JuKo in Chemnitz (15.-17.07.)

Lesedauer: 3 Minuten

https://antifaschistischer-jugendkongress.org/

Aufruf zum 7. antifaschistischen Jugendkongress in Chemnitz

Smash the Cis-tem! Destroy borders!

Hiermit laden wir euch vom 15. bis zum 17. Juli 2022 zum 7. Antifaschistischen Jugendkongress in das AJZ in Chemnitz ein. Wir wollen wieder mit euch zusammenkommen, um voneinander und miteinander zu lernen, ins Gespräch zu kommen, neue Kontakte zu knüpfen, uns zu empowern und gemeinsam eine tolle Zeit zu haben.

Dieses Jahr gehen wir mit dem JuKo weiter in die Tiefe und werfen einen Blick auf patriarchale Muster und rechte Bestrebungen. Dabei bleiben wir nicht in der Region stehen, sondern blicken über Sachsen und Deutschland hinaus. Gemeinsam wollen wir aufzeigen, wie sich Kämpfe gegen Patriarchat und Antifeminismus mit anderen Themenfeldern verbinden lassen. In diesem Sinne haben wir wieder spannende Workshops und Vorträge im Angebot.

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Zum Irrglauben, wir lebten in nicht-revolutionären Zeiten

Lesedauer: 4 Minuten

Von Linken verschiedener Radikalisierungsgrade kriegt man deutschlandauf und -landab fortwährend das fatalistische Gejammer zu hören, dass wir in nicht-revolutionären Zeiten lebten. Diese resignierte Leier vermehrte sich dann nochmals als sich die revolutionäre Phase von 1917ff. hundertjährte. In der Vergangenheit oder an anderen Orten werden Bezugspunkte für revolutionäre Aktivitäten gesucht – und das mit gutem Grund, denn ein historisches und globales Bewusstsein ist wesentlich, um die Bedingungen jeweils spezifischer Kontexte verstehen und verändern zu können. Schwierig wird es allerdings, wenn darunter ein vergängliches und entferntes Ereignis verstanden wird, nicht aber ein potenziell zukünftiger und unmittelbarer Prozess. Oder gar eine Erfahrung des eigenen historisch-gesellschaftlichen Kontextes, mit welchem aus diesem revolutionäre Momente und Tendenzen herausgeschält werden. Diese präfigurative und immanente Herangehensweise erlaubt uns die Aussage: „Die Revolution wird hier und heute sein oder sie wird nie stattfinden“.

Den Revolutionbegriff einfach lebensweltlich herunterzubrechen und sich von kurzfristigen, exzessiven Erlebnissen blenden zu lassen, wird dem nicht gerecht, worum es geht. Selbstverständlich meint „Revolution“ eine anhaltende, umfassende und radikale Gesellschaftstransformation in allen Dimensionen. Dies bedeutet, dass die gesellschaftlichen Bedingungen unseres Zusammenlebens von vielen Menschen dauerhaft verändert werden. Wenn wir uns anschauen, wie träge die Masse der Leute ist und wie gefangen in Lohnarbeit, kapitalistischem Konsum, persistenter Untertänigkeit und zäher Lethargie, liegt der Schluss allerdings nahe, dass unsere Zeiten nicht besonders revolutionär sein könnten. Demgegenüber steht erschreckender Weise, dass die Gesellschaftsform, in welcher wir heute leben, sich ohnehin in einem massiven Veränderungsprozess befindet. Die umfassenden Krisen des Systems werden sich sehr bitter für Viele auswirken, welche aktuell noch einen relativ abgesicherten Status haben.

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Tagung zur (psychedelischen) Drogenkultur

Lesedauer: 2 Minuten

Am Wochenende fand in Leipzig zum ersten Mal eine kleine Tagung zum Themenfeld psychedelischer Drogenkultur statt. Auch wenn ich mir nicht alles anschauen konnte, fand ich doch sehr spannend, was ich zu hören und zu sehen bekam. Darunter beispielsweise Vorträge zu reaktionären Aspekten in der psychedelischen Szene, „dunklen Seiten des psychedelischen Konsums“, zu „Drugchecking“ und zu „spirituellen und transzendenten Dimensionen außergewöhnlicher Bewusstseinszustände“.

Die Veranstaltenden haben mich inhaltlich, von der Form und persönlich überzeugt, dass sich die Diskussion tabuisierter – weil repressiv gehandhabter – Themen wie der Konsum illegalisierter Substanzen sachlich, selbstkritisch und emanzipatorisch geführt werden kann. Das war mir zwar auch früher schon klar. Durch diverse Eindrücke von unreflektiertem Drogengebrauch, der Kommerzialisierung auch von kriminalisierten Bereichen und die eurozentrisch-hippieske Verklärung des Rausches, hatte ich zuvor jedoch keine Lust, das Thema weiter zu verfolgen. Und zumindest einzelne Teilnehmenden schienen leider auch eine ausgeprägt eurozentrische und kapitalistische Einstellung zum Konsum zu haben. Schwierige Leute gibt es überall.

