Echspect Resistance

Lesedauer: < 1 Minute

Wie jeden Montag stellen wir uns auch am 31.05. wieder den schwurbelnden Wutbürger:innen entgegen, die unter dem Deckmantel des Kinderschutzes und der Selbstbestimmung mit ihrem Verhalten unser aller Gesundheit gefährden.
Dieses Mal klettern wieder die Reptiloiden der Antiverschwurbelten Aktion, die bereits im November 2020 Leipzig entschwurbelten, von ihren Felsen, aus den Höhlen und von den Bäumen.
Werft auch Ihr Euch gern in grüne Schale und Schuppen und lasst Euch überraschen – am 31.05.21 ab 18:30 Uhr auf dem Richard-Wagner-Platz

Einige Aspekte von „Beziehungsweise Revolution“

Lesedauer: 3 Minuten

Zugegeben, ich habe schon ausgiebig zu Adamczak gearbeitet. Und teile ihre Positionen zu Zero-Covid und die ganze dahinterstehende pseudo-avantgardistische Symbolpolitik durchaus nicht. Oder nicht mehr? Aber im Lesekreis wollten sie es. Herausgekommen ist noch eine Besprechung, die sich vor allem auf die Abschnitte bezieht, welche wir uns angeschaut haben.

Adamczaks Buch ist in aller Munde und so überrascht es nicht, dass die Wahl im Lese- und Diskussionskreis darauf fiel. Wie zuvor lesen wir aber nicht das ganze Buch, sondern in zwei oder drei Treffen Auszüge daraus.

Die queer-kommunistische Denkerin versucht darin die Russische Revolution 1917 gegen die globalen Umbrüche um 1968 quer zu lesen, um die Frage aufzuwerfen, wie der Revolutionsbegriff aktualisiert und zeitgemäß bestimmt werden kann. Wäre es 1917 weitestgehend um die „Gleichheit“ gegangen, so hätte 1968 die „Freiheit“ im Vordergrund gestanden. Dementsprechend gälte es heute die „Solidarität“ ins Zentrum des Revolutionsbegriffs zu stellen; Solidarität nicht als etwas, was einfach vorausgesetzt oder spontan in revolutionären Auseinandersetzungen gefunden werden könne, sondern als ethischer Wert, der sich in konkreten Beziehungsweisen manifestiere. Statt der gesellschaftlichen Totalitär der „Produktionsweise“ und der subjektivistischen Individualität der „Existenzweisen“, stellten „Beziehungsweisen“ wiederum einen Zwischenraum dar, welcher Makro- und Mikroebene verbinde und mit dem danach gesucht werden könne, Gesellschaft nicht besser zu erklären, sondern sie direkter zu verändern.

Wertvoll an Adamczaks Buch ist zweifellos ihre informierte und dennoch vermittelnde Herangehensweise, mit welcher sie verschiedene emanzipatorische Strömungen ins Gespräch zu bringen versucht. So bedient sie sich bei der marxistischen, poststrukturalistischen, queerfeministischen und Kritischen Theorie, versucht Rätekommunismus, sozialdemokratische Parteien, kommunistischer Avantgarde-Gruppierungen und Anarchist*innen anzusprechen. Es geht dabei um’s Gemeinsame und Ganze, was die Auseinandersetzung miteinander und die gemeinsame Diskussion um geteilte Ziele und gewählte Mittel verlangt.

„Einige Aspekte von „Beziehungsweise Revolution““ weiterlesen

Radikale Bildung…

Lesedauer: < 1 Minute

Klar, wenn man sich in manchen Schulen so umschaut, kommt schon die Frage auf, ob hier nicht „radikale“ Bildung angebracht wäre. Bildung, nicht vorrangig im Sinne der Vermittlung von Inhalten und Wis sen, sondern Bildung und Selbstbildung von Menschen zu sozialen Wesen, die sich ihrer Bedürfnisse und Gefühle bewusst werden und sie artikulieren, sich in andere hinein versetzen und kooperieren können, die ein Bewusstsein von sich selbst haben und dementsprechend selbst bestimmen können. Bildung müsste gar nicht „radikal“ sein – Sie müsste überhaupt erst einmal stattfinden. Dann kann sie unter Umständen befähigen, vermitteln, ermächtigen, organisieren. Wie auch immer, diesen Flyer einer anarchistischen Gruppe fand ich sehr schlicht und nett.

Beiträge zum „kulturellen Anarchismus“

Lesedauer: 5 Minuten

zuerst veröffentlicht auf: untergrund-blättle.de

Bild: Oxford Circus Anarchy. / shando. (CC BY-SA 2.0 cropped)

In einem Band von 2019 versammeln die herausgebenden Professor*innen Christine Magerski und David Roberts 15 akademische Aufsätze unter dem Thema der anarchistischen Kulturrebellion.

Hierbei folgen sie der universitären Gepflogenheit vor allem über bestimmte Aspekte zu schreiben und zu urteilen, statt etwa zunächst die Perspektive von Anarchist*innen einzunehmen, die auch heute Kultur produzieren. Sprich in „Kulturrebellen – Studien zur anarchistischen Moderne“ wird leider eine recht grobe Konstruktion „des“ Anarchismus vorgenommen, die an vielen Stellen bei einer näheren Kenntnis des Anarchismus als soziale und politische Bewegung zu wünschen übrig lässt. Dementsprechend wird auch in der Einleitung suggeriert, dass er Anarchismus spätestens nach der Niederschlagung der Spanischen Revolution politisch irrelevant geworden wäre und seine Wiederentdeckung im Zuge der 68er-Bewegung vor allem in der kulturellen Dimension stattgefunden hätte.

