Kronstadt Kongress 2021

Lesedauer: 3 Minuten

ein Aufruf zur Beteiligung von der Orga-Gruppe des Kronstadt Kongresses.


Anarchistische Bewegungen und Perspektiven heute
03. – 06. Juni 2021 in Berlin

Wir haben Sehnsucht nach einem herrschaftsfreiem Leben, nach Möglichkeiten uns frei zu entfalten, gemeinsam füreinander Verantwortung zu übernehmen. Jedoch stehen wir vielfältigen Gesichtern direkter und indirekter Repression gegenüber. Lohnsklaverei, Knäste, Residenzpflicht, Geschlechterrollen oder der Zwang zur kapitalistischen Selbstoptimierung, der unmerklich zur Erschöpfung führt, dienen lediglich dazu, machtpolitische Positionen zu erhalten. Ökologische Folgen dieser Systemlogik, die Profite an erste Stelle setzt, sind abgebaggerte Dörfer, nitratverseuchte Böden, verschmutztes Wasser und ein kollabierendes Klima, um nur wenige zu benennen.Wenn wir den Zustand der Welt heute betrachten, mit ihren sozialen Verwahrlosungen, ökologischen und ökonomischen Problemen sind revolutionäre Perspektiven zwingender denn je. Doch bestehende Theorien und Praxen entbehren häufig anti-kolonialer und queer-feministischer Blickwinkel und schließen auch mit vielen weiteren blinden Flecken Lebewesen und Perspektiven aus.

Genau wie die Kronstädter Arbeiter*innen und Soldat*innen, die vor 100 Jahren mit ihrem Slogan “Alle Macht den Räten, keine Macht der Partei” für selbstverwaltete Strukturen und eine gesellschaftliche Organisation jenseits des Staates kämpften, treten wir in ihrer Tradition für einen Aufbau der Gesellschaft von unten ein. Um unterschiedliche anti-autoritäre Bewegungen und Strömungen zusammen zu bringen, bieten wir im Juni 2021 mit einem anarchistischen Kongress in Berlin eine Plattform. Wir wollen die Auseinandersetzung mit all jenen, die die herkömmlichen autoritären Antworten auf die Krisen nicht mehr hören können. Die Befreiung von jeglicher Herrschaft wird niemals von der Sozialdemokratie, dem Parlamentarismus oder gar von postleninistischen Sekten ausgehen! Anstatt dessen möchten wir verschiedene Perspektiven der Selbstverwaltung, Konzepte der gegenseitigen Hilfe und Kooperation und widerständige Formen herrschaftsfreier Kämpfe diskutieren und Neues entstehen lassen. Wir möchten keine fertigen Antworten liefern, sondern wollen sie gemeinsam mit allen Neugierigen finden. Dabei werden wir von dem Mut geleitet, sehen zu wollen, wo wir in unserer Unterschiedlichkeit stehen, und viel mehr noch, wohin wir von da aus gehen möchten.

Es geht um unsere Zukunft! Wir brauchen euch, eure Beteiligung und eure Kritik, euren Mut und eure Sehnsucht!

Die Tradition vergangener Kronstadtkongresse in Berlin aufgreifend – diese fanden 1971 und 1981 statt- planen wir vom 3. bis 6. Juni 2021 ein überregionales Treffen von Gruppen und Einzelpersonen, die sich libertärem Gedankengut verpflichtet fühlen. Das Programm legt derzeit seine Schwerpunkte auf Ökologie, Wohnen und Arbeiten, wobei wir gleichzeitig für aktuelle Entwicklungen und andere Themenfelder offen sind. Allen Beiträgen gemein ist eine antikapitalistische und anti-autoritäre Perspektive sowie das Ziel eine queer-feministische und anti-koloniale Praxis zu etablieren.

Wir planen ein vielseitiges Programm aus theoretischen, praktischen und gestalterischen Veranstaltungen, die der Information, Vernetzung und Diskussion dienen. Aber auch für ein buntes Kultur- und Familienprogramm mit Musik, Performances und künstlerischen Workshops, sowie Distris/Bücherständen, Küfa und Cafébetrieb ist gesorgt.

Wir freuen uns über eure Beiträge für den Kongress und suchen Gruppen und Menschen, die sich bei der allgemeinen Organisation und Durchführung des Kongresses beteiligen wollen. Gerne könnt ihr uns einen inhaltlichen Beitrag vorschlagen oder Aufgaben wie die Koordination des Cafés, eine vegane Küfa-Einheit oder einen Stand etc. übernehmen. Eine Bettenbörse wird organisiert.

Uns ist es wichtig eine tiefgreifende Diskussion zu ermöglichen, wir wollen den Kongress aber auch für verschiedenste Bedürfnisse offen halten. Deshalb sollen die Beiträge so gestaltet sein, dass Partizipation, Zugänglichkeit und Inklusivität mitgedacht werden. Dazu ist es uns wichtig, dass wir Ergebnisse, Diskussionen, Beiträge, Fragen und Antworten auf dem Kongress dokumentieren und festhalten, damit nicht alles zweimal gesagt werden muss und der Kongress seine nachhaltige Wirkung entfalten kann.

Wir freuen uns auf Eure Beteiligung! Bitte sendet Rückmeldungen an:

Die Vorbereitungsgruppe