Broschüren bei BM bestellbar!

Lesedauer: < 1 Minute

Die Textreihe „Für eine neue anarchistische Synthese, Theorie, Organisierung und Ethik“ gibt es jetzt auf black-mosquitio.org. Weil daran ohnehin niemand was verdient, biete ich sie auch weiterhin hier kostenlos an, wurde die Reihe in der Gai Dao und aktuell auf untergrundblättle.ch veröffentlicht. Dennoch ist es etwas anderes, eine klassische, schön getackerte Broschüre in den Händen halten. Sie sollte eigentlich auf keinem Büchertisch fehlen und bietet sich hervorragend als Geschenk an 😉

Was reicht, was reichhaltig und was armselig ist

Lesedauer: 5 Minuten

„Es reicht eben nicht, einmal im Jahr nach Plauen zu fahren und gegen Nazis zu demonstrieren!“ – so sagten die Stalinist*innen von der KO. Komisch, eigentlich kenne ich diese Aussage eher aus dem Kontext autonomer Antifa. Denn da ist allen klar, dass Antifaschismus weit mehr ist, als die sogenannte Feuerwehrpolitik. Die Aussage der aus der Zeit gefallenen rot-roten Ultra-Orthodoxen hat einen wahren Kern: Antifaschistischer Kampf kann nur sinnvoll gedacht werden und gelingen, wenn er in das Engagement für eine andere Gesellschaft eingebettet und daran orientiert wird. Dies ist deswegen der Fall, weil Faschismus eben nicht irgendwo vom Rand kommt, sondern in der „Mitte der Gesellschaft“ entsteht. So wie sozialistische Tendenzen gibt es auch eine faschistische Tendenz in dieser Gesellschaft.

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Aktivist und Publizist Stuart Christie gestorben

Lesedauer: 4 Minuten

Gestern, am 15.08.2020 ist Stuart Christie gestorben. Bekannt geworden ist er, weil er 1964 mit nur 18 Jahren von England nach Madrid gereist war, um den Diktator Franco umzubringen. Das Bombenattentat wurde nicht ausgeführt, weil Christie kurz zuvor vom Geheimdienst festgenommen wurde. Erst nach Francos Tod, wurde das klerikal-faschistische Spanien ab 1978 wieder schrittweise in eine Demokratie umgewandelt. Christie wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt, kam jedoch aufgrund internationalen Drucks nach 3 Jahren frei, kehrte nach Großbritannien zurück, baut einen Verlag auf und war im Anarchist Black Cross aktiv, wobei er sich weiterhin für politische Gefangene in Spanien einsetzte. Neben Büchern publizierte Christie auch etliche Filme mit libertär-sozialistischem Inhalt. Seine Autobiografie Meine Oma, General Franco und ich, erschien 2014 auf deutsch bei Edition Nautilus/Hamburg. Er hat viele Menschen inspiriert, ihnen den Respekt vor Autoritäten genommen und dazu beigetragen anarchistisches Denken und Handeln zu verbreiten.

Es folgt ein Nachruf von John Patten [Original: Kate Sharpley Library].

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Schatzkiste: Die Macht der Minderheiten (Emma Goldman)

Lesedauer: 14 Minuten

In ihre Beitrag von 1910, der unter den Titeln Minderheiten weisen den Weg und auch Die Masse publiziert worden ist, setzt sich Emma Goldman mit dem Verhältnisse von Mehrheiten und Minderheiten auseinander. Dies betrifft Politik im engeren Sinne, aber auch die Meinung in der Gesellschaft und kulturelle Fragen. Einleitend schreibt sie:

Wenn ich die Richtung, in der unsre Zeiten sich bewegen, mit einem Wort zusammenfassen soll, so sage ich: Quantität. Die Menge, der Geist der Masse herrscht allenthalben vor und zerstört die Qualität. All unser Leben – Produktion, Politik und Erziehung – beruht auf der Quantität, auf der großen Zahl. […] In der Politik zählt nichts als Quantität: Prinzipien, Ideale, Gerechtigkeit und Festigkeit sind völlig von der Menge hinweggespült worden.

Quelle: wikipedia, respektive: https://www.loc.gov/pictures/item/2014680747/
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Zur Verwendung des Begriffs „Libertärer Sozialismus“

Lesedauer: 5 Minuten

Vermutlich ist es vielen der Lesenden dieses Blogs klar, warum ich von libertärem Sozialismus als Leitmotiv für eine „andere“ Gesellschaftsform spreche und schreibe. Um Unklarheiten zu vermeiden, möchte ich dies an dieser Stelle mein Verständnis noch einmal knapp skizzieren.

Ideengeschichtliche und politisch-theoretische Verortung

In überwiegender Hinsicht sind anarchistische Bewegungen ideengeschichtlich und politisch-theoretisch als Teil des Sozialismus zu begreifen. Neben Sozialdemokratie und Parteikommunismus ist Anarchismus eine der drei sozialistischen Hauptströmungen. Dies lässt ich in Hinblick auf die geteilten ethischen Werte von Solidarität, Gleichheit und Freiheit beschreiben. Es geht jedoch ebenso aus der ideengeschichtlichen Entwicklung hervor, nach welcher Anarchist*innen sich stets zu den „freiheitlicheren“ und selbstorganisierten Konzepten hingezogen fühlten. In den politischen Auseinandersetzungen innerhalb des Sozialismus‘ entwickelten sich „antiautoritäre“ und „libertäre“ Flügel, welche schließlich zur Formierung des expliziten Anarchismus ca. zwischen 1860 und 1880 führten.

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Kraftvoller Ruf nach Selbstbestimmung

Lesedauer: < 1 Minute

„Kein Gott, kein Meister“ sang Léo Férre. Eine geballte Sehnsucht nach dem ganzen Leben mit seinen Höhen, Tiefen, Widersprüchen und Kostbarkeiten. Ganz großes Kino.

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poetische Urlaubsergüsse #1

Lesedauer: 4 Minuten

Ohne Urlaub wäre die Arbeit nur halb so schön! Ohne Urlaub für die mittleren Klassen würde der Kapitalismus zusammen brechen. Daher stand es im Corona-Sommer nicht wirklich zur Debatte, ob er gewährt werden kann, sondern nur wie. Urlaub oder Revolte hieß es. Dies war Anlass für mich genug, mal seit Jahren wieder zu versuchen, dem Geheimnis jenes Konsumguts auf meine deklassierte, bescheidene Weise, auf die Spur zu kommen. Dabei habe ich wohl einige weitere Gehirnzellen verloren, jedoch eine Erfahrung gewonnen. Um die volle Urlaubserfahrung zu genießen, wollte ich mich allerdings weniger mit der Fremde auseinandersetzen, sondern sie lediglich für meine eigene Regeneration und Inspiration konsumieren – wie man das halt so macht. Dazu gehört dann selbstverständlich auch deren Darstellung, der Bericht vom Erlebten. Herausgekommen sind unter anderem folgende Textfragmente.

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Material: Strömungen im Anarchismus

Lesedauer: 2 Minuten

Anarchismus ist in sich sehr plural. Von außen betrachtend wirkt er teilweise widerspüchlich. Ich denke, es gibt jedoch einen Zusammenhang insofern sich meiner Ansicht nach alle Anarchist*innen auf die Verwirklichung der Selbstbestimmung von Einzelnen, auf Autonomie als Organisationsprinzip und auf Theorien der Selbstorganisation beziehen.

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