Und es gibt die doch: anarchistische Staatsverständnisse

Lesedauer: 5 Minuten

zuerst veröffentlicht in: AIBJ

Anarchist_innen hätten keine Staatstheorien, überhaupt kein vernünftiges Verständnis von Herrschaft und gesellschaftlichen Verhältnissen und wären deswegen in ihren Ansichten nicht ernst zu nehmen – so lautet ein gängiges Vorurteil das von autoritären Sozialist_innen, die oft höchstens mal ein paar lächerliche Kommentare von Engels, Marx oder Lenin gelesen haben, angebracht wird, um sich einer Diskussion darum zu entziehen.

Der erste Fehler in dieser Argumentation besteht darin, zu meinen, es gäbe einen homogenen Anarchismus, anstatt die verschiedenen Strömungen aus denen er besteht mit seinen entsprechenden unterschiedlichen Vorstellungen, beispielsweise vom Staat. Die Vielfältigkeit hat verschiedene Gründe und wird von Anarchist_innen meistens begrüßt. Deswegen ist es unsinnig, ein_e Anarchist_in auf bestimmte Vorstellungen festzunageln und einzusortieren, die sie_er vielleicht gar nicht so teilt. Mit Menschen und ihren Ansichten sollte sich direkt auseinander gesetzt werden, bevor ein Gefühl dafür entsteht, ob ihre Argumente schlüssig sind oder nicht.

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Was Anarchist*innen in der Wissenschaft machen sei ihnen überlassen

Lesedauer: 6 Minuten

Eine Antwort auf Ben’s Text „Die vierfache (Zweck)Entfremdung wissenschaftlicher Arbeit“, erschienen in der GAIDAO #77

zuerst veröffentlicht in: Gai Dao #78 / Juni 2017

von Mona Alona

In seinem knappen Beitrag in der letzten Gaidao (#77) stellte Ben am Ende die Frage: „Was machen Anarchist*innen im Wissenschaftsbetrieb?“. Die sehr berechtigte Frage wirkt auf mich allerdings rhetorisch. Ben’s Darstellung lässt darauf schließen, dass er für sich die Antwort schon weiß: nichts.

Dabei spricht er ja selbst von einem Dilemma in dem Menschen mit radikalen Vorstellungen und Ansprüchen stecken, wenn sie gezwungen sind, ihre Lohnarbeit zu verkaufen und dies an staatliche Institutionen tun – ein Thema, welches mich und manche*n andere*n – ob direkt oder indirekt – sicherlich schon schwer zu schaffen gemacht hat und möglicherweise lebenslang begleiten wird.

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