Wider_sacher_in: Ein Bild des Anarchismus?

Lesedauer: 3 Minuten

Wer in die Öffentlichkeit tritt – und sei sie noch so überschaubar, wie in Hinblick auf die Interessent*innen eines Blogs zu anarchistischer „Theorie“ – macht sich greifbar und angreifbar. Die Inszenierung der eigenen Person ist mittels der Exhibition auf den Online-Plattformen mittlerweile selbstverständlich. Fast jede Person hat einen account bei facebook, twitter, Instragram, youtube und Co. – oder betreibt eben einen Blog. Ob als bloßes Hobby oder fachgemäße Visitenkarte – es gibt viele Gründe für die Selbstdarstellung. Die Zeit, wo sich abgesehen von institutionellen Würdenträger*innen nur Künstler*innen inszenierten ist lange vorbei. Sicherlich gibt es auch den gegenläufigen, gewissermaßen konsumkritischen, Trend, sich dieser Tendenz zu verweigern und weiterhin auf direkte Beziehungen zu setzen. Dies verlangt jedoch inzwischen wiederum eine Begründung, eben jene des Protests und der Verweigerung.

Hieronymus Bosch: Bildszene aus „Die Versuchung des heiligen Antonius“
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Anarcho-Herrengedeck

Lesedauer: 3 Minuten

Die 3. Ausgabe der espero ist erschienen und hier kostenlos herunterladbar:

https://www.edition-espero.de/archiv/espero_NF_003_2021-07.pdf

Ich begrüße es, dass diese Zeitschrift wiederbelebt wurde und es ist durchaus nicht meine Absicht, Zwietracht unter potenziellen Genoss*innen zu sähen. Was mit ihr jedoch erscheint und entsteht, löst bei mir starke Irritation aus. Und diese gilt es auch zu benennen:

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Mehr als Hegemonietheorie

Lesedauer: 6 Minuten

Beim Schmetterling Verlag ist ein neuer Einführungsband von Johannes Bellermann zum Denken des kommunistischen Theoretikers Antonio Gramscis erschienen. Eine gelungene Annäherung für jene, die anfangen wollen, sich mit seinen Überlegungen zu beschäftigen. Ein „Wegweiser für alle, die Gramscis bedeutendes Werk wirklich verstehen möchten“, wie es im Klappentext heisst. Aber eben auch nicht mehr.

zuerst veröffentlicht auf: https://www.untergrund-blättle.ch/buchrezensionen/sachliteratur/johannes-bellermann-gramscis-politisches-denken-eine-einfuehrung-6478.html

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(Pro)Feminismus hört nicht beim Bekenntnis auf

Lesedauer: < 1 Minute

Leider kann ich den Kontext nicht ganz herleiten. Aber wenn ich das richtig sehe, geht’s darum, dass es schwierig ist, den eigenen Ansprüchen, beispielsweise (pro)feministischen, gerecht zu werden. Wir tun oft Dinge, die unseren Überzeugungen eigentlich widersprechen, weil wir auf eine bestimmte Weise aufgewachsen sind oder aus Rebellion gegen neue Regelwerke. Emanzipation ist ein Prozess, der nur gelingen kann, wenn wir gütig mit uns selbst und anderen sind – ohne deswegen wieder in Zynismus oder Beliebigkeit zu verfallen.

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Pierre Rosanvallon: Gegen-Demokratie

Lesedauer: 11 Minuten

Originaltitel: Subjektive Annäherungen an einen gelungenen liberal-demokratischen Beitrag

Pierre Rosanvallon plädiert in seinem gut zugänglichen Werk für ein komplexes Verständnis von Politik, auf den Ebenen von parlamentarisch-repräsentativer Regierungen, einer zivilgesellschaftlichen Öffentlichkeit (= „gegen-demokratischer Betätigung“) und politischem Prozess. Denn nur ersteres sei bislang umfassend untersucht worden, weswegen Politik im 21. Jahrhundert (noch) unerfasst wäre.

zuerst veröffentlicht auf: untergrund-bättle.ch

Bereits 2005 schrieb der französische Historiker Pierre Rosanvallon das Buch „Gegen-Demokratie“, welches vor drei Jahren übersetzt und von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben wurde. Der Autor plädiert in seinem gut zugänglichen Werk für ein komplexes Verständnis von Politik, auf den Ebenen von parlamentarisch-repräsentativer Regierungen, einer zivilgesellschaftlichen Öffentlichkeit (= „gegen-demokratischer Betätigung“) und politischem Prozess. Denn nur ersteres sei bislang umfassend untersucht worden, weswegen Politik im 21. Jahrhundert (noch) unerfasst wäre.

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Endgegner Student:in – Sahra Wagenknechts “Die Selbstgerechten”

Lesedauer: 4 Minuten

Ich wollte aus aktuellem Anlass eigentlich selbst gerne etwas zum Thema der Wagenknechtschaft schreiben. Allgemeine Gedanken dazu oder auch eine Rezension. Weil ich dazu nicht kam, mir aber der folgende Text aus dem Lower Class Magazin ganz gut gefallen hat, spiegele ich diesen. Darin bringt der Autor meiner Ansicht nach die wesentlichen Dinge auf den Punkt. Darüber hinaus weise ich aber darauf hin, dass ich die Position zu Palästina, die im LCM vertreten wird, nicht teile.

Die Talkshow-Königin der Linkspartei Sahra Wagenknecht hat ein viel diskutiertes Buch herausgebracht. Unserem Gastautor Stella Bugatti gefällt es nicht so gut.

Bist du kürzlich aus einem zehnjährigen Koma erwacht? Wenn ja, dann ist das neue Buch „Die Selbstgerechten“ von Sahra Wagenknecht das perfekte Buch für dich. In diesem wird sie nicht müde, sämtliche Entwicklungen der letzten Jahrzehnte darauf zurückzuführen, dass studierte Menschen in Berlin-Mitte veganen Cappuccino trinken. Dabei muss man sich immer wieder daran erinnern, dass hier eine Politikerin der Linken schreibt und man nicht etwa aus Versehen bei einem wütendem Post eines AfD-Kreisverbands auf Facebook gelandet ist. Denn hat das Buch äußerlich den Charme der DB mobil, bekommt man inhaltlich altbackene Klischees, formuliert im Duktus einer Person, die die Wahrheit gepachtet hat und sie nun endlich mit uns allen teilt. Natürlich nicht, ohne schon im Vorwort zu witzeln, dass nun die cancel culture über sie herfallen wird. Aber natürlich hält sie das nicht davon ab, sich hier zu positionieren. Stunning and brave.

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