Gegen den faschistischen Terror!

Lesedauer: 4 Minuten

Dieser Kundgebungsaufruf wurde von den Falken Jena verschickt.

Am 9. Oktober 2019, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, bewaffnete sich ein rechter Terrorist mit Schusswaffen und Sprengsätzen, um sich gewaltsam Zutritt in die Synagoge im hallenser Paulusviertel zu verschaffen. Sein erklärtes Ziel war es, einen Massenmord an Jüdinnen zu begehen. Die über 50 Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Synagoge befanden, versuchten sich mit Möbeln zu verbarrikadieren, um den Täter vom Eindringen abzuhalten. Als die zufällig vorbeikommende 40-jährige Jana L. den Täter auf sein Verhalten ansprach, erschoss er diese kaltblütig. Sie starb noch vor Ort an den Folgen ihrer Verletzungen. Da die Tür der Synagoge nicht nachgab, fuhr der Täter, mit der Absicht möglichst viele Migrantinnen zu ermorden, zu einem naheliegenden Döner-Imbiss. Dort erschoss er den 20-jährigen Kevin S. und verletzt bei seiner anschließenden Flucht zwei weitere Menschen schwer, bevor er endlich von Einsatzkräften festgenommen werden konnte.

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Anarchistisches Interview zur Black Lives Matter-Rebellion

Lesedauer: 12 Minuten

Ein wie ich finde sehr spannendes Interview, welches ich von barrikade.info spiegele.

Deutsche Übersetzung eines Interviews, welches im August 2020 von anarchistischen Gefährt*innen aus Italien mit Flower Bomb aus den USA geführt wurde.

Um den Leser*innen in Italien den Einstieg zu erleichtern, bitten wir euch, uns eine kurze historische Kontextualisierung der antirassistischen, von Rassismus Betroffenen geführten Protestbewegungen der letzten Jahre in den USA zu geben. Wie kam es zur Black Lives Matter-Bewegung (BLM) und wie brach die Situation in die aktuellen Protesten nach den Aufständen in Ferguson, Baltimore usw. aus?

Der historische Kontext der BLM-Bewegung ist sehr lang und komplex. Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung als anarchist of color sprechen, aber meine racial identity sollte nicht repräsentativ für andere anarchists of color sein. Wir (anarchists of color) teilen unterschiedliche, einzigartige Erfahrungen, die uns zu unterschiedlichen Vorstellungen davon führen können und geführt haben, wie Freiheit aussieht.

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Rückblick: Workshop Anarchistische politische Theorie und Gesellschaftstheorie

Lesedauer: 7 Minuten

Vor einem Jahr fand ein Workshop zu anarchistischer politischer Theorie und Gesellschaftstheorie in Jena statt, den ich organisiert hatte. Zu diesem hatte ich eingeladen, um mehreren Anliegen nachzugehen. Zunächst war ich einfach interessiert, wer sich von diesem Thema angesprochen fühlt und sich melden würde. Dann wollte ich wissen, zu welchen konkreten Themenbereichen die einzelne Leute arbeiten oder gearbeitet haben und ob es dahingehend spannende Neuentwicklungen gibt. Drittens sollte der Workshop zu einer Vernetzung beitragen, um anarchistische Theorieproduktion zu stärken und auszubauen. Viertens wollte ich damit schließlich anarchistische Theorie im deutschsprachigen akademischen Bereich sichtbar machen und (im sehr begrenzten Rahmen freilich) in den wissenschaftlichen Diskurs einbringen.

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Mach mir eine Dose Frust auf

Lesedauer: < 1 Minute

Party Party! Krawalle sind nur einmal im Jahr! Doch im Grunde genommen wissen es alle: Jeder Karneval in Köln, jedes Münchner Oktoberfest und all die unzähligen stumpfsinnigen Dorfbesäufnisse richten weit mehr Schaden an, als die eine oder andere Wutentladung. Wer von Sachschaden spricht, sollte vom Material Mensch, das täglich als Arbeitskraft verschlissen und vom nicht-menschlichen Leben, das verheizt wird, nicht schweigen. Grundsätzliche Gesellschaftsveränderungen kommen ohne hobeln und Späne nicht aus. Das ist die historische Erfahrung und wissen vor allem die professionellen Gewalttäter selbst, die Bullen, Soldaten, Söldner und Faschos. Ab wann also wird die Bedrückung so groß und kann nicht mehr politisch vermittelt und eingehegt werden, dass Leute anfangen, aufzubegehren anstatt nur zu labern und sich um sich selbst zu kreisen? Wirkliche Militanz von „linker“ Seite gibt es ohnehin kaum. Diese würde nämlich Selbstreflexion, Organisation und das Erlernen bestimmter Praktiken voraussetzen. Erster Schritt dafür ist deswegen stets den perfiden Spaltungsversuchen anhand der Frage von „Gewalt“ abzulehnen. Eine eigene Meinung zu bestimmten Dingen, sollte man dennoch entwickeln, die Fetische niederlegen und die eigenen Rituale bewusst gestalten, anstatt zur Folklore verkommen zu lassen.

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Über das Verhältnis von Anarchie und Demokratie

Lesedauer: < 1 Minute

Ein Vortrag, den Markus Lundström auf der Anarchist Studies Conference gehalten hat. Eine Darstellung der Kerngedanken seiner Buches The Impossible Argument. An Anarchist Critique of Radical Democracy (2018).

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23 Thesen zum Anarchismus (Gabriel Kuhn)

Lesedauer: 22 Minuten

Vor inzwischen vier Jahren erschien der Text Revolution ist mehr als ein Wort: 23 Thesen zum Anarchismus. Was ich enorm gelungen finde und womit ich mich stark identifizieren kann, ist die involvierte wie zugleich selbstkritische Position, welche Gabriel Kuhn darin einnimmt. Programmatische Thesen zu schreiben hat eine lange Tradition. Werden sie von Personen verfasst, welche sich selbst in einer Rolle der Nur-Theoretiker*innen sehen, verfehlen sie jedoch in der Regel ihren Gegenstand, auch wenn ihre Aussagen aus einer bestimmten Perspektive ihre Richtigkeit haben mögen. Dieser Text hingegen ist ein Anstoß, in welchem deutlich wird, dass der Autor weiß, wovon er spricht. Seine klare Positionierung im anarchistischen Lager ermöglicht erst jene selbstkritische Herangehensweise, die von Menschen, für welche ihre inhaltliche, politische Position stark mit ihren persönlichen Erfahrungen, Wünschen, Sehnsüchte etc. verbunden ist, auch angenommen werden kann.

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