Hörbuch: Anarchismus zur Einführung

Lesedauer: 2 Minuten

Auf youtube wurde das Hörbuch zu Daniel Loick, Anarchismus zur Einführung (Junius-Verlag 2017) veröffentlicht. Statt jeglicher Spielerei-Effekte sprechen einfach 16 authentische Stimmen abwechseln in 16 Kapiteln

verfügbar auf: https://www.youtube.com/watch?v=HuErJNvpwDI&list=PLqV4s_Owvi2jYwfyUSv8VxbKn9ld4PnJc

aus dem Beschreibungstext:

„Aus reinem Interesse am Thema, aber auch, um anarchistische Theorie zugänglich zu machen, haben wir uns entschieden, dass Buch „Anarchismus zur Einführung“ von Daniel Loick (2017 Junius-Verlag) in einer Hörbuch-Variante aufzunehmen.

Loicks Buch kann derzeit als das fundierteste Einführungsbuch zum Anarchismus im deutschsprachigen Raum gelten und lohnt sich deswegen gelesen und gehört zu werden. Dennoch haben wir einige Kritik an dem darin gezeichneten Bild der anarchistischen Bewegung wie auch inhaltlich an mehreren Stellen – beispielsweise in Hinblick auf die Beschreibung der anarchistischen Staatstheorie. Schließlich entschieden wir uns dennoch dafür, die Aufnahmen in dieser Variante und unkommentiert zu veröffentlichen, mit dem Wunsch und der Hoffnung, dass darüber gute und kritische Diskussionen angestoßen werden.

Seiner eigenen Erkenntnis, dass Anarchismus eben nicht nur als politische Philosophie, sondern vor allem auch als politische Bewegung und Lebensform zu verstehen ist, kann Loick nicht im vorliegenden Buch nicht umfassend entsprechen. „Anarchismus zur Einführung“ bleibt ein theoretisches Buch – welchem es jedoch gelingt aus einer Art wohlgesonnenen und interessierten Vogelperspektive eine aktuelle und treffende Darstellung zu liefern sowie Fragen aus der heutigen historischen gesellschaftlichen Situation heraus anzustoßen. Die sozialwissenschaftliche Sprache erschwert den Zugang für ein weites, nicht-studiertes, Publikum. Gleichzeitig liegt die Stärke des Buches darin, auf einem hohen theoretischen Niveau anzusetzen, trotzdem beim Gegenstand zu bleiben und damit einen Beitrag zu liefern, um anarchistisches Denken (wieder) salonfähig zu machen.

Auf im Buch genannte Lebensdaten und ebenso auf Fußnoten wurde bei den Aufnahmen um der besseren Hörbarkeit willen verzichtet. Unser Anspruch war es nicht, ein Studio-reifes, tontechnisch und sprachlich perfektes Hörbuch zu machen. Dementsprechend gibt es kleinere Versprecher und Ungereimtheiten, zu denen wir aber stehen und die unsere Herangehensweise abbilden. Überhaupt empfehlen wir selbstverständlich das Buch beim Verlag zu kaufen.

Inhaltsverzeichnis A0 Einleitung A1 Anarchismus als Philosophie A2 Anarchismus als politische Bewegung A3 Anarchismus als Lebensform Hauptströmungen und wichtigste Vertreter_innen B1 Individualistischer, libertärer und liberaler Anarchismus (William Godwin, Max Stirner, Amerikanischer Transzendentalismus) B2 Mutualistischer, kollektivistischer und kommunistischer Anarchismus (Pierre-Joseph Proudhon, Michael Bakunin, Peter Kropotkin, Gustav Landauer, Emma Goldman) B3 Anarchismus nach 1968: Feministische, antikoloniale, ökologische und poststrukturalistische Herausforderungen Motive und Diskurse C1 Freiheit zwischen Individuum und Gemeinschaft C2 Staat C3 Kapitalismus und Antikapitalismus C4 Geschlechterverhältnisse C5 (Post-)Kolonialismus und Rassismus C6 Ökologie C7 Organisations- und Aktionsformen C8 Transformationstheorie D Schluss“

Die paradoxe Struktur kommunistischen beziehungstheoretischen Denkens

Lesedauer: 10 Minuten

Notizen zu Bini Adamczaks Beziehungsweise Revolution, 1917, 1968 und kommende

Originaltitel: Anleihen bei anarchistischen Denkweisen zur Kritik der gescheiterten Befreiung und die paradoxe Struktur kommunistischen beziehungstheoretischen Denkens

zuerst veröffentlicht in: transmitter / April 2018

Jonathan Eibisch

Anknüpfend an die Sendung von „recycling“ am 05.03.[1] werde ich an dieser Stelle einige Zeilen darauf verwenden, Kerngedanken der geführten Diskussion zu rekapitulieren, da wir Bini Adamczaks Buch[2] für sehr lesenswert und diskussionswürdig erachten. Neben ihrer historischen Beschäftigung, stellt sie sich der Herausforderung an Leerstellen eines aktuellen links-emanzipatorischen Projektes zu arbeiten, dabei verschiedene politische Strömungen (Feminismus, Anarchismus, Rätekommunismus, Kritische Theorie, Poststrukturalismus) in den Blick zu nehmen und neue Denkweisen zu entwickeln. Ihr Ansatz besteht darin, die revolutionären Sequenzen von 1917 und 1968 gegeneinander zu lesen und einer wechselseitigen Kritik zu unterziehen, um Revolution in als nichtrevolutionär angesehenen Zeiten, also den gegebenen Bedingungen, denkbar zu machen. Dass diese Thematik jedoch nicht lediglich eine des Nachdenkens bleiben, sondern durchaus zum Handeln inspirieren sollte, versteht sich dabei von selbst…

„Die paradoxe Struktur kommunistischen beziehungstheoretischen Denkens“ weiterlesen