„Beiträge zum „kulturellen Anarchismus““ weiterlesen

Globaler Anarchafeminismus: He-Yin Zhen und Emma Goldman

Lesedauer: < 1 Minute

Unter dem Titel Globaler Anarchafeminismus zu Beginn des Jahrhunderts. Werke und Wirken von He-Yin Zhen und Emma Goldman im Vergleich hat sich Josefine Rein mit dem Anarchafeminismus an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert beschäftigt. Sie zeigt anschaulich auf, wie in anarchafeministischen Positionen Kritik an Kapitalismus, Staat und Patriachat zusammen gedacht wurde und somit ein Gegenwicht zu nur-linken oder liberalen emanzipatorischen Positionen bildeten. Trotz der verschiedenen geografisch-kulturellen Kontexte von Goldman und He-Yin wird deutlich, wie ähnlich ihre Schlussfolgerungen sind. Abgesehen von bestehenden internationalen Vernetzungen liegt dies nicht zuletzt daran, dass anarchafeministische Perspektiven offenbar einige Wahrheit beinhalten, welche denkende Menschen an verschiedenen Orten gleichzeitig entdecken können. Das Thema wurde zwar schon einige Male behandelt. Josefine Reins Darstellung ist aber dahingehend gut und beachtenswert, dass sie den Anarchafeminismus mit einer aktuellen informierten Herangehensweise untersucht, den Gegenstand also nicht historisch konserviert, sondern seine Aktualität herausstellt. Vielen Dank für das zur Verfügung stellen!

Gai Dao #114 erschienen

Lesedauer: < 1 Minute

Bei der Gai Dao hat sich wieder mal einiges verändert. Als anarchistisches Zeitschriftenprojekt finde ich sie weiterhin spannend, sehe aber auch, dass ich meine Zeit darin hatte. Es braucht ebenfalls eine dezidierte anarchistische Theoriezeitschrift, die gleichzeitig verständlich, bewegungsnah und unverschroben ist…

Anarchistisch ums Ganze

Lesedauer: 3 Minuten

Eva von Redeckers Revolutionäre Protestphilosophie

veröffentlicht in den „Libertären Buchseiten“ der Graswurzelrevolution #459

Buchbesprechung

Eva von Redecker: Revolution für das Leben. Philosophie der neuen Protestformen, Fischer-Verlag, Frankfurt/M. 2020, 320 Seiten, 23 Euro, ISBN 978-3-10-397048-7

Ist die Rede von Revolution heute nicht vollkommen aus der Zeit gefallen? Dies ist eine erste Frage, die sich mir stellt, wenn ich den Titel Revolution für das Leben der Philosophin Eva von Redecker in die Hände nehme. Die Antwort, welche die Autorin in ihrem Buch formuliert, ist in eindeutiges Nein. Auf der Suche nach einem Begriff für die Sehnsucht danach, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse radikal, umfassend und langfristig verändert werden können, erscheint es in den letzten Jahren immer sinnvoller auch wieder von Revolution zu sprechen. Zu allen Zeiten argumentierten Fürsprecher*innen der sozialen Revolution, dass sich die gesellschaftlichen Widersprüche zuspitzen würden und Auseinandersetzungen unvermeidlich seien. Jedoch bestehe auch die Möglichkeit, sie in eine emanzipatorische Richtung zu drängen. Dennoch nähren die massiven sozialen Verwerfungen gerade heute und weltweit eben jene Sehnsucht, beziehungsweise führen zur bloßen Notwendigkeit, dass die Gesellschaft grundlegend anders werden kann und soll. Die Corona-Pandemie wirkt auch für Eva von Redecker als Katalysator, um eine solidarische Perspektive auf die Transformation der gesamten Gesellschaft zu entwerfen.

„Anarchistisch ums Ganze“ weiterlesen

Tag der Befreiung vom Faschismus

Lesedauer: < 1 Minute

Mal abgesehen davon, dass ich diesen Formulierungen á la „Wir sind alle XYZ“ oder „Alle nach ABC kommen!“ beziehungsweise auch „Irgendwas bleibt rot!“ tatsächlich ziemlich bescheuert finde, weil sie zwar ein diffuses Wir-Gefühl erzeugen, darüber hinaus meistens aber auch nicht mehr bezwecken, lohnt es sich morgen wieder mal auf die Straßen zu gehen. In Erinnerung an die Befreiung vom nationalsozialistischen Faschismus, die ja gewissermaßen ein anhaltender Prozess ist. Gleiches ließe sich über die unabgeschlossene Entnazifizierung staatlicher Behörden sagen…

https://www.wirsindallelinx.com

Einige Notizen zur Staatsherausforderung

Lesedauer: 6 Minuten

Heinz-Gerhard Haupt zeigt am Beispiel der anarchistischen Attentate die viel zu wenig annerkannte und diskutierte Tatsache, dass Emotionalität und Politik oftmals stark zusammenhängen.

Der emeritierte Professor Heinz-Gerhard Haupt gehört zu jenen, die die Zeichen erkannt haben und mit ihrer historischen Forschung auf ein hochgradig vorurteilsbehaftetes Kapitel der Geschichte zu werfen: Den anarchistischen Attentaten im späten 19. Jahrhundert, die bekanntlich zur Konstruktion des Mythos‘ von Anarchist*innen als besinnungslosen Bombenwerfern und blutrünstigen Mördern dienten. Dass derartige Schreckensbilder jedoch keineswegs allein eine Erscheinung an der Wende zu 20. Jahrhundert waren, sondern sich ihrer in den letzten Jahren immer wieder bedient wurde, verdeutlicht schon allein die Relevanz von Haupts Betrachtungen.

„Einige Notizen zur Staatsherausforderung“ weiterlesen