Missverständnis individuelle Selbstermächtigung

Lesedauer: 6 Minuten

zuerst veröffentlicht in: Gai Dao #71 / Nov. 2016

von Irmgard Edelweiß, der beleidigten Anarchakonservativen

(Der folgende Text ist ironisch gemeint. Die Überschrift hingegen nicht, sondern bezeichnet, worauf die Ironie abzielt. Erstrebenswerte kollektive Selbstermächtigung wird hier nicht behandelt. Dem Thema wird sich nicht „seriös“ sondern bitter-böse genähert und der Beitrag hat nicht die Absicht, jegliche Selbstermächtigungserfahrungen oder -konzepte für schlecht zu erklären.)

Ja, es hat Gründe, dass wir uns oftmals völlig hilf- und ratlos in dieser Gesellschaft fühlen, die uns permanent überfordert, irritiert und kaum sinnvolle Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Ohnmächtig hocken viele Leute beispielsweise vor der Glotze und ziehen sich die Tagesschau oder andere Nachrichten rein, bei der sie möglicherweise durchaus ein Teil des Ausmaßes des Elends begreifen, in welchem wir uns befinden. Auch die verheerenden Folgekosten unserer Gesellschaftsform lassen sich nie vollends verdrängen. Eine schicksalshafte Katastrophe nach der anderen wird den Zuschauer*innen da präsentiert – und somit eine kollektive Ohnmacht erzeugt, welche sie an den Staat appellieren lässt, statt ihre Angelegenheiten in die eigenen Hände zu nehmen. Unmöglich können in diesem Zusammenhang Selbstwirksamkeitserfahrungen gemacht werden. Diese entstehen nur da, wo es die Einzelnen unmittelbar betrifft und bei ihnen ein Gefühl ihrer Handlungsmacht entsteht, die nicht einfach da ist, sondern sich genommen und erweitert werden muss.

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