Sich trauen, ein Rebel Girl zu sein

Lesedauer: < 1 Minute

Um weiter bei einigen Klassiker*innen zu bleiben, hier mal was Vernünftiges. Text, Stil und Aussage sind selbsterklärend, da sollte ich nicht viel kommentieren. Unter dem Video kommt aber noch der Text..

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ZINE: Zusammenhalt – Kritik und Solidarität in der Coronapandemie

Lesedauer: 3 Minuten

Das Anarchistische Netzwerk Dresden veröffentlichte ein Zine, was HIER heruntergeladen werden kann. Zum Auftakt heißt es:

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass das Jahr 2020 in die Geschichte eingehen wird. Im Versuch mit dem, was gerade passiert, umzugehen, haben wir uns entschieden, ein Zine zu machen. Wir wollen eigene Perspektiven, Erlebnisse und unsere Diskussionen gerne teilen und anarchistische Blickwinkel zur Debatte beitragen. Und natürlich Humor, der soll nicht fehlen, obwohl es insgesamt doch ganz schön ernst geworden ist. 

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Schatzkiste: Die soziale Revolution (Joseph Peukert)

Lesedauer: 38 Minuten

Die hier gespiegelte Artikelreihe aus der Londoner Zeitung „Autonomie“ von 1887 ist unter Pseudonym erschienen. Aufgrund des „populistischen“ Stils und dem Grundlagen-Charakter des Textes gehe ich jedoch davon aus, dass sie von Joseph Peuket verfasst wurde, welcher in dieser Zeitung maßgeblich aktiv war. Peukert, ein Deutscher, der in der anarchistischen Exilant*innen-Gemeinschaft in London gestrandet war, entwickelte sich zum Anhänger Kropotkins und versuchte dessen Konzeption zum kommunistischen Anarchismus zu verbreiten und herunter zu brechen. Peukerts Anarcho-Populismus kommt dabei nicht ohne einen ausgeprägten Klassenhass und eine teils schwärmerische Sehnsucht aus, welche beides ist: Ausdruck und Beleg seiner eigenen Haltung beziehungsweise der seiner Gefährt*innen, als auch stilistische Ausdrucksmittel, sprich, offensichtliche Agitation und Propaganda, welche nur deswegen nicht instrumentell ist, weil sie sich ganz klar dazu bekennt, solche zu sein und damit die Lesenden zum Selbstdenken, zur Selbstermächtigung und zur Selbstorganisation auffordert. Durch Antizipation beider Seiten, die der Schreibenden und jene der Lesenden, entsteht ein Eindruck des politisierten libertär-sozialistischen Milieus vor der Jahrhundertwende.

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Geburtstag: Murray Bookchin

Lesedauer: 2 Minuten

Heute vor 100 Jahren wurde der US-amerikanische Anarchist Murray Bookchin (wikipedia) geboren. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Janet Biehl entwickelte er die Konzepte der sozialen Ökologie und das des libertären Kommunalismus. Ersteres inspirierte öko-anarchistische Bewegungen in den USA wie etwas verzögert auch in der BRD in den 1970ern und 1980ern. Letzteres wurde von der kurdischen Autonomiebewegung aufgegriffen und mündete in die Struktur des demokratischen Konföderalismus, welche heute in Rojava praktiziert und weiter aufgebaut wird. Bookchin war der Überzeugung, dass Menschen in einer modernen Gesellschaft ökologisch verträglich leben können, wenn das Herrschaftsverhältnis über die Natur gleichermaßen, wie das von Menschen über Menschen abgeschafft würde. Aus der Perspektive der radikalen Ökologiebewegungen arbeitete er an der Erneuerung eines anarchistischen Revolutionsverständnisses. Weiterhin beschäftigte er sich mit herrschaftsfreier Stadtplanung und wie die kapitalistische Mangelgesellschaft durch einen dezentralen Sozialismus überwunden werden könnte. 1971 war er an der Gründung des Institute for Social Ecology, gewissermaßen einem anarchistischen thinktank – etwas, dass es im deutschsprachigen Raum bedauerlicherweise nicht gibt.

In höherem Alter gelang es Bookchin aber leider nicht mehr mit den Veränderungen der Zeit und der sozialen Bewegungen mitzugehen. Zwar kritisierte er zurecht die esoterischen Tendenzen in der Ökologiebewegung, konstruierte jedoch eine falsche Kluft zwischen Social Anarchism or Lifestyle Anarchism (1995), die vermeintlich unüberbrückbar wäre – als wenn die umfassende Veränderung des eigenen Lebens nicht immer ein Teil des Anarchismus gewesen wäre und die Möglichkeiten zur Entfaltung von Individualität nicht ein Gradmesser für die gesamtgesellschaftliche Emanzipation seien! Unter anderem Bob Black antwortete ihm mit dem Buch Anarchy after Leftism (1997), in welchem er Bookchin fies, aber sehr erheiternd als „grumpy old man“ bezeichnete – und dessen Thesen ziemlich eloquent zerlegt, um seinen Individualanarchismus zu entfalten.

Auch diese Episode verdeutlicht jedoch die Bedeutung, welche Bookchin die die anarchistische Bewegung über einige Jahrzehnte hatte – zumals es wenige Anarchist*innen gibt, die als öffentliche Intellektuelle wirken, eigenständige Konzepte entwickeln und es schaffen, in verschiedene Bevölkerungskreisen Gehör zu finden.

Murray Bookchin starb am 30.06.2006.

