Fäden verdichten sich zu einem Ziegelstein

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An The Palgrave Handbook of Anarchism (2018) kommt keine ernstzunehmende kritische Theorie mehr vorbei

zuerst veröffentlicht in: Gai Dao #94, Oktober 2018

von Jonathan Eibisch

Im Verlag palgrave macmillian erschien aktuell der monumentale Sammelband The Palgrave Handbook of Anarchism als umfassendes, vielleicht Epoche-machendes potenzielles Standardwerk zum Anarchismus. Die beiden britannischen Herausgebern Carl Levy und Matthew S. Adams haben auf über 700 Seiten Text sage und schreibe 40 Beiträge etlicher anarchistischer Akademiker*innen versammelt (34 von ihnen sind in Großbritannien oder den USA angesiedelt; 14 haben weibliche Namen, immerhin). Vielen von ihnen weiterhin gemeinsam ist, dass sie in den letzten Jahren neue Bücher zu anarchistischen Themen veröffentlicht haben, seien es die Historiker Robert Graham (Anarchism. A Documentary History of Libertarian Ideas) und Kenyon Zimmer (Immigrants against the State), die Politikwissenschaftler Davide Turcato (The Method of Freedom), Lucien van der Walt (Schwarze Flamme: Revolutionäre Klassenpolitik im Anarchismus und Syndikalismus), Saul Newman (The Politics of Postanarchism) oder Nathan J. Jun (Anarchism: A Conceptual Approach), Deric Shannon (Queering Anarchism), Judith Suissa (Anarchism and Education) und Maia Ramnath (Decolonize Anarchism). Deswegen kann davon gesprochen werden, dass im Handbuch auf umfassende Weise verschiedene Fäden der prosperierenden Anarchist Studies mit ihren Neuanfängen in den 90ern und ihrem starken Wachstum in den letzten Jahren zusammengeführt werden, die eine umfassende Zusammenschau ermöglichen.

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