Anarchist*innen und die verflixten Wissenschaften…

Lesedauer: 10 Minuten

Eine Kritik ausgehend von Martin Loeffelholz‘ Artikel „Alles Schall und Rauch? Eine Kritik an der akademisch-linken Sprachkultur“ (GaiDao 61)

zuerst veröffentlicht in: Gai Dao #63 / März 2016

von Simone

Ausgangspunkte

Der Artikel von Martin Loeffelholz in der letzten Ausgabe der Gaidao fand ich insofern spannend, da ein Thema behandelt, welches in anarchistischen Zusammenhängen meiner Wahrnehmung nach immer wieder mal auftaucht, aber selten wirklich etwas ausgiebiger diskutiert wird: Das Verhältnis von Anarchismus und Wissenschaft.

Moment… ging es in Martins Beitrag nicht um eine „Kritik an der akademisch-linken Sprachkultur“? Ich denke hier wird der eigene Anspruch überdehnt und zielt eben nicht darauf ab, was die Überschrift verheißt. Anstatt die Kritik an akademischer Sprache wirklich konsequent zu Ende zu denken, macht sich Martin zuletzt einfach nur Gedanken darüber, wie mit Akademiker*innen „umgegangen werden sollte“. Seiner Meinung nach „sollte man [… sie prinzipiell] einfach ignorieren“. Weitere Zeilen, die von Ressentiments strotzen lohnt es sich hier nicht weiter zu zitieren. Sie offenbaren meiner Ansicht nach ein äußerst seltsames, selbstbezügliches und strategisch fatales Verständnis davon, was Wissenschaften, der akademische Betrieb und sein menschliches Umfeld sind und wie mit ihnen umzugehen ist. Dies ist äußerst schade, denn mit einer derart verkürzten Haltung verspielen sich Anarchist*innen (zumindest die, die etwas mit Uni-Strukturen oder dergleichen zu tun haben) die Chance, darauf Einfluss zu nehmen, ihre Ressourcen und auch ihre vernünftigen Erkenntnisse für die eigene Sache zu nutzen.

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