Adamczak: Beziehungsweise Revolution

Lesedauer: 4 Minuten

Originaltitel: Kleine Schritte zum ganz Großen
Rezension zu Bini Adamczak, Beziehungsweise Revolution

zuerst veröffentlicht auf: https://kritisch-lesen.de/rezension/kleine-schritte-zum-ganz-grossen

Revolution heute denkbar zu machen und revolutionär zu werden – das bedeutet, gemeinsam eine neue links-emanzipatorische Großerzählung zu entwerfen, an der sich verschiedene radikale politische Strömungen ausrichten können. Diese Suche nach Verständigung wird von Bini Adamczak in „Beziehungsweise Revolution“ vollzogen. Ihr Ausgangspunkt ist die Russische Revolution 1917, die sie auf Grundlage verschiedener politischer und theoretischer Strömungen betrachtet – Marxismus, Feminismus, Poststrukturalismus, Anarchismus und Rätekommunismus. Die daraus entwickelte kommunistische Beziehungstheorie ermögliche, so Adamczak, einen anderen
„Blick auf kapitalistische Vergesellschaftung […]. Dieser beansprucht nicht wahrer oder wesentlicher zu sein als andere Kapitalismustheorien. Er behauptet nicht, radikaler oder umfassender zu sein als andere Kapitalismuskritiken. Er verlangt allerdings danach, die Überwindung von Kapitalismus anders zu konzipieren als in Begriffen der Negation, der Reform oder der Subversion. Nicht darum, Kapitalismus besser zu verstehen, geht es, sondern darum, ihn leichter zu verändern“ (S. 248).

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