Für eine Erneuerung anarchistischer Theorie!

Lesedauer: 7 Minuten

Originaltitel: So wie es ist, darf es nicht bleiben! Für eine Erneuerung anarchistischer Theorie

Eine persönlich gehaltene Antwort auf Maurice Schuhmann

zuerst veröffentlicht in: Gai Dao #83 / Nov. 2017

„It would be misleading to offer a neat definition of anarchism, since by its very nature it is anti-dogmatic. It does not offer a fixed body of doctrine based on one particular world-view. It is a complex and subtle philosophy, embracing many different currents of thought and strategy. Indeed, anarchism is like a river with many currents and eddies, constantly changing and being refreshed by new surges but always moving wowards the wide ocean of freedom…“ – Peter Marshall, Demanding the Impossible. A history of anarchism

Lieber Maurice Schuhmann,

was schreibst du denn da für Sachen in deinem Artikel „Wider die Vermurxung und Verwässerung des Anarchismus“ in der letzten Gai Dào? Darf ich mich vorstellen, ich bin dein devils advocate, dein Antagonist für diese Debatte.

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Anarchismus hat es nicht nötig verteidigt, sondern gelebt zu werden

Lesedauer: 6 Minuten

Plädoyer für eine selbstkritisch-solidarische und respektvolle Diskussionskultur sowie eine Entgegnung

zuerst veröffentlicht in: Gai Dao #83 / Nov. 2017

von: Jens Störfried

Mit Freunde las ich die Kritik von Hyman Roth an meiner Rezension, auf welche ich deswegen auch gerne antworte. Meiner Wahrnehmung nach gibt es nämlich zu wenig Auseinandersetzungen über anarchistisches Denken, dass heißt auch seine theoretischen Ausformungen. Sich gegenseitig von anarchistischen Gedanken zu erzählen und sich darin wechselseitig in den eigenen politischen und lebensweltlichen Ansichten zu bestätigen ist legitim und wichtig. Zweifellos handelt es sich aber um etwas anderes, als die Auseinandersetzungen und die selbstkritische Betrachtung der eigenen Argumente und Perspektiven. Werden diese mit Nicht-Anarchist*innen geführt – seien es Menschen, welche vollends in bürgerlichen Denk- Lebenswelten beheimatet sind oder konkurrierende sozialistische Strömungen (denn mit wirklichen politischen Gegner*innen scheint es ja fast nie Debatten zu geben) – tendieren sich selbst als Anarch@s verstehende Menschen dazu, ihre Weltanschauung zu verteidigen. Dass sollten sie auch zu tun, immerhin gibt es unglaublich viel Aufklärungsarbeit dabei zu leisten.

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Wer würdigt wie, wen, warum oder warum nicht?

Lesedauer: 10 Minuten

Von den Schwierigkeiten der Würdigung von Personen in antiautoritären Gruppen

zuerst veröffentlicht in: Gai Dao #71 / Nov. 2017

von Mona Alona

Die folgenden Überlegungen stellen einige nicht abgeschlossenen Gedankengänge dar, die sich aus verschiedenen intensiven und längerfristigen, leider oft unzureichenden bzw. unreflektierten Gruppenprozessen ergeben haben. Sie sind nur eine einzelne Ansicht, können nicht zu generellen Aussagen führen und sind in diesem Sinne als Anstoß zu betrachten. Angeknüpft wird lose an den Text „Grundprobleme von antiautoritären Gruppen in der individualistischen Gesellschaft: Das Bockhaben und die Vermeidung von Vereinbarungen“ (Gaidao #64)

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