Fürsprecher*in sein

Lesedauer: < 1 Minute

Als Fürsprecher*in des Anarchismus aufzutreten
hat allerlei Konsequenzen zur Folge
die man sich im Vorhinein nicht ausmalen kann

Mit antiautoritären Reflexen wird unterstellt
es handle sich dabei um ein Sprechen für Andere
was unsinnig ist, denn diese haben und finden
selbst Wege zu kommunizieren

In der Funktion eines Intellektuellen
aus einer marginalen Szene
ist mensch allein
und wer sich einsam fühlt
sucht ich wohl auch solche Aufgaben

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Das Letzte, Generation

Lesedauer: 2 Minuten

Als ich im Gespräch erwähnte, wie die Idiotenpresse sich das Maul zerfetzt über die beiden „Aktivist*innen“ der Letzten Generation, entspann sich ein interessantes Gespräch. Wie widerlich ist es, wenn BILD-Journalist*innen und andere Schreibknechte engagierten Menschen auflauern, um reißerische Beiträge über Irrelevantes zu verfassen? So oder so, die Leute zerfetzten sich die Mäuler?

Ziemlich klar ist, dass das Bürgertum mit dem Verweis auf das Wasser-predigen-Wein-saufen zweier junger Klimabewegter vor allem seine eigene Dekadenz abfeiert. Es geht doch nicht um ein erlebnisorientiertes junges Pärchen auf Bali oder die Frage, wem mit welchem eigenen moralischen Anspruch im Verhältnis zu welchem Privileg, wie viele CO2-Äquivalente zustünden. Denn was für eine ekelhafte Logik eines grün-gewaschenen und nicht minder ökologisch zerstörerischen Kapitalismus ist das bitte?

In unserem Gespräch habe ich dennoch festgestellt, dass ich es anders handhabe. Denn das Problem besteht ja gerade darin, dass die betreffenden Fernurlauber*innen nicht im Einklang mit den hypermoralischen Aktionsformen handeln, die sie praktizieren. Sie machen sich nicht nur unglaubwürdig vor dem konservativen Bürgertum und den Arbeiter*innen, die ihre verblödende Presse lesen und hören. Ich persönlich verachte solches Handeln auch. Vor allem seine Rechtfertigung durch die Letzte Generation, welche vertrat, dass die Betreffenden den Urlaub als „Privatleute“ gemacht hätten und nicht als „Klimaaktivist*innen“.

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Anarchistische Tage Leipzig (23.04. – 01.05.)

Lesedauer: 8 Minuten

übernommen von: https://knack.news/4747

Hier findet ihr unseren Aufruf auf deutsch, in barrierearmer Sprache und auf englisch. Weitere Übersetzungen sollen folgen…

übernommen von: knack.news

selbst bewusst, selbst bestimmt, selbst organisiert

Aufruf zu den Anarchistischen Tagen Leipzig 2023

Kontakt: (Schlüssel auf Anfrage)

Dies ist eine Einladung zu den A-Tagen um den ersten Mai. Kommt vorbei, nehmt teil, vernetzt und bildet euch, macht mit, bringt euch ein. Wir freuen uns auf euch!
Doch gibt es überhaupt Potenziale für ein lebenswertes Miteinander trotz all der Krisen, in welcher diese Gesellschaftsform steckt, trotz des weltweit stattfindenden Trend zum Autoritarismus? Anarchist*innen sagen: ja. Denn es ist die bestehende Herrschaftsordnung, in welcher Menschen ausgebeutet, unterworfen und entfremdet werden. Wir brauchen grundlegend andere Formen, wie wir leben, produzieren, konsumieren, organisieren, orientieren, uns austauschen, aufeinander beziehen, miteinander tätig sind. Klimawandel, Patriarchale Gewalt, Grenzregime, Pandemien, Kriege, Inflation, Gentrifizierung… Wir wissen gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen, um zu verstehen, in welche unglaubliche Sackgasse das herrschende System geraten ist. Deswegen erscheint die Forderung nach dem Aufbau einer radikal anderen Gesellschaftsform als realistische Option, die weit mehr Menschen interessiert, als wir manchmal glauben.

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Die Apokalypse neu denken

Lesedauer: 7 Minuten

ein interessanter Debattenbeitrag, den ich von bonustracks.blackblogs.org spiegele, das es übersetzt und re-publiziert hat. Original von: indigenousaction.org.

übernommen von bonustracks

Ein indigenes anti-futuristisches Manifest

…Dies ist eine Überlieferung aus einer Zukunft, die nicht stattfinden wird. Von einem Volk, das nicht existiert…

„Das Ende ist nahe. Oder ist es schon gekommen und wieder gegangen?“

Ein Vorfahre

Warum können wir uns das Ende der Welt vorstellen, aber nicht das Ende des Kolonialismus?

Wir leben in der Zukunft einer Vergangenheit, die nicht unsere eigene ist.

Es ist die Geschichte utopischer Fantasien und apokalyptischer Idealisierungen.

Es ist eine krankhafte globale Gesellschaftsordnung imaginierter Zukünfte, die auf Völkermord, Versklavung, Ökozid und totaler Zerstörung beruht.

