Voran – wohin eigentlich?

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Und wieder bin ich mit klassischer Musik unterwegs. Der Song „Es geht voran“ von 1982 von Fehlfarben ist ironisch gemeint. Muss man wissen. Also nein, die Vorstellung war nicht, dass die Geschichte effektiv voranschreitet und die Bewegung so stark wäre, die gesellschaftlichen Verhältnisse wirklich zum tanzen zu bringen und umzukrempeln. Und doch gab es da zweifellos motivierende moves, die auch darin begründet waren, sich selbst als antagonistisch zu verstehen. Mit den Jahren habe ich viel Verbalradikalismus gehört. Selbst der wird weniger in letzter Zeit. Es muss nichts schlimmes sein, wenn er versiegt, wenn stattdessen tatsächliche Radikalität wiedergefunden werden würde. Die Frage ist, wie mensch sich selbst ins Verhältnis zum umgebenden staatlich/kapitalistischen/patriarchalen Elend sieht und darauf reagiert. Sich kollektiv als Akteur zu setzen, verlangt eine Verortung zu anderen Kräften und in der Zeit. In der Phrase „Wir sind die letzte Generation, die …“ wird beispielsweise noch nicht unbedingt ein historisches Bewusstsein ausgedrückt. Geschichte ist eben kein gradliniger Weg, sondern ein verschlungener Pfad. Er verlangt, dass wir selbst und aufrecht gehen, anstatt getrieben oder gezogen zu werden. Das Gefühl, dabei voran zu kommen, möchte ich niemandem nehmen. Im Gegenteil, ich möchte es selbst wieder gewinnen.

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