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Krieg, Faschismus und Emanzipation

Lesedauer: 7 Minuten

Notgedrungen schreibe ich noch ein paar Zeilen zum Thema des Krieges. Seit dessen Beginn hatte dazu verschiedene Nachrichten gelesen – regelrecht konsumiert – um mir einen Überblick zu verschaffen. Das ist meine Strategie mit Ereignissen umzugehen, die mich zutiefst erschüttern. Dass darauf auch anders reagiert werden kann, ist schon klar. Dass ist eben eine Frage der Kapazitäten, also was sonst noch zu bewältigen ist, im Leben. Zugleich finde ich es auch gut, mich nicht – wie es früher oft mein Impuls war – sofort irgendwie in irgendwas hineinzustürzen, sondern zuvor darüber zu reflektieren. Mittlerweile lese ich wieder nur noch sporadisch Nachrichten. Aktuell sieht es offenbar danach aus, als würde Russland den Sieg„frieden“ durch die Annexion südöstlicher Regionen der Ukraine durchsetzen.

Die Durchhalteparolen, welche in den Medien der westlichen Länder kommuniziert wurden, erwiesen sich insofern als Propaganda, als dass das russische Militär – trotz aller anfänglichen Überraschungen – in der Feldschlacht und mit der Artillerie weit überlegen ist. Das militärische Kräfteungleichgewicht aufzuheben, würde für die NATO-Staaten bedeuten, über die Waffenlieferungen hinaus, Truppen zu schicken. Aber in einen offenen Krieg mit Russland werden sie sich nicht führen lassen. Deswegen scheint die Situation darauf hinaus zu laufen, dass die Ukraine geteilt und möglicherweise der westliche Teil in die EU und NATO integriert wird, sodass ein neuer eiserner Vorhang errichtet wird – worauf sich auch die baltischen Staaten einstellen. Bis dahin wird es wohl noch viele Tote und Zerstörung geben. Und das ist schrecklich.

Im Übrigen ist es auch eine ekelhafte Strategie der russischen Führung, Flüchtlingsströme zu erzeugen und damit zu destabilisieren, wie spätestens die Situation an der belarussisch-politischen Grenze im letzten Jahr gezeigt hat. Als die kriegslüsternen USA ab 2003 unter gefakten Vorwänden den Irak angriffen und Hunderttausende ermordet wurden, war Destabilisierung keine Absicht. Und setzte – oh Wunder! – dennoch in der gesamten Region ein, brachte unendliches Leid und nährte damit den fundamentalistischen Islamismus, ohne welchen auch die Aufbrüche im „Arabische Frühling“ nicht so traurig gescheitert wären.

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Ich kam nach …

Lesedauer: < 1 Minute

Reisen tut meistens gut. In der Begegnung mit anderen Menschen und den Eindrücken von anderen Orten, kann man Anstöße zur Reflexion und auch Inspiration finden. Ich selbst schaffe es leider zu selten raus. Aus Deutschland. Außerdem möchte ich gern etwas geben und mit meinen begrenzten Fähigkeiten beitragen. Das ist ein persönlicher Grund, warum ich gerne Veranstaltungen in anderen Städten mache. Abgesehen, dass ich dies auch als meinen „Aktivismus“ betrachte, war mein letzter Trip auch so gut für mich. Vermutlich wurde mir durch die Einschränkungen in der Pandemie so auch noch mal deutlicher, dass ich selbst auf direkten Austausch mit Genoss*innen in anderen Städten angewiesen bin. Also war in Lüneburg, Flensburg, Kiel und Hamburg. Gerade die Zeit, die ich mit einer Person verbracht habe, hat mir auch neue Anstöße gegeben. Gern wieder, gern auch woanders, wenn ich es einrichten kann…

Zwei Jahre paradox-a.de – Ein Blog zur anarchistischen Theorie

Lesedauer: 5 Minuten

Vor mittlerweile zwei Jahren habe ich den Blog paradox-a.de gestartet. Im Wissen darum, dass derartige Projekte von Einzelpersonen oftmals kurzlebig sind, habe ich die Erwartungen daran niedrig gehalten. Mein ursprüngliches Anliegen bestand vor allem darin, bereits vorhandene Texte, in denen ich mich mit anarchistischer Theorie aus der Perspektive der anarchistischen Synthese beschäftigte, zugänglich zu machen. Mittlerweile ist eine große Zahl von weiteren Beiträgen entstanden und veröffentlicht worden. Dabei handelt es sich um Buchbesprechungen, Theorietexte auf einem höheren Niveau, Interventionen und persönliche Gedanken zur Reflexion über meine unmittelbare Lebenswelt.