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„Anarchie im Straßenverkehr“

Lesedauer: < 1 Minute

Der Bundesvorsitzende der sogenannten „Gewerkschaft“ der deutschen Polizei kritisiert die Verkehrsgesetzte in Hinblick auf E-Scooter und spricht dabei von „Anarchie im Straßenverkehr“[1]. Verständlich. Alle hassen E-Scooter als Symbole eines grün-gewaschenen Kapitalismus. Ihr Ressourcenverbrauch ist unerträglich, sie ermöglichen Hipstern und Touristen ihre Gewohnheiten in jeder Großstadt großflächig auszuleben. Kein Zufall also, dass der eine oder andere E-Scooter seinen Weg in den nächsten Fluss gefunden hat.

von: wikmedia.commons

Aber wo bitte ist da die „Anarchie“? Schön ordentlich die an die 3000 Verkehrstoten, sowie die ca. 350.000 Verletzten jedes Jahr in der BRD in die Statistik eingehen.[2] Durch ganz normale, genormte Autos – wobei der Anteil der besonders gefährlichen SUVs kontinuierlich weiter steigt. Damit leben wir. Deswegen wird es hierzulande offenbar auch nie ein Tempolimit geben, denn Freiheit bedeutet, die Freiheit, sich und vor allem andere totzufahren – ob auf der Autobahn oder im Stadtverkehr. Die Deutschen wittern aber offenbar eine Systemkrise, wenn Verkehrsgesetze nicht vollständig durchgesetzt werden. Klar, wer am Steuer säuft ist trotzdem ein verantwortungsloses Arschloch.[3]

Als Experiment stelle ich mir eine Stadt vor, die ausschließlich von motorisierten Zweirädern, Fahrrädern und öffentlichen Verkehrmitteln befahren wird – wie viele Tote und Verletzte würde es wohl dort geben? Der Beweis ist selbstevident: Anarchie im Straßenverkehr rettet viele Leben. Und ist deutlich ökologischer.

[1] https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Polizeigewerkschaft-will-strengere-Regeln-fuer-E-Scooter-article23867955.html

[2] https://www.adac.de/news/bilanz-verkehrstote/

[3] https://www.mdr.de/geschichte/ddr/wirtschaft/verkehr/westautos-rasen-alkohol-unfaelle-100.html

Der „Spaß“ der Anderen dient zum Ossi-Bashing

Lesedauer: 2 Minuten

In der Sächsischen Schweiz in Prossen gab es am 21.01. einen erschreckenden Karnevalsumzug. Der Journalist Julius Geiler verlinkte auf Twitter ein Video des Aufzugs, an dessen Ende ein Wagen mit der Aufschrift „Asylranch“ fuhr. Die als „Indianer“ verkleideten Rassisten auf dem Wagen hatten eine bunt angezogene Person an einen Marterpfahl gebunden. Seitlich am Wagen war der Schriftzug „Deutschland dekadent und krank. Winnetou sucht Asyl in SACHSENLAND“ angebracht. Dass die gesamte Veranstaltung hochgradig sexistisch, rassistisch und antisemitisch konnotiert ist, wird auf den ersten Blick deutlich. Gut also, dass jemand dieses Spektakel mit faschistoiden Elementen abbildet und kritisierbar macht.

Rassistenfasching in der Sächsischen Schweiz

Was mich dann allerdings nicht weniger stark irritierte, waren die linksbürgerlichen Kommentare der Twitter-User. Da ist die Rede davon, die Mauer wieder aufzubauen. Dass Sachsen nach Ungarn ausgegliedert werden sollte. Dass man Sachsen nun erst recht nicht besuchen wolle. Dass das alles zum kotzen und schlimm schlimm wäre.

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(Anti-)Politik bei 99 zu EINS

Lesedauer: < 1 Minute

In der bereits 226. Folge des Podasts 99 zu EINS habe ich mit Daniel über einige Aspekte meiner Arbeit gesprochen, insbesondere auch über mein Verständnis von (Anti-)Politik. (Das war schon im Oktober, also vor der Verteidigung meiner Dissertation vorgestern.) Dieses Online-Diskussionsformat ist noch relativ neu für mich. Außerdem teile ich auch nicht alle Ansichten und Herangehensweisen der Betreibenden (bspw, Stalinisten zu interviewen). Dennoch war mir wichtig, auch hier das Gespräch zu suchen und meine Perspektive einzubringen. Vielleicht auf ein weiteres Mal!

Freundschaften und Unterstützung

Lesedauer: < 1 Minute

Wow. Was für eine Unterstützung! Was für Leute, die mich supporten, dass ich tue, was ich tue! Ich wollte auf diesem Blog nicht zu persönlich werden. Aber es war schon beeindruckend zu sehen und zu spüren, dass da Menschen sind, die mit mir gehen und mit denen ich mitgehe. Auch wenn sich der Alltag oftmals einsam anfühlt. Okay, es war anstrengend. Ich war oft anstrengend. Ich habe meine kämpferische Leidenschaft darin investiert, eine Doktorarbeit zur politischen Theorie des Anarchismus zu schreiben. Warum? Weil ich einen damit vermeintlich vorhandenen radical chic wollte? Nein, sicher nicht. Weil ich Fragen hatte. Weil ich forschen wollte. Weil ich denken wollte. Weil ich wollte, dass wir mit der Sache weiter kommen. Gegen jeden Dogmatismus und Fundamentalismus! Woher ich komme? Ich sortiere es. Wohin ich gehe? Darüber mache ich mir keine Gedanken. Vergangenheit und Zukunft fällt in eins. Fuck, gestern war doch ein besonderer Tag. Das Private ist politisch? Vielleicht. Aber deswegen veröffentlichungswürdig? Wir werden es sehen.

Einen herzlichen Dank an alle Freund*innen und Unterstützer*innen! Wie schön, das wir uns brauchen und helfen.