Be the Media: Void Network

Lesedauer: 2 Minuten

Seit beeindruckenden 30 Jahren gibt es inzwischen das Void Network, ein Kollektiv aus Athen, das mit seiner Theoriebeschäftigung kritisches Wissen und Denken in die Die anarchistische Bewegung getragen und verbreitert hat. Über den regionalen Kontext hinaus sind sie auch transnational vernetzt und immer noch aktiv dabei, Erfahrungen und Wissen zu teilen. Die Mischung aus Theorietexten, Filmen, Gedichten, Musik und anderen Ausdrucksformen machen die Produktion des Void Network besonders interessant. So stelle ich mir eine autonome und anarchistische Theoriearbeit vor! Es folgt eine Selbstbeschreibung des Netzwerks.

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Material: Anarchismus – Sozialismus?

Lesedauer: 3 Minuten

Mit diesem Schema wird deutlich, dass ich den Anarchismus als Hauptströmung des Sozialismus ansehe. Die leite ich einerseits aus der Ideengeschichte ab und andererseits aus der ethischen Wertebasis, die meiner Ansicht nach alle „echten“ Sozialist*innen teilen. Beispielsweise haben sich die anarchistischen in zahlrecihen Debatten und Streits innerhalb des sozialistischen Lagers entwickelt. Als sich der Anarchismus als eigenständige Strömung formierte, geschah dies, um die als ursprünglich angenommenen Organisationsvorstellungen (z.B. den Föderalismus, die Dezentralität) und die Grundanliegen (z.B. der Anti-Nationalismus, Selbstorganisation von unten) entgegen dem hierarchischen Prinzip von sozialistischen Parteien und ihrer Integration in die bestehende politische Ordnung zu verteidigen. John Holloway macht diese Unterscheidungen der Hauptströmungen des Sozialismus in Die Welt verändern ohne die Macht zu übernehmen auf und ebenso Erik Olin Wright in Reale Utopien.

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Die Zapatistas bereisen Europa

Lesedauer: 6 Minuten

Der Sommer 2021 wird heiß und anstreckend

Wir sind Zapatist*innen

Träger*innen des Virus des Widerstandes und der Rebellion
Als solche werden wir die 5 Kontinente bereisen

Eine Ankündigung (unten gespiegelt) und von ya-basta-netz.org. In der kommenden Zeit werden diesem weitere Erklärungen folgen.

Die zapatistische Bewegung

Indigene Rebell*innen in Chiapas im Süden von Mexiko fingen 1983 an, sich im Stillen zu organisieren, um 1994 einen Aufstand gegen Neoliberalismus, Kapitalismus und Rassismus zu wagen. Seitdem organisieren sie sich nach eigenen Regeln, unabhängig vom Staat.

Seit 500 Jahren widerstehen sie dem Kolonialismus, seit 27 Jahren einem Krieg niederer Intensität, der gegen sie geführt wird – auf militärischer, psychologischer, wirtschaftlicher, administrativer und medialer Ebene. 1000 mal wurden sie totgesagt – doch sie sind bis heute lebendig und rebellisch. In ihren autonomen Strukturen organisieren sie alle Lebensbereiche nach basisdemokratischen Prinzipien selbst – und die Kämpfe der Frauen* spielen darin eine zentrale Rolle.

Immer wieder haben sie weltweit Anstöße gegeben für eine Vernetzung und Verbindung der Kämpfe von links und unten. Begonnen mit mexikoweiten Treffen im Rebellengebiet und den „Intergalaktischen Treffen“ – die ein wichtiger Startschuss waren für die Anti-Globalisierungsbewegung und die Bildung von Strukturen wie People‘s Global Action oder indymedia.

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Ruhige Gefahrengebietsbeschreibung

Lesedauer: < 1 Minute

Von Klaus schien es nahe zu liegen zu Geigerzähler zu kommen. Ja, man glaubt es kaum: Es gibt noch ein paar alte Autonome, die keine Postautonomen sind. Deswegen muss ja nicht immer alles mit Krawall und Remmidemmi einhergehen. Ganz ohne geht’s freilich auch nicht, aber das ist eine anderes Thema. Inhaltlich ist der ruhige Song selbsterklärend, deswegen an dieser Stelle ohne weitere Kommentare.

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Auf ein Neues!

Lesedauer: < 1 Minute

Ein turbulentes Jahr ging zu Ende, eine neues bricht an. Die großen Fragen, was uns wichtig ist und wie wir leben wollen, wofür wir streiten, stellten sich für Viele neu. Manche Perspektiven haben sich verschoben, manche Einsicht wurde gewonnen. Ich sehe auch, im Harren auf das Kommende, konnten wir neuen Mut schöpfen und dem Ernst der Lage gewahr werden.

Die große Vision, wo es hingehen kann, ist nach wie vor zu spinnen. Unverstellt und undogmatisch gilt es die Dinge anzuschauen, uns mit ihnen zu konfrontieren, damit wir weiter kommen. Aus unseren Erfahrungen in Auseinandersetzungen lernen, verstehen und nehmen wir wahr, wie es anders ist und sein kann; wie wir unsere Leben teilen, sie gelingen, schön und reich werden lassen können. Und dies soll für Alle gelten. Darum: Nieder mit dem Zynismus! Von meiner Hoffnung lass ich nicht.

Deswegen will ich weiter mit euch leben, lachen, weinen, denken, stören, schwach sein können, unsere Ohnmacht überwinden und mit euch was zu tun ist, in die eigenen Hände nehmen. Deswegen werde ich auch im nächsten Jahr weiter die Kritik der Kritik kritisieren.

Meinen Freund*innen danke ich sehr, dass sie diese Zeiten mit mir durchstehen, meinen Genoss*innen, das sie mit mir kämpfen. Meine Gefährt*innen: Ihr wisst, das ich euch brauche, das ihr mich gebrauchen und auf mich zählen könnt. Meinen Kontrahent*innen sage ich: Nur, weil ihr kein Eigentum habt, seid ihr nicht im Besitz der Wahrheit!