Darüber hinaus dient der Blog dazu, dass ich mich als referierende Person zu anarchistischen Themen ansprechbar zeige. Nach wie vor führe ich – abhängig von meinen Kapazitäten – Vorträge und Workshops durch. Beispielsweise zu (Anti-)Politik, Individualismus und Kollektivismus, sozialer Revolution oder Pluralität im Anarchismus. Aufgrund meiner langjährigen intensiven Beschäftigung mit anarchistischer Theorie kann ich darüber hinaus auch weitere, damit verbundene Veranstaltungen ausarbeiten. Das habe ich auch vor – also fragt mich gerne an und ladet mich ein.

Sowohl die spezifische theoretische und inhaltliche Perspektive als auch meine Entscheidung – wo es mir sinnvoll erscheint – mich offen als Anarchist zu positionieren und diese Position öffentlich zu thematisieren, sind selbstverständlich nur eine unter verschiedenen Möglichkeiten, auf welche Weise Menschen aus diesem Spektrum aktiv sein können. Keineswegs plaudere ich leichtfertig über Strukturen oder Interna. Wo es mir aber möglich ist, versuche ich die Exklusivität einer Szene zu überwinden, deren Grundgedanken so wahr und richtig sind, dass sie unbedingt verallgemeinert werden sollten. Dieses Selbst-Bewusstsein (dem konkreten Thema gegenüber) ist mit nicht in die Wiege gelegt, sondern habe ich mir gerade durch eine theoretische Beschäftigung angeeignet.

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Von der Erweckung #2

Lesedauer: 2 Minuten

In einer pfingstlichen Beschäftigung bin ich unter anderem auf dieses Genre gestoßen, um vom Feind zu lernen. Diese durchproduzierte Erweckungsbewegung im 21. Jh. mit all ihren fundamentalistischen Aspekten ist ganz Zeichen unserer Zeit. Dennoch gibt sie auch Einblick in ihre Vorläufer vor zwei Jahrhunderten, was ihre Stile, Inhalte und ihr Menschenbild angeht. Persönlich halte ich sowas mittlerweile für komplett reaktionär, da damit Bedürfnisse nach einer grundlegenden Gesellschaftsveränderung in eine vollkommen kapitalistische und post-fanktische Denk- und Empfindensweise gewendet werden. Das müsste nicht so sein, scheint mir aber letztendlich darauf hinaus zu laufen.

Es ist die Ideologie von nach Aufstieg strebenden sozialen Gruppen, deren Angehörige instabile Persönlichkeiten haben. Sie trifft in einer Welt auf fruchtbaren Boden, welche als apokalyptisch erlebt wird. Durch anerzogene Schuldgefühle wird Erlösungshoffnung ins Jenseits projiziert und das Feindbild der auszugrenzenden und zu auszumerzenden Sünder bedient. Warten soll man auf den Herrn, aufhören zu fragen, sich niederwerfen soll man – nicht etwa kämpfen, zweifeln, aufbegehren. Religion hat immer auch Tendenzen, bloßes Business und klare Herrschaftsideologie zu sein. Dabei besteht nicht die Notwendigkeit, die künstliche Produktion des heiligen Geistes zu verschleiern.

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Themen-Sammlung

Lesedauer: < 1 Minute

Hier eine Liste von Veranstaltungen, die ich gerne als Workshops oder Vorträge ausarbeiten würde, wenn ich die Zeit dafür habe und danach gefragt werde (also geben könnte).

  • How to: Grundlagen des Anarchismus
  • How to: Anarchistische Theorie
  • How to: Überleben in der Herrschaftsinstitution Uni
  • Chaos und Kosmos. Anarchie und libertärer Sozialismus
  • konkrete Utopie, Präfiguration und geteilte Vision
  • Anarchistische Klassentheorie und (anti-)politische Subjekte
  • Darstellung und Kritik des autoritären Sozialismus
  • Entfremdung, spirituelle Bedürfnis und materialistischer Holismus
  • kollektive Autonomie und soziale Freiheit
  • Zur Frage der Gewalt
  • Demokratie – Herrschaftsform oder gelebte Praktiken gegen den Staat
  • Herrschaft, Hierarchie, Autorität, Macht
  • Hämisches Gelächter: 13 Verspottungen der herrschenden Klasse
  • Being weird, nerdy, sad, emancipatory and rebellious

Die Liste findet sich auch unter „Veranstaltungen“.

Ich komme euch sehr gern besuchen und steuere meine Wissen, meine erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen bei um auf undogmatische anarchistische Positionen zu verbreiten, zu bestärken und theoretisch zu unterfüttern.