr Ansatz nicht als sozial-revolutionär zu charakterisieren, sondern bleibt im Primat auf Satire dabei, den Feind zu diskreditieren – sich damit aber auch an diesem negativ zu orientieren. Gleichwohl kann der Aktionsform der Front deutscher Äpfel viel abgewonnen werden: Mit ihren performativen Inszenierungen kann sie potenziell selbstbestimmt, ermächtigend, konfrontativ und emanzipatorisch sein. Letzteres nicht zuletzt,weil mit ihr auch die eigenen psychischen Tendenzen des Autoritarismus und der Unterwerfung bearbeitet werden können.

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Die Zapatistas bereisen Europa

Lesedauer: 6 Minuten

Der Sommer 2021 wird heiß und anstreckend

Wir sind Zapatist*innen

Träger*innen des Virus des Widerstandes und der Rebellion
Als solche werden wir die 5 Kontinente bereisen

Eine Ankündigung (unten gespiegelt) und von ya-basta-netz.org. In der kommenden Zeit werden diesem weitere Erklärungen folgen.

Die zapatistische Bewegung

Indigene Rebell*innen in Chiapas im Süden von Mexiko fingen 1983 an, sich im Stillen zu organisieren, um 1994 einen Aufstand gegen Neoliberalismus, Kapitalismus und Rassismus zu wagen. Seitdem organisieren sie sich nach eigenen Regeln, unabhängig vom Staat.

Seit 500 Jahren widerstehen sie dem Kolonialismus, seit 27 Jahren einem Krieg niederer Intensität, der gegen sie geführt wird – auf militärischer, psychologischer, wirtschaftlicher, administrativer und medialer Ebene. 1000 mal wurden sie totgesagt – doch sie sind bis heute lebendig und rebellisch. In ihren autonomen Strukturen organisieren sie alle Lebensbereiche nach basisdemokratischen Prinzipien selbst – und die Kämpfe der Frauen* spielen darin eine zentrale Rolle.

Immer wieder haben sie weltweit Anstöße gegeben für eine Vernetzung und Verbindung der Kämpfe von links und unten. Begonnen mit mexikoweiten Treffen im Rebellengebiet und den „Intergalaktischen Treffen“ – die ein wichtiger Startschuss waren für die Anti-Globalisierungsbewegung und die Bildung von Strukturen wie People‘s Global Action oder indymedia.

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