Anarchismus auf den Philippinen

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Im Kontakt mit Simoun Magsalin erfuhr ich einiges über den Anarchismus auf den Philippinen, der sich unter einer Regierung mit starken faschistischen Tendenzen, als Alternative entwickelt. Simoun schrieb den Text Towards an Anarchism in the Philippine Archipelago, in dem er die Notwendigkeit einer befreienden Politik von unten betont und den er mir freundlicherweise hier zur Verfügung stellt:

In Manila strebt das Bandilang Itim Kollektiv eine Verbreitung anarchistischer Vorstellungen an und bezieht sich dabei auch auf neue theoretische Entwicklungen. Lohnenswert scheint mir dahingehend z.B. der Text The Promise of an Anarchist Sociological Imagination von Erwin F. Rafael, indem es um die Wiedergewinnung einer anarchistischen Vision geht, welche emanzipatorische soziale Bewegungen inspirieren kann. Dies hat eine große Relevanz in allen aktuellen Kämpfen, die auch immer tiefer aufeinander bezogen werden. Rafael schreibt unter anderem:

Successes can be found in the cracks of the global system of control and domination: Chiapas and Cheran in Mexico, El Alto in Bolivia, and Rojava in Syria,
to name a few. What these communities have in common is not just a sensibility to relate their personal and community troubles to the global system of control trying to take hold of their lives. These communities also exercise the creative imagination to turn the slogan “Another World Is Possible” into reality, relentlessly refusing to bow down to the common sense of how people’s lives should be organized, and boldly asserting their right to self-determination.

Auch das Fazit des Beitrags finde ich sehr ermutigend, indem formuliert wird, dass anarchistisch zu handeln immer in komplexen Situationen stattfindet und mit Unsicherheiten verbunden ist. Gerade deswegen lässt sich mit dieser Herangehensweise emanzipatorisch voran gehen.

The anarchist sociological imagination’s emphasis on finding potential for freedom in the presen is not based on an unfounded optimism or a naïve positive view of human nature. Instead, it stems from the recognition and acceptance of society’s complexity. Domination is the outcome of responding to complexity through simplification […]. The anarchic response, on the other hand, means learning to live with complexity, just like how one steers through the waves in navigating the ocean. Uncertainty is seen as a necessary correlate to complexity.

Der Text findet sich bei theanarchistlibrary.org und ich lade ihn auch hier noch mal